Stundentakt der Donaubahn soll kommen

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Die Donaubahn zwischen Sigmaringen und Tuttlingen soll ab dem Fahrplanwechsel 2019 im Stundentakt fahren.
Die Donaubahn zwischen Sigmaringen und Tuttlingen soll ab dem Fahrplanwechsel 2019 im Stundentakt fahren. (Foto: Stefan Blanz)
IG Donaubahn und Landschaftspark Junge Donau begrüßen Einführung des Stundentaktes

Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2019 soll auf der Donaubahn zwischen Sigmaringen und Tuttlingen der Stundentakt eingeführt werden. Das schreibt die Öffentlichkeitsabteilung des Landschaftsparks Junge Donau in einer Pressemitteilung.

Das Verkehrsministerium hat bekanntgegeben, dass das Land Baden-Württemberg die Streckenlizenz für die Bahnstrecke Ulm-Sigmaringen-Donaueschingen-Neustadt und damit für die Donautalbahn ab Dezember 2016 für zehn Jahre an die DB Regio vergeben hat. Diese soll die nicht elektrifizierte Strecke künftig mit Neigetechnik-Zügen bedienen.

Damit einher geht die Einführung des Stunden-Taktes für den Abschnitt zwischen Sigmaringen und Tuttlingen, der bisher nur im Zwei-Stunden-Takt bedient wird. Verkehrsminister Winfried Hermann verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass die zusätzlichen Fahrzeuge bis dahin anderweitig benötigt werden.

Tuttlingens Oberbürgermeister Michael Beck, Sprecher der IG Donaubahn und des Landschaftsparks Junge Donau, begrüßt die Entscheidung, sieht aber auch weiteren Klärungsbedarf: „Dass das Land ab 2019 den Stundentakt auf der Donaubahn einführen will, freut mich außerordentlich. Diese Ankündigung deckt sich mit unserer zentralen Forderung. Schließlich kann die Donaubahn nur durch ein besseres Angebot wieder ihre Rolle als wichtige regionale Verkehrsachse übernehmen.“

„Brauchen klare Aussage“

Beck stellt aber auch offene Fragen in den Raum: „Wenn vom Landesstandard die Rede ist, heißt dies nur, dass jede Stunde ein Zug fährt. Das muss noch kein sauberer und kundenfreundlicher Stundentakt sein, auch unregelmäßige Abfahrtszeiten wären nach dieser Definition denkbar. Hier brauchen wir baldmöglichst eine klare Aussage seitens des Ministeriums.“

Trotz der Freude über die jüngsten Entwicklungen bleibe nach wie vor die Umsetzung weiterer Forderungen offen, die in der Resolution der IG Donaubahn im März 2014 formuliert wurden. Hierzu gehören zusätzliche Halte, beispielsweise in Geisingen, Immendingen, Mühlheim/Donau oder Gutenstein, sowie die Harmonisierung mit den querenden Busverbindungen in die Gemeinden seitlich der Talstrecke.

Eine weitere Forderung aus der Resolution der IG Donaubahn, die verbesserte Fahrradmitnahme, wird ebenfalls erfüllt. Künftig werden laut Ministerium in jedem Triebwagen bis zu 18 Fahrradplätze bereitgestellt.

Einbau von Hubliften für Rollstuhlfahrer geplant

Zur Modernisierung der Züge gehört auch der Einbau von Hubliften. So können Rollstuhlfahrer oder Eltern mit Kinderwagen zukünftig die Donaubahn unabhängig von der Bauweise der Haltepunkte nutzen. Durch die verbesserte Mobilität erhoffen sich die Verantwortlichen in Verbindung mit dem Stundentakt einen Anschub des Tourismusses auch für Naherholungssuchende in der näheren und weiteren Region.

Die Donautalbahn gilt als eine der reizvollsten Bahnstrecken Deutschlands. In der IG Donaubahn haben sich auf Initiative des Landschaftsparks Junge Donau die Anrainerkommunen, Landkreise und Regierungsbezirke zwischen Donaueschingen und Ulm zusammengeschlossen, um die Belange entlang der Strecke zu verbessern.

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