Sanierung „Unteres Tor 2“ beginnt

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Ab April sollen die Sanierungsarbeiten an der Adresse „Unteres Tor 2“ beginnen.
Ab April sollen die Sanierungsarbeiten an der Adresse „Unteres Tor 2“ beginnen.

Seit drei Jahren ist das Gebäude mit der Adresse „Unteres Tor 2“ verkauft. Jetzt geht Investor Peter Steinhäusser an die Sanierung. Wo jetzt noch Spinnweben und Gerümpel vorherrschen, sollen in den nächsten Monaten ein Café und mehrere Ferienwohnungen entstehen.

Leere und verstaubte Flaschen stehen auf den Fenstersimsen, hölzerne Wagenräder lehnen an den Wänden. Nichts in der ehemaligen Steinmetz-Werkstatt lädt ein, sich hinzusetzen und es sich bequem zu machen. Peter Schwanhäusser, der Investor, sieht das anders - beziehungsweise sieht er bereits das Café, das hier entstehen soll. Wo die Tische stehen werden, wo Bänke und Sofas. Und dass es gemütlich wird, das kann Schwanhäusser auch schon sehen. Auch wie die Ferienwohnungen ungefähr aussehen sollen, hat sich der Investor schon überlegt. Noch liegen die Wände offen und die Balken blank. Aber dass hier die Küche sein soll, mit Blick aus der Stadt heraus. Oder dort das Sofa im Wohnzimmer Platz hätte, sodass der Blick auf die Altstadt frei ist.

Was beim Ortstermin nicht zu übersehen ist: Schwanhäusser ist mit Herzblut dabei. „Ich wollte schon immer ein altes Haus wieder mit Leben füllen. Ich lebe hier quasi einen Traum“, sagt er. Schon vor drei Jahren hat der Wahl-Schweizer das Haus gekauft. Schon viel länger ist er in das Gebäude verliebt, erzählt er. „Ich war in Sigmaringen als Reservist stationiert. Auf dem Nachhauseweg bin ich immer extra durch das Donautal gefahren“, erinnert sich Schwanhäusser. Dabei habe er das Haus zum ersten Mal gesehen und beschlossen, es zu kaufen. Zwischen diesem Entschluss und der Umsetzung lag allerdings noch einige Zeit, und als er sich schließlich mit den Besitzern in Verbindung setzte, hätten diese bereits einen anderen Interessenten gehabt. Drei Wochen später sei der aber abgesprungen und Schwanhäusser hat den Zuschlag bekommen.

Seit 2015 ist der gebürtige Finne mit Anträgen für Zuschüsse, Gutachten und der Planung beschäftigt gewesen. Jetzt sei das alles erledigt und die Sanierung soll im April beginnen. Und an dem Gebäude, von dem Teile aus dem 16 Jahrhundert stammen, wie Schwanhäusser sagt, und das laut einer Inschrift in seiner heutigen Erscheinungsform 1746 fertiggestellt wurde, ist einiges zu tun. Da macht sich der Investor gar keine Illusionen.

Substanz noch sehr gut erhalten

Böse Überraschungen habe es aber kaum gegeben, sagt der Betriebswirt. Eher im Gegenteil. „Die Substanz ist größtenteils noch sehr gut erhalten. Wirklich morsch sind nur zwei Balken. Das ist alles machbar.“ Machen sollen es Spezialisten, denn alles soll fachkundig restauriert werden. Dafür habe er größtenteils Firmen aus der Umgebung beauftragt. Was die Kosten angeht nennt Schwanhäusser keine genauen Zahlen. Etwa eine halben Millionen gibt er als grobe Hausnummer an. Alle möglichen Zuschussmittel habe er genutzt.

Nach rund zehn Jahren Leerstand sollen demnächst die Bagger anrollen. Die Fundamente müssen freigelegt, gesichtet und wenn nötig saniert werden. Dann sollen sich die Arbeiten schrittweise nach oben fortsetzen: Fassade, kleinere Abbrüche im Innenraum und schließlich das Dach. Dann gehe es an den Innenausbau. „Vorsichtig und sorgfältig“, darauf legt der Investor großen Wert. Deswegen steht auch noch kein genaues Datum für die Fertigstellung fest. Bis zu einem Jahr könnte die Sanierung dauern. Vielleicht auch länger. „Es dauert so lange, wie es dauert“, sagt Schwanhäusser.

Die Raumstruktur soll weitestgehend erhalten bleiben. Wo früher Schlafzimmer waren, da sollen auch nach der Eröffnung wieder Betten stehen. Bei der Sanierung soll das ursprüngliche Erscheinungsbild des Gebäude erhalten bleiben, ergänzt mit modernen Elementen. Wohl fühlen sollen sich die zukünftigen Gäste. Und darunter wird auch Peter Schwanhäusser sein. „Natürlich werden wir auch hier Ferien machen“, sagt er. „Wenn eine Wohnung gerade frei ist.“

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