Neuer Finanzchef hat gleich ein dickes Brett zu bohren

Lesedauer: 5 Min
Schwäbische Zeitung

Mit der Umstellung von der Kameralistik auf die Doppik hat der neue Kämmerer des Gemeindeverwaltungsverbands Heuberg-Donau direkt ein dickes Brett zu bohren. Doch Alexander Hofer liebt Herausforderungen, wie er sagt. In seiner Heimat Oberdigisheim (Zollernalbkreis) ist der 36-Jährige im Ortschaftsrat. Im Gespräch mit unserer Redakteurin Linda Seiss spricht der Diplom-Kaufmann über seine Aufgaben, seine Motivation und wie er Herausforderungen angeht.

Herr Hofer, Sie sind seit dem 1. Oktober Leiter des Finanzwesens beim Gemeindeverwaltungsverband (GVV) Donau-Heuberg. Welche Aufgaben haben Sie mit diesem Amt inne?

Das sind sehr vielseitige Aufgaben. Aktuell ist das Hauptthema die Einführung der Doppik. Aber neben der Haushaltsplanung fallen auch Gebührenkalkulationen, Jahrespläne, Statistiken, die Führung der Verbandskasse und noch viele andere Aufgaben an.

Sie waren davor als stellvertretender Kämmerer bei der Stadt Schömberg (Zollernalbkreis) tätig. Aus welchen Gründen wollten Sie Kämmerer beim Gemeindeverwaltungsverband werden?

Ich wollte mich persönlich weiterentwickeln. Mit den Kenntnissen, die ich mir als stellvertretender Kämmerer angeeignet habe, wollte ich den nächsten Schritt wagen. Die Umstellung auf die Doppik durfte ich glücklicherweise auch in Schömberg schon mitbegleiten. Als ich die Stellenanzeige des GVV gesehen habe, wusste ich: Das ist genau das, was ich machen will. Am Verband ist interessant, dass es verschiedene Verbandsgemeinden sind, die ich zu betreuen habe und das macht auch die Abwechslung aus. Klar, das sind sehr große Herausforderungen, aber ich liebe Herausforderungen.

Sie sind zu einer heißen Phase des Jahres nach Fridingen gekommen: Der Haushaltsplan muss erstellt werden – dazu steht die Umstellung von der Kameralistik auf die Doppik an. Wie gehen Sie an die Sache heran?

Aktuell ist das Hauptprojekt die termingerechte Einführung des neuen kommunalen Haushalts- und Rechnungswesens. Das trifft ab dem kommenden Jahr verpflichtend alle Gemeinden. Derzeit liegt die Priorisierung auf der Umstellung, wir sind also noch mitten im Projekt. Daher kann ich Ihnen noch gar nicht genau sagen, wie ich in Bezug auf die Haushaltspläne vorgehe, da dies noch in Planung ist.

In der Doppik ist es nicht mehr so einfach, den kameralen Haushaltsplan des ehemaligen Kämmerers aus dem Vorjahr als Orientierung zu nehmen, um den neuen Haushalt zu planen. Aber ich freue mich hierzu auf den Erfahrungsaustausch mit den Kollegen aus Gemeinden, die bereits von der Kameralistik auf die Doppik umgestellt haben.

Die Umstellung auf die Doppik ist ab dem kommenden Jahr anzuwenden: Auf welche Aspekte muss man bei der Umstellung achten? Was ist anders als bei der Kameralistik? Können Sie den Vorgang anhand eines Beispiels erklären?

Letztendlich ist es ganz wichtig, die gewohnten kameralen Haushaltsstellen in doppische Produkte und Sachkonten umzuleiten. Das ist mit großem Aufwand verbunden. Unter anderem gibt es Vorgaben, die das Rechenzentrum stellt, verbunden mit Vorgaben des kommunalen Produktplans von Baden-Württemberg.

Früher gab es eine Haushaltsstelle, ab dem neuen Jahr gibt es ein Produkt und ein Sachkonto– und auf dieses wird dann gebucht. Die Doppik wird in einigen Punkten der kaufmännischen Buchhaltung ähneln.

Als Beispiel kann man die Schulträgeraufgaben nehmen. Diese werden jetzt spezifisch untergliedert. Ein Produkt wäre beispielsweise Grundschulen. Diesem Produkt werden dann Sachkonten zugeordnet, auf die man buchen kann.

Da Sie nun sowohl Erfahrungen haben was die Arbeit bei einer Kommune angeht aber auch im Verwaltungsverband: Inwiefern unterscheidet sich die Arbeit?

Vor meiner Tätigkeit war ich für eine Stadt tätig. Jetzt bin ich für mehrere Verbandsgemeinden, also Fridingen, Irndorf, Bärenthal, Buchheim, Renquishausen und Kolbingen, tätig.

Jede Verbandsgemeinde hat ihre Spezifikationen, das ist herausfordernd, bietet aber auch die Vielseitigkeit, und das ist schön.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen