Mongolei ist zum Greifen nah

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Die mongolische Band Khukh Mongol nahm die Besucher in Fridingen mit auf eine Entdeckungsreise durch die Mongolei.
Die mongolische Band Khukh Mongol nahm die Besucher in Fridingen mit auf eine Entdeckungsreise durch die Mongolei. (Foto: Rimmele)
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Ein Hauch von der Mongolei hat in der Aula der Gemeinschaftsschule Obere Donau in Fridingen geweht. Der Fridinger Fotograf und Mongolei-Experte Frank Riedinger hat es erneut geschafft, das Interesse für eine andere Kultur und die Musik eines unbekannten Landes in Zentralasien zu wecken.

Die Mongolei, ein exotisches Land in Zentralasien, sei für Riedinger schon längst zur Passion, zur zweiten Heimat geworden, sagte Fridingens Bürgermeister Stefan Waizenegger zur Begrüßung vor den 100 Gästen. Der deutschsprachige Reisebegleiter zeigte in einer Multimediaschau mit faszinierenden und hervorragenden Fotos eine Reise zum Rentierfestival im Norden der Mongolei.

Anschließend stellte Riedinger das Buch „Blauer Himmel – weißer Berg“ des Schweizers Alex Locher vor, der ein Jahr als Englischlehrer seine Kurzgeschichten aufgeschrieben hatte. Locher berichtete, wie er sich auf das Duschen einmal in der Woche am Freitag im allgemeinen Duschhaus gefreut habe. Und weil der Wärter das Feuer für die Wasserleitungen nach einer durchzechten Nacht ausgehen ließ, froren die Leitungen ein. Bis heute sei das Duschen nicht mehr möglich.

Der Höhepunkt des Abends war der Auftritt der mongolischen Band Khukh Mongol. Normalerweise würden die Musiker zu sechst als drei Familien auftreten. Zwei Bandmitglieder waren jedoch anderweitig mit einem Auftritt verhindert. So begannen zwei Frauen und zwei Männer instrumental ihre Reise durch das Land von Dschingis Khan. Die Instrumente wie Knieharfe oder Schlangenhautlaute erzeugten den Eindruck, dass der Wind zwischen den Felsen wirbeln würde.

Der Khöömej, der 2009 in die Repräsentantenliste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit der UNESCO unter dem Namen Mongolische Gesangskunst eingetragen wurde, erstaunte das Publikum. Ein Ober- und Unterton mit dem Kehlkopf und dem Nasengesang vereint, verblüffte die Zuhörer. Von Lied zu Lied wurde die Begeisterung des einmaligen Kehlkopfgesangs gesteigert und mit lang anhaltendem Beifall quittiert.

Die vier Musiker sangen über die Liebe, die Landschaft und über den damaligen Herrscher Dschingis Khan und nahmen die Besucher mit auf eine musikalische Entdeckungsreise in ein fernes Land, das an diesem Abend doch so hautnah war. Das Abschlusslied begleiteten die über hundert Kehlen mit einem Refrain mit.

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