„Ich wollte immer Erzieherin werden“

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Die angehende Erzieherin Madelaine Dietrich beim Frühstücken mit ihren Schützlingen.
Die angehende Erzieherin Madelaine Dietrich beim Frühstücken mit ihren Schützlingen. (Foto: David Zapp)

Schlägt man in der Tageszeitung die Seite mit den Stellenanzeigen auf, so springt einem ins Auge, dass Erzieherinnen allerorts händeringend gesucht werden. Es mangelt an Erzieherinnen. Dass ihr Beruf bei jungen Frauen und auch Männern sich keiner größeren Beleibtheit erfreut, kann die angehende Erzieherin Madelaine Dietrich nicht nachvollziehen. „Ich wollte immer nur Erzieherin werden“, sagt die 18-Jährige aus Mühlheim.

Während der Schulzeit in der Realschule absolvierte sie drei Praktika: zwei davon im Kindergarten, eines im Krankenhaus. „Da war mir klar, dass ich das machen will und Erzieherin werden will“, sagt Madelaine Dietrich. Seit sie zwölf Jahre alt war, stand für sie fest, dass sie mit Kindern im Kindergarten arbeiten wollte. Viele Menschen hätten ein falsches Bild von „Kindergärtnerinnen“, doch Dietrich leistet mehr in der Kinderkrippe Vogelsang Fridingen, wo sie im zweiten Lehrjahr ihre Ausbildung als Erzieherin absolviert, als nur Bilderbücher vorzulesen und „Backe, backe Kuche“ zu singen. „Es geht in dem Beruf nicht nur darum, die Kinder zu betreuen und auf sie aufzupassen, sondern um ihnen Bildung und Erziehung zu vermitteln“, erklärt Dietrich. „Wir singen mit den Kindern nur, damit sie Ruhe geben. Jedes Lied, jedes Spiel und jedes Gedicht fördert etwas bei den Kindern. Und wir gehen auf jedes Kind individuell ein“, sagt die werdende Erzieherin.

Um jedes Kind so zu fördern, muss Dietrich die Schwerpunkte herausfinden, wo das Kind Unterstützung braucht. „Wir fördern die Stärken der Kinder“, erklärt sie. „Hapert es beispielsweise mit der sprachlichen Entwicklung, aber das Kind hat gleichzeitig viel Spaß an der Bewegung, dann versuchen wir passende Angebote für das Kind zu machen, um Bewegung mit Sprachübungen oder -spielen zu kombinieren“, so Dietrich.

Dass sie tagsüber die Kinder für Eltern nicht eben nur verwahrt, sondern maßgeblich an der Entwicklung und Erziehung der Kinder beteiligt ist, fasziniert Madelaine Dietrich nach wie vor und ist dabei so etwas wie eine Belohnung für ihre Geduld und Mühen. „Herausragend und faszinierend finde ich, dass man sieht, wie die Kinder richtig mitarbeiten. Man sieht, dass auch schon kleine Kinder verstehen und konzentriert an einer Sache mitmachen.“

Schade findet die angehende Erzieherin, dass es in ihrem Metier nur wenig Kollegen gibt. Denn die Kinder bräuchten auch männliche Bezugspersonen. „Und schlecht bezahlt ist der Job auch nicht“, sagt Dietrich.

Besondere Freude bereitet Madelaine Dietrich zu sehen, wie sich „ihre“ Kinder entwickeln. „Wir unterstützen und bereiten sie auf die Gesellschaft vor. Wenn man das sieht, ist das etwas Schönes!“

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