Frozen Fox: Fuchs taut auf - dann wird er entsorgt

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Schwäbische Zeitung
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Beim Versuch, die mäßig zugefrorene Donau zu überqueren, ist am 9. Dezember in Fridingen ein Fuchs ins eiskalte Wasser gestürzt. Ein Jäger hat den Kadaver des Tiers Anfang Januar am Stück aus dem Eis gesägt. Zwecks Warnung vor leichtsinnigen Flussüberquerungen hat er den Fuchs am Freitag auf seinem Hof ausgestellt. Medien und Leser weltweit teilen die Geschichte des Fuchses. 

Schuld für das Unglück vom Dezember war allem Anschein nach eine Quelle für wärmeres Wasser ganz in der Nähe. Durch den Zustrom war die Eisschicht auf der Donau so brüchig, dass sie den Körper des Tieres nicht aushalten konnte. Der Fuchs brach ein, ertrank und wurde zur Eisskulptur.

Auf dem Hof von Franz Stehle taut das Tier nun vor sich hin. „Wir haben den Fuchs genau aus diesem Grund rausgeholt: Damit wir ihn dann in die Tierkörperbeseitigungsanlage in Orsingen bringen können“, erklärt Jägersohn Johannes Stehle am Freitag. Zu groß wäre sonst die Gefahr gewesen, dass der Kadaver nach dem Winter unappetitlich im Wasser rumgetrieben wäre - möglicherweise als Quell von Krankheiten.

Das Bild, das Klaus Leuser vom Albverein Mühlheim vom zur Eisstatue gefrorenen Fuchs gemacht hat, geht seit der ersten Veröffentlichung auf schwäbische.de vom Donnerstag um die Welt. Nicht nur zahlreiche deutsche Nachrichtenportale wie welt.de, mopo.de, focus.de, mz-web.debild.de, express.de oder berliner-zeitung.de berichteten über den "eisigen Fuchs". Auch namhafte Publikationen aus den USA, Brasilien und England nahmen den "frozen fox" in ihre Berichterstattung mit auf.

Aktuell ist Journalistin Joanna Klein dabei, einen Hintergrund-Artikel über den deutschen Fuchs, der ins Wasser fiel und festfror, für die New York Times zu schreiben. Sie wird den Fall einbetten in ihre Berichterstattung über einen leicht skurrilen Wettbewerb, den sich Wissenschaftler und Biologie-Freunde gerade via Twitter und Facebook liefern: Sie zeigen Fotos von toten Tieren in besonderen Situationen und versehen ihre Nachrichten mit dem Hashtag #bestcarcass ("Beste Kadaver"). Eine Sammlung dieser Bilder finden Sie hier

In den sozialen Netzwerken ist der Fuchs seit Donnerstag ohnehin Thema Nummer eins. User bei Facebook und Twitter schwanken zwischen Begeisterung für das eindrucksvolle Bild und Mitleid mit dem Fuchs. Die kontroverse Debatte auf der Facebook-Fanpage der Schwäbischen lesen Sie hier.

"Find ich nicht lustig..... Armes Tier: hat sicherlich sehr gelitten", schreibt etwa Tanja Schönig. "Wenn das der war, der unseren Kater gerissen hat, tut es mir nicht so arg leid. Unser Kater konnte es optisch locker mit ihm aufnehmen, nur eben kraftmäßig nicht", entgegnet User "Ma Ko".

Fox on the Rocks - Der Fuchs im Eis
Ein Fuchs ist bei Fridingen in der Donau eingefroren. Der Kadaver taut nun auf dem Hof von Franz Stehle auf. Elisabeth Kniele hat den Jäger besucht.  
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