Fridinger wollen Ökopunkte sammeln

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 Das Ifflinger Schloss beherbergt das Heimatmuseum.
Das Ifflinger Schloss beherbergt das Heimatmuseum. (Foto: Pütz, Katharina)
Simon Schneider

Die Stadt Fridingen will mit der Einrichtung eines städtischen Ökokontos die Kompensation für den Eingriff in die Natur und Landschaft decken und Ausgleichsflächen bemessen. Museumsleiter Armin Heim rechnet mit 1400 Museumsbesuchern in diesem Jahr.

Die Räte bevorzugen gleich zwei Ökopunktekonten, ein naturschutzrechtliches Konto und ein baurechtliches Ökokonto für eine schnelle und unkomplizierte Abwicklung für Maßnahmen im Innenbereich Fridingens. Die Verantwortlichen der zuständigen Flächenagentur aus Ostfildern stellten am Montagabend in der Gemeinderatssitzung die Vorteile und den Nutzen von Ökopunkten vor.

Zunächst beauftragten die Räte nahezu einstimmig, dass die Flächenagentur den aktuellen Zustand der städtischen Eigentumsflächen mit einer Potenzialstudie für 13 300 Euro feststellt. Weitere 9000 Euro sind in einer zweiten Rate für den nächstjährigen Haushalt vorgesehen. Die weitere Betreuung der beiden Ökokonten soll über die Agentur erfolgen. „Wir werden in nächster Zeit einen Eigenbedarf haben“, sagte Fridingens Bürgermeister Stefan Waizenegger in Sachen Ökopunkte und Ausgleichsmaßnahmen für beispielsweise eine Wohngebietserweiterung. Aber auch die Reaktivierung und Aufwertung von Flächen an Flüssen soll mit diesem Ökopunktesystem strategisch erfolgen. Die Aufwertung soll im Idealfall auch einen Ökopunkte-Überschuss für eine Veräußerung ergeben.

Fridingens Museumsleiter Armin Heim stellte in seinem Jahresbericht fest, dass das Heimatmuseum „Ifflinger Schloss“ bis Ende September knapp 1000 Gäste verzeichnete und drei Ausstellungen öffentlich präsentiert wurden (wir berichteten). Bis Ende des Jahres rechnet er mit rund 1400 Besuchern. Damit liegen die Zahlen auf Vorjahresniveau. Heim bezeichnete dies als „erfolgreiche Entwicklung“ für ein kleines Museum. Durch Schenkungen und günstige Erwerbungen sei die Sammlung angewachsen. Er kündigte an, dass das kommende Jahr unter dem Motto „Fotografie und Fotokunst“ stehen werde. Das Museum im Scharf Eck verzeichnete bislang mehr als 330 Besucher, was sich „im Rahmen des Üblichen“ bewege. Die Stadt Fridingen sucht zudem Ehrenamtliche, die den Museumsdienst an Sonntagen übernehmen. Hierbei peilt die Stadt eine moderate Anhebung der Aufwandsentschädigung an, genauso die Auflegung eines Museumsführers für das Heimatmuseum.

Für die Anlegung von weiteren Einzel- und Wahlgräbern auf dem Friedhof liegen der Stadt zwei fristgerechte Angebote vor; das kostengünstigste mit rund 36 600 Euro, was die Kostenschätzung deutlich übersteige. Aufgrund einer verspäteten Abgabe konnte ein drittes Angebot, das unter der Kostenschätzung lag, nicht gewertet werden. Die Räte beschlossen deshalb, die beschränkte Ausschreibung aufzuheben und beauftragten die Verwaltung, eine erneute Ausschreibung unverzüglich durchzuführen, um das Anlegen eines neuen, pflegereduzierten Grabfeldes für Erdbestattungen möglichst noch in diesem Jahr zu realisieren.

Der Gemeinderat hat ebenso einstimmig für den Haushalt im kommenden Jahr beschlossen, 10 000 Euro für die Förderung der musikalischen Bildung von Minderjährigen einzustellen. Die bisherigen Förderrichtlinien bleiben gleich.

Waizenegger gab bekannt, dass durch die Schwäbische Alb Card des Tourismusverbands Schwäbische Alb Übernachtungsgäste die Eintritte in Freizeit- und Kultureinrichtungen für die Hälfte des regulären Preises erhalten. Ein Teil soll durch das Land bezuschusst und durch Transferumlagen erstattet werden. Für den Anbieter soll dadurch kein finanzieller Nachteil entstehen. Für Fridingen käme das Freibad in Frage.

Als „großes Problem“ bezeichnete der Bürgermeister den Winterdienst. Drei Einsatzkräfte des Bauhofs seien mit Blick auf den Schichtbetrieb für eine wunschgemäße Räumung zu wenig. Deshalb bedürfe es zusätzlichen Personals - vorrangig für Räumungen von Treppen, Zwischen- und Gehwege sowie Bushaltestellen. Hier suche die Stadt Personen, die diese Räumungsarbeiten als Nebenjob übernehmen wollen. Ansonsten müssen sich die Verantwortlichen auf die Schwerpunkte konzentrieren. An Stellen, wo die Räumung nicht mehr gewährleistet werden kann, würden Schilder angebracht mit dem Hinweis auf Schnee, Glätte und die Nichträumung.

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