Freude und Wehmut bei letzter Schulentlassfeier

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Die letzten Entlassschüler der Förderschule „Am Vogelsang“: Benjamin Langbehn (von links), Tim Schad, Thorsten Aufdermauer, Samu
Die letzten Entlassschüler der Förderschule „Am Vogelsang“: Benjamin Langbehn (von links), Tim Schad, Thorsten Aufdermauer, Samuel Riecken und Laura Ehing. (Foto: Winfried Rimmele)

Die Abschlussfeier der letzten fünf Absolventen der Förderschule „Am Vogelsang“ in der Aula ist sowohl mit Freude als auch mit Wehmut über die Bühne gegangen. Freude, weil der letzte Abschlussjahrgang mit fünf Schülern erfolgreich verabschiedet wurde. Wehmut, weil die Förderschule nach 45 Jahren seine Pforten für immer schließt.

Zahlreiche ehemalige Schüler, Weggefährten, Gemeinderäte und Vertreter der Kommunen aus dem Einzugsgebiet der Schule waren gekommen, um sich von den Schülern, als auch von Lehrern um Rektor Herbert Christoph zu verabschieden. Die fünf Entlassschüler begannen den Festakt mit dem Mundharmonikastück „Oh Susanna“, das von Herbert Christoph einstudiert und auf der Gitarre begleitet wurde.

Bürgermeister Stefan Waizenegger sagte: „Die Freude und das Leid liegen im Leben manchmal oft eng beieinander“. Waizenegger bedauerte, dass der Stadt Fridingen als Schulträger mangels Alternativen nichts anderes übrig geblieben sei, als die Auflösung des örtlichen Förderschulstandortes zu beantragen. Waizenegger lobte die Atmosphäre, die zwischen den verantwortlichen Pädagogen und den ihnen anvertrauten Kindern und Jugendlichen herrsche. Diese basiere auf gegenseitigem Vertrauen und Verlässlichkeit. Mit Genugtuung, Freude und vielleicht auch mit Erleichterung könnten die Entlassschüler auf das Erreichte zurückblicken. Nun könnten sie ein neues Lebenskapitel einschlagen, etwa mit dem Besuch einer weiterführenden Schule oder dem Start einer beruflichen Ausbildung, sagte er.

Landrat Stefan Bär, der als ehemaliger Bürgermeister der Stadt die Blütezeit der Schule mitgeprägt hatte, sagte, dass mit der Schließung bei dem ein oder anderen ein Kloß im Hals stecke. Allerdings könnten die Verantwortlichen auch darauf stolz sein, was sie in über 45 Jahren geschaffen hätten, so Bär. „Kein Kind soll auf der Strecke bleiben“ hätten sich die Pädagogen auf die Fahnen geschrieben. Mit dem Einsatz und der Motivation, aber auch mit viel Geduld und Überzeugung, hätten die Pädagogen einen wichtigen Dienst für die Gesellschaft geleistet und diejenigen gefördert, die es im Leben nicht so leicht hätten wie andere, erklärte der Landrat.

Zeit, etwas Neues anzufangen

In einem Theaterstück erzählen die Schüler die Geschichte von einem, der die Zeit anhalten wollte. Religionslehrerin Elke Fischer sagte dazu: „Alles hat seine Zeit. Auch die Zeit zum Loslassen“. Es sei Zeit zu gehen und Zeit etwas Neues anzufangen, meinte sie.

Rektor Herbert Christoph überließ die Abschiedsgedanken und den Rückblick seinen beiden Vorgängern, Herbert Sichler und Peter Wagner, die mit Anekdoten und Geschichten der Förderschule aus dem Nähkästen plauderten. Die Schülersprecher Tim Schad und Samuel Riecken dankten im Namen ihrer Mitschüler allen Lehrern und Personen, die sie auf dem bisherigen Weg begleitet hatten. Nach dem Lied „Zeit zu gehen“ und abschließenden Gesprächen schlossen sich die Türen der Schule und markierten damit das Ende der Schul-Ära.

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