Corona fordert Gastronomen im Donautal

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Yannick Traut vom Landhaus Donautal auf Bergsteig setzt in Zeiten der Corona-Krise nun verstärkt auf seinen Lieferservice.
Yannick Traut vom Landhaus Donautal auf Bergsteig setzt in Zeiten der Corona-Krise nun verstärkt auf seinen Lieferservice. (Foto: Simon Schneider)
Simon Schneider

Die Corona-Krise stellt die Gastronomie derzeit vor große Probleme und Herausforderungen. Längst haben die Sicherheitsvorkehrungen und Maßnahmen gegen die Ausbreitung des neuen Virus auch die Gaststätten und Restaurants im Donautal erreicht. Ab Samstag, 21. März, müssen die Restaurants und Gaststätten in ganz Baden-Württemberg geschlossen bleiben. Nur ein Thekenverkauf und damit die Abholung der Speisen bleibt vorerst erlaubt.

Das Landhaus Donautal auf Bergsteig änderte deshalb bereits vor wenigen Tagen seine Leistungen und richtete kurzerhand einen Abhol- und Lieferservice für die Donautalgemeinden bis hin nach Tuttlingen ein sowie einen Mittagstisch auf Rädern. „Seit einer Woche bieten wir den Abhol- und Lieferservice an, damit die Leute, die sich nicht mehr aus dem Haus trauen oder dürfen, weiterhin in den Genuss unserer Speisen kommen“, sagte Inhaber Yannick Traut, der das Landhotel bis vor Kurzem noch durchgehend bis 18 Uhr mit normaler Karte geöffnet hatte.

Sogar das bargeldlose Zahlen sei über Paypal mit dem Online-Lieferservice seit Kurzem bei ihm möglich. „Wenn wir eine Telefonnummer der Gäste haben, stellen wir das Essen vor die Türe und informieren kurz per Telefon. Mit vier Fahrzeugen sei das Landhaus Donautal derzeit unterwegs – mit entsprechenden Hygienemaßnahmen. „Wir sind aktuell zuversichtlich und zufrieden, dass alles in die richtige Richtung läuft“, hofft Traut in Bezug auf seine neuen Leistungen.

Ziel sei es unter anderem auch, mit dem neuen Service die laufenden Kosten zu decken und die Löhne sicherzustellen, was er als „positives Signal“ für seine derzeit sechs festangestellten Mitarbeiter sieht. Für zehn Euro bietet Traut von Montag bis Samstag einen umfangreichen Mittagstisch auf Rädern an und will damit den „Gästen entgegenkommen“. Er hofft von Seiten der Regierung auf eine künftige einheitliche Regelung.

Die gewohnten Dienstleistungen bot dagegen die Familie Schill bis zur neuen Maßnahme im Berghaus Knopfmacher an. Ohne Ruhetag hatte die Gaststätte auf dem Knopfmacher bei Fridingen bis zuletzt geöffnet. In den vergangenen Tagen nach den bisherigen Vorschriften bis abends 18 Uhr. „Bei schönem Wetter war die Lage insgesamt gut was den Betrieb betrifft“, sagt Katia Schill. Sie merkte, dass die Gäste in letzter Zeit den Platz auf der Terrasse bevorzugten. „Das ist sehr auffällig. Gerade ältere Personen, die um diese Jahreszeit nicht raussitzen würden, entschieden sich für einen Platz auf der Terrasse“, beobachtete sie. Auf ein Mittagessen sowie Kaffee und Kuchen mussten die Gäste in den vergangenen Tagen nicht verzichten.

Das Berghaus bietet auch Übernachtungen an. „Die Stornierungen sind eine Katastrophe. Die Umsätze werden uns fehlen. Wir haben genauso Zukunftsängste wie die Unternehmen und Privatpersonen“, gibt Schill zu verstehen. In dieser Woche seien es noch einige wenige gewesen, ab kommender Woche „ist komplett leer, was die Zimmerreservierungen betrifft“. Sie habe von der wirtschaftlichen Lage momentan sogar noch mehr Ängste, als vor dem Virus selbst. Dennoch stehe die Gesundheit ihrer Gäste und des Personals immer im Vordergrund.

Das sieht auch Yvonne Trinkler aus Bärenthal so, die gemeinsam mit ihrem Mann Hermann Trinkler die Bäralodge betreibt. Sie schloss ihr Bistro zuletzt komplett, auch wenn laut Trinkler die Leute kommen würden. „Was wir aktuell anbieten sind Essensabholungen. Wir bieten an, die Speisen bei uns per Mail oder Telefon zu bestellen“, sagte Trinkler. Das Bistro schlossen sie auf freiwilliger Basis komplett. „Es ist für die Sicherheilt aller Beteiligten, vor allem, weil wir einige ältere Gäste haben und Touristen, wo wir nicht sofort einordnen können woher sie kommen. So können sie sich hier nicht treffen und sich hier auch nicht anstecken. Natürlich dient diese Vorsichtsmaßnahme auch als Schutz für uns als Inhaber“, sagt Trinkler.

Da ohnehin ein Reiseverbot in Deutschland gelte, seien sie mit der Schließung des Bistros auf der sicheren Seite. Die Wohnmobilstellplätze an der Bäralodge sind derzeit aufgrund des Reiseverbots leer. Buchungen für die Apartments seien schon storniert worden, bis sich das Reiseverbot aufhebt. Somit schlossen sie auch die dafür vorgesehenen Sanitäranlagen.

Nur einen Gast habe das Gasthaus „Krone“ in Mühlheim am vergangenen Mittwoch registriert, wie Dagmar Pistor von der Krone mitteilte. „Das rentiert sich nicht. Es hat momentan auch keiner Lust, am Abend zum Essen zu gehen“, erklärte Pistor. Durch die zuletzt täglich geänderten Maßnahmen sei es am besten gewesen, vor einem Besuch kurz in der Krone anzurufen und nach den Öffnungszeiten zu fragen, „weil wir selbst in der Luft hängen“, so Dagmar Pistor. Durch die aktuellen Vorschriften der Landesregierung und der Schließung aller Restaurants und Gaststätten erübrigt sich dieser Anruf vorerst. Pistor ergänzt: „Ich hoffe, dass die Einwohner nach der Corona-Krise die Gastronomie unterstützen und zum Essen kommen“, so ihr Appell an die Bevölkerung mit Blick auf die wirtschaftliche Situation und Folgen. Jetzt gelte es, die momentane Lage und die Corona-Krise zu überstehen und insgesamt zusammenzuhalten.

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