Ausstellung verknüpft Philosophie und Fotografie

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 Museumsleiter Armin Heim, Fotograf und Philosoph Andreas Geiger und Bürgermeister Stefan Waizenegger (von links) vor Geigers Fo
Museumsleiter Armin Heim, Fotograf und Philosoph Andreas Geiger und Bürgermeister Stefan Waizenegger (von links) vor Geigers Foto von Beuron bei der Eröffnung der Ausstellung „9 999,9 Kilometer Donaubergland“. (Foto: Kornelia Hörburger)
Kornelia Hörburger

In München hat Andreas Stefan Geiger sein Philosophie-Studium abgeschlossen. In seiner Heimatstadt Fridingen präsentiert er sich jetzt erstmals mit einer Ausstellung, die Verbindungen zwischen Fotografie und Philosophie aufzeigt. Unter dem Titel „9 999,9 Kilometer Donaubergland“ sind seit Donnerstag im Museum im Ifflinger Schloss Fotos zu sehen, die Geiger in den vergangenen drei Jahren auf seinen Radtouren in der Umgebung aufgenommen hat.

Bürgermeister Stefan Waizenegger freute sich, dieses Jahr schon die vierte Ausstellung im Ifflinger Schloss eröffnen zu dürfen. Die Werke eines weiteren einheimischen Fotografen bestätigten Fridingens Ruf als „Künstler-Nest“. Als freischaffender Philosoph und Fotograf arbeite Geiger in Fridingen, seit er vor drei Jahren, nach seinem Studium an der Hochschule für Philosophie München, in seine Heimatstadt zurückgekehrt sei, erfuhren die Besucher der Vernissage vom Bürgermeister. Geplant sei die Ausstellung so gar nicht gewesen – sie sei entstanden, weil Geiger immer seine Kamera dabei hatte, während er in den vergangenen drei Jahren knapp 10 000 Kilometer auf dem Fahrrad durchs Donaubergland zurücklegte.

Passend zum UNESCO-Tag der Philosophie nahm Geiger seine Zuhörer mit auf einen kleinen Exkurs zu den Themen, mit denen er sich als Philosoph beschäftigt: mit der Geschichte der antiken Philosophen, mit der großen Frage nach dem wahren Wesen der Dinge – aber auch mit der Frage nach der Funktion von Kunst. Wie Platon sieht Geiger im Staunen beim Betrachten eines Fotos eine Anregung, die Wahrnehmung für das Schöne um uns zu schärfen. Das Staunen könne sogar Impuls für weitere philosophische Betrachtungen sein.

Ganz offensichtlich wird die Verbindung zwischen Philosophie und Fotografie in Geigers Kalender-Projekt: Zwölf für einen „Donaubergland-Kalender 2020“ ausgewählte Fotos empfangen die Ausstellungsbesucher im Erdgeschoss. Vertraute Perspektiven wie der Blick auf Burg Wildenstein vom Eichfelsen aus sind genauso vertreten wie Nahaufnahmen von Pflanzen und Bilder, die die jahreszeitlichen Stimmungen im Donaubergland einfangen.

Ein Monitor in der Schlosskappelle zeigt die Vorausschau auf die Rückseiten der Kalenderblätter: Hier finden sich Zitate von Aristoteles über Franz von Assisi bis zu C.G. Jung und Steve Jobbs. Geiger erläutert sie mit Texten, die im Zuge seiner Master-Arbeit entstanden sind. Darüber hinaus laden Impulsfragen dazu ein, Text und Bild mit sich selber in Beziehung zu bringen. Geiger will den Kalender in einer für Nachhaltigkeit zertifizierten Druckerei produzieren lassen. Die damit verbundene hohe finanzielle Vorleistung – allein schon durch die Mindestabnahmemenge von 250 Exemplaren - versucht Geiger derzeit über Crowdfunding zu organisieren. Noch bis Montag, 25. November, ist Zeit, sich am Crowdfunding für den Kalender zu beteiligen unter www.startnext.com/donaubergland-kalender-2020.

Für die musikalische Umrahmung der Vernissage erhielten Anaica Rudolf (Geige) und Karlina Krause (Cello) viel Applaus.

Die Ausstellung „9 999,9 Kilometer Donaubergland“ ist voraussichtlich noch bis zur Fasnet zu sehen. Zusätzlich zu den regulären Öffnungszeiten (sonntags 14 bis 17 Uhr) ist das Museum im Ifflinger Schloss auch am Samstag, 23. November, zum „Advent im Städtle“ von 14 bis 20 Uhr geöffnet.

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