Restaurator Hans-Jörg Zierau arbeitet mit einem Spezial-Reinigungsschwamm an den Bereichen der Kirchendecke von St. Michael, die
Restaurator Hans-Jörg Zierau arbeitet mit einem Spezial-Reinigungsschwamm an den Bereichen der Kirchendecke von St. Michael, die bei der Wiederherstellungsmaßnahme bearbeitet werden müssen. Der dunkelbraune Bereich markiert ein Reinigungsmuster, an de (Foto: Marius Lechler)
Schwäbische Zeitung
Marius Lechler

Derzeit wird der Innenraum des Gotteshauses von Liptingen nach Angaben von Pfarrer Ewald Billharz vom Altarraum bis zur Kanzel ausführlich restauriert.

Für die Kirchengemeinde sind die Spezialisten des Restaurierungs-Ateliers Erich Buff aus Sigmaringen tätig. Restaurator Hans-Jörg Zierau erklärt, was er beim behutsamen Bearbeiten der Wände und Decken in St. Michael beachten muss. „Wir sind mit drei Mitarbeitern im Chor, im Gewölbe und an den Wänden sowie an den Chorbögen tätig. Wichtig ist: Wir beschränken uns auf Reinigung und Retusche“, sagt er.

Säubern, ohne zu beschädigen

Wie Restaurator Zierau ausführt, habe man in Liptingens Pfarrkirche den großen Vorteil, dass die Farbschichten der Wand- und Deckenbemalungen in dem Gotteshaus äußerst stark seien. So könne man bei den Maßnahmen sicher sein, dass keine Beschädigungen aufträten. Schließlich sei St. Michael in Liptingen bereits Anfang des 18. Jahrhunderts erbaut worden und enthalte im Altarraum und Kirchenschiff wertvolle Wand- und Deckenverzierungen, die bei einer Restaurierung nicht in Mitleidenschaft gezogen werden sollten, ergänzt Pfarrer Billharz.

Der Restaurator Zierau erläutert, wie seine Kollegen und er den abgelagerten Schmutz der Jahrzehnte und Jahrhunderte „auf die Pelle rücken“: „Wir verwenden spezielle Trocken-Reinigungsschwämme, um die Verschmutzungen im Kirchenraum zu entfernen. Ein weiterer Bereich unserer Arbeit bei diesem Projekt ist die Reparatur von Rissbereichen, die aufgetreten sind. Diese werden von mir hinterfüllt und retuschiert.“ So werde das, was bewahrt werden soll, auch konserviert.

Eine beeindruckende Möglichkeit, Vertretern der Kirchengemeinde Fortschritte in der Restaurierung zu zeigen, seien sogenannte „Reinigungsmuster“, die Zierau und seine Kollegen an den Wänden und Decken der Kirche St. Michael anlegen. „An diesen Mustern kann man relativ einfach begutachten, wie groß der Unterschied vor und nach einer einfachen Reinigung im Innenraum bereits ist.“ Gemeinsam mit vorsichtigen Reparaturen und Retuschearbeiten entstehe so ein Kirchenraum, der wie neu erscheint.

Restaurierung seit 2. März

Wie Billharz erläutert, seien die Beschädigungen in St. Michael bereits über die vergangenen vier bis fünf Jahre hinweg beobachtet worden. Man habe sich daraufhin entschieden, die notwendigen Arbeiten im Kirchenschiff durchzuführen.

Das Budget, das die Gemeinde für die Maßnahme zur Verfügung habe, beläuft sich nach Angaben des Geistlichen auf etwa 80000 Euro. Diese Summe für die Arbeiten im Kirchenschiff sei ein Restbetrag, der noch von der Außenrenovation der Pfarrkirche St. Michael, die in den Jahren 2016 und 2017 in Liptingen für rund 472000 Euro durchgeführt worden war, übrig sei, sagt Billharz.

Laut dem Pfarrer seien die Gerüste für die Restaurierung bereits am Freitag, 2. März aufgestellt worden. Die Arbeiten sollen bis etwa Ende April andauern. Während dieses Zeitraums werden in St. Michael keine Gottesdienste abgehalten. Für die Gottesdienste unter der Woche stehe den Gläubigen in Liptingen die Martinskapelle zur Verfügung, sagt Pfarrer Billharz. In welcher Gemeinde die alle 14 Tage stattfindende Sonntagsmesse während des Restaurierungszeitraums von St. Michael stattfinde, könne dem Pfarrbrief entnommen werden.

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