Christiane Denzel
Christiane Denzel (Foto: Privat)
Schwäbische Zeitung

Seit zehn Jahren bietet Kräuterpädagogin Christiane Denzel Kräuterführungen in ihrer Bio-Gärtnerei in Liptingen an. Am Samstag steht die nächste an. Simon Schwörer hat mit ihr darüber gesprochen.

Frau Denzel, was wird auf der Frühlingskräuterführung alles gemacht?

Ich stelle 22 Wildkräuter vor. Bei der Führung geht es etwa durch die Gärtnerei, vorbei an einem Teich und durch ein Wäldchen. Dort stelle ich verschiedene Lebensräume und Kräuter vor und auch die Inhaltsstoffe der Kräuter und welche Wirkung sie auf den Körper haben.

Seit zehn Jahren machen Sie jetzt die Führungen: Warum hat das Interesse der Teilnehmer nicht abgenommen?

Wir machen bis zu vier Führungen pro Jahr und haben jedes Mal zwischen 20 und 40 Teilnehmer. Manche nehmen auch mehrmals teil, um zu verschiedenen Jahreszeiten andere Kräuter kennenzulernen. Ich glaube, dass die Leute das Gefühl haben, dass sie zurück zur Natur wollen. Sie wollen zur Naturheilung und die Kraft der Kräuter für sich gewinnen.

Welche Reaktionen bekommen Sie von den Teilnehmern?

Viele sind begeistert. Was ich oft höre: „Wie unterscheide ich Kräuter von Giftpflanzen?“ Einige kommen, um sich sicher mit Kräutern zu fühlen. Man kann vieles aus Büchern rauslesen, aber bei den Führungen lernt man die Pflanzen kennen.

Was sind die Aufgaben einer Kräuterpädagogin?

Ich bin von Haus aus Gärtnerin. Vor der Ausbildung zur Kräuterpädagogin kannte ich dadurch vor allem die Küchenkräuter. Eine Kräuterpädagogin beschäftigt sich mit wilden Kräutern. Man versucht, Zusammenhänge der Pflanzenwelt zu erklären. Etwa: Was ist essbar, was nicht? Woraus und wie kann man eine Salbe herstellen?

Kennt sich heute noch jemand mit Wildkräutern aus?

Ich bin 50 und schon in der Generation meiner Großeltern war dieses Wissen verloren. Bei älteren Teilnehmern kommt manchmal etwas wie: „Meine Oma hat das gemacht“. Viele kennen eher Heilkräuter, aber das Wissen über Wildkräuter in der Küche ist länger vergessen. Deswegen freue ich mich, dass die Leute Interesse haben, denn es ist eine Bereicherung des Speiseplans.

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