Nicole Henke ist seit Januar Schulsozialarbeiterin an der Witthohschule in Emmingen.
Nicole Henke ist seit Januar Schulsozialarbeiterin an der Witthohschule in Emmingen. (Foto: Linda Seiss)

Seit Anfang dieses Jahres kümmert sich Nicole Henke um die Sorgen und Probleme der Schüler in Emmingen-Liptingen. Sie ist die neue Schulsozialarbeiterin in der Emminger Witthohschule und der Liptinger Grundschule. Ihr Fazit nach den ersten sechs Wochen fällt positiv aus. Weiter helfen konnte Henke in dieser Zeit auch schon.

Ein Blick zurück: Ende November stand fest, dass es einen Nachfolger für den damaligen Schulsozialarbeiter Julien Jurado geben wird. Im Gespräch mit unserer Zeitung sagte Ulrich Schulz, zuständiger Bereichsleiter von „Mutpol“, dem Träger der Schulsozialarbeiterstelle über die Nachfolgerin Henke: „Das passte wie die Faust aufs Auge.“ Denn: Henke ist keine Unbekannte. Vor ihrer Elternzeit war sie schon einmal bei „Mutpol“ tätig. Zwei Jahre arbeitete sie anschließend an anderer Stelle in der Schulsozialarbeit, ehe sie zurück zu „Mutpol“ und damit an die Schulen in Emmingen-Liptingen kam.

„Ich bin an den Schulen sehr offen und herzlich empfangen worden“, berichtet Henke. Deshalb habe sie auch nach gut anderthalb Monaten schon das Gefühl, dass sie angekommen ist. „Ich werde gut integriert, war beim Wintersporttag und auch in jeder Klasse schon dabei.“

Wichtig ist Henke der Kontakt zu den einzelnen Schülern. „Die Kinder und Jugendlichen sollen wissen, dass sie in Krisensituationen zu mir kommen können, wenn es ihnen nicht gut geht“, sagt sie. In den Gesprächen gehe es nicht nur im schulspezifische Themen. „Da ist querbeet alles dabei.“ Sie betont: „Meine Arbeit hört nicht an der Schultüre auf.“ Denn haben die Schüler Probleme, dann begleitet sie Henke auch in ihrem Umfeld, beispielsweise bei Vereinen. Oder bei Hausbesuchen, wenn das Kind mit dem Problem nicht alleine zu den Eltern will.

Noch vor einigen Jahren hat es an weniger Schulen Schulsozialarbeiter gegeben. Ist der Bedarf gestiegen? „Ich denke, man hätte das früher auch schon gebraucht. Nur hat man nicht so versucht, sich in die Schüler hineinzudenken“, vermutet Henke. Sie sagt aber auch, dass der Bedarf heute höher sei. „Ganz viele Eltern sind berufstätig, an fast jeder Schule gibt es Lehrermangel, da fehlt dann die Zeit, auf die Schüler einzugehen.“

Druck durch scheinbar perfekte Welt in sozialen Medien

Aber auch die Digitalisierung und die damit verbundene Schnelllebigkeit sei ein Auslöser, weshalb die Kinder und Jugendlichen zu ihr kämen. Insbesondere die sozialen Medien setzten die Schüler unter Druck, „weil sie all das, was ihnen gezeigt wird, erreichen wollen“, schildert Henke und spielt auf die scheinbar perfekte Welt an, die vor allem den pubertären Jugendlichen vorgibt, wie man auszusehen und zu sein habe. „Das macht unzufrieden, wenn man nicht das erreichen kann, was in der heilen Welt vorgegaukelt wird.“

Ein weiteres Thema, um das sich Henke kümmert, ist die Streitschlichtung. Sie geht aber auch mit Sozialtrainings in die Klassen. Mit spielerischen Übungen können die Kinder und Jugendlichen soziale und emotionale Kompetenzen erwerben und trainieren, schildert Henke. In den Einheiten gehe es unter anderem um Aggressionsabbau, den Umgang miteinander, Empathiefähigkeit und Selbstwahrnehmung. In der fünften Klasse stehe das „Wir-Gefühl“ der Klassengemeinschaft auf dem Plan. In Form von Rollenspielen sollen die Schüler lernen, sich gegenseitig besser zu verstehen.

Henke ist außerdem Ansprechpartnerin für Lehrer und Eltern. Wenn ein Lehrer beispielsweise merkt, dass die Klasse Schwierigkeiten macht, dann setzt sie sich mit hinein, beobachtet das Unterrichtsgeschehen und bespricht ihre Eindrücke anschließend mit dem Lehrer, schildert sie das Vorgehen. „Ich schaue, dass ich immer ein Zeitfenster habe, in dem ich im Lehrerzimmer bin. Da bekomme ich dann vieles mit.“

Auch Eltern können Kontakt mit Henke aufnehmen. Das komme beispielsweise dann vor, wenn sie sich Sorgen machen. Unter anderem, weil sie denken, dass ihr Kind gemobbt wird, oder aber ein Problem mit einem Lehrer haben könnte.

„Die Arbeit ist wirklich sehr abwechslungsreich. Ich stehe in Kontakt mit den Kindern und Jugendlichen, aber auch mit den Lehrern und Eltern“, beschreibt sie. Seit Januar kam es auch schon vor, dass Henke am Ende des Tages sagen konnte, dass sie einem Schüler helfen konnte. Sie sagt lächelnd: „Das fühlt sich schon gut an, wenn ich sehe, dass die Gespräche etwas gebracht haben und das Kind etwas damit anfangen und auch umsetzten kann.“

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