So könnte das gärtnergepflegte Grabfeld in Liptingen aussehen.
So könnte das gärtnergepflegte Grabfeld in Liptingen aussehen. (Foto: Fotomontage: PM)
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Nach Entscheidung des Gemeinderats hat Emmingen-Liptingen bald eine Bestattungsform mehr für seine Bürger. Der Rat nahm am Montagabend zustimmend das Konzept gärtnergepflegter Grabfelder zur Kenntnis und beauftragte einstimmig weitere Vorbereitungen für die Einrichtung. Auf den Friedhöfen in Emmingen und Liptingen sind zunächst 35 Grabstelen für Urnen angedacht.

Bürgermeister Joachim Löffler erklärte, die Maßnahme werde nicht im Technischen Ausschuss, sondern im Gemeinderat behandelt, da sie die gesamte Gemeinde interessiere. Arnulf Hosch und Frank Teufel, die hierfür eine Arbeitsgemeinschaft bilden, warben in der Sitzung für die Grabfelder. „Es soll eine in sich geschlossene Anlage werden und ergänzend zum konventionellen Grab und zum Urnenkolumbarium sein“, sagte Teufel.

Das Besondere an dem Konzept: Die Anlage wird von der Arbeitsgemeinschaft gepflegt und erhält so ein stimmiges Gesamtbild. Die Hinterbliebenen eines Verstorbenen würden von der Pflege entbunden und so entlastet, sagte Hosch. Er ergänzte, dass das Konzept in Tuttlingen schon unter dem Namen „Garten der Erinnerung“ existiere. In Emmingen-Liptingen könnten die Grabfelder den Namen „Garten der Hoffnung“ tragen. „Man kann was tun, kann es aber auch lassen“, sagte Teufel. Durch die Bepflanzung solle ein Sammelgrabcharakter vermieden werden. Auch sei eine individuelle Gestaltung, wie etwa eine Blumenschale, möglich.

Bis zu drei Urnen könnten unter einer Stele eingelassen werden. Es sei aber auch eine Erdbestattung denkbar, erklärten die Verantwortlichen auf Nachfrage der Räte.

Grab muss erschwinglich bleiben

Bei den Räten kam das Vorhaben gut an: Gerhard Störk (Die Liste) sagte: „In den vergangenen Jahren ist es uns allen ein Anliegen gewesen, die Friedhöfe aufzuwerten. Das Konzept gefällt mir sehr, das ist eine echte Bereicherung für unsere Friedhöfe.“ Er gab jedoch zu Bedenken, dass eine Bestattung in dem Grabfeld auch für den Durchschnittsbürger erschwinglich bleiben müsse.

Kostenkalkulationen gebe es zu diesem frühen Zeitpunkt noch keine, erklärten die Verantwortlichen. Um jedoch eine Orientierung zu geben, nannten sie einen Wert von 4190 Euro, die ein Grab im Tuttlinger „Garten der Erinnerung“ koste. Darin enthalten seien sowohl Steinmetz- als auch Gärtnerarbeiten für eine Laufzeit von 20 Jahren. Auch Angelika Störk (Frauen initiativ) zeigte sich von der Maßnahme angetan, brachte aber an, dass der Friedhain der Gemeinde nun nicht stiefmütterlich behandelt werden dürfe.

Weitere Vorbereitungen folgen

Das Grabkonzept fand breiten Zuspruch unter den Räten. Nun sollen die Planungen verfeinert werden. Die Verwaltung wird die Friedhofsatzung überarbeiten und die Gebühren berechnen.

Über die Maßnahme insgesamt entscheidet das Gremium in einer späteren Sitzung.

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