Walter Sautter

Die Marseillaise hat am Sonntag auf dem Emminger Sportplatz niemand gesungen. Aber dort war eine durchaus frankophile Veranstaltung im Gange: Das 15. Boule-Turnier wurde ausgespielt. Es war gleichzeitig das achte Turnier zur Erinnerung an den ursprünglichen Initiator, Michael Renner.

Da wäre die eher blutrünstige Nationalhymne unserer westlichen Nachbarn deplatziert gewesen. Denn das Spiel sollte nach der Idee des Gründers verbinden. Nicht unbedingt ganze Völker, aber zumindest innerhalb der Doppel-Gemeinde und auch der Region sollte es eine Generationen übergreifende Breitensportveranstaltung sein. Und damit genau so geruhsam wie einst Bundeskanzler Konrad Adenauer in seinen Ferien im Süden die italienische Variante – Boccia - zelebriert hatte.

Das alles klappte auch diesmal. Genau nach der Idee seines verstorbenen Bruders Michael hatte Organisator Wolfgang Renner das Turnier empfunden. „Jung und Alt“ sei bei kameradschaftlichem und fairem „Spiel und Spaß“ zusammengekommen, befand er in seinem Dank an die exakt 111 Teilnehmer in 37 Mannschaften. Dazu kam auch der von Anfang an soziale Aspekt zur Geltung. Der Überschuss – im vergangenen Jahr waren es 1400 Euro - soll diesmal dem Musikverein Trachtenkapelle Emmingen für die Jugendarbeit zu Gute kommen. Zumal dieser Verein die einzige an die Spende geknüpfte Bedingung quasi übererfüllt hatte: Er war sogar mit drei Teams angetreten.

Im Wirtschaftsbetrieb hatten Wolfgang Renner und sein Team wieder jede Menge Helfer. Darunter war auch schon traditionell der „Freiwillige Kegelclub Emmingen“ mit seinem zum „Durst-Löschzug“ umfunktionierten Oldtimer. Damit wurde das – vielfach fässchenweise gespendete - Bier für den guten Zweck an den Mann gebracht. Diese Unterstützung sei selbstverständlich, befand Löschzug-Angehöriger Helmut Weber: Wenn man zum Dorf gehören wolle, „dann macht man bei dieser Aktion mit“.

„Jung und Alt“ wollte einst Michael Renner zusammenbringen. Da hatte diesmal der Zufall Regie geführt, damit dies tatsächlich in der Praxis erfolgte: Im Endspiel trafen drei kecke Jungs von der Fußball-D-Jugend als „Funky Monkeys“ auf die „Kammerjäger“ und holten nach einer Zitterpartie am Ende den dicksten Pott. Im kleinen Finale um Platz drei gewann die „Gruppe Marion“ gegen die „Freizeitbouler“. Bei letzteren waren immerhin zwei Generationen beteiligt: „Papa und Sohn“ stand auf den Trikots von Martin, Mario und Tom Suske.

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