Die Gemeinderäte diskutierten am Montag erneut über die geplante Arztpraxis in Liptingen.
Die Gemeinderäte diskutierten am Montag erneut über die geplante Arztpraxis in Liptingen. (Foto: dpa)
Marilena Berlan

Emmingen-Liptingen - Die Gemeinderäte aus Emmingen-Liptingen haben am Montagabend während ihrer Sitzung lange über die geplante Arztpraxis diskutiert. Eine Entscheidung ist nicht gefallen. Am Montag, 23. Juli, soll es nun ein Treffen zwischen Bürgermeister Joachim Löffler, dem neuen Investor von der HIS Gruppe, Markus Breinlinger, und den Gemeinderäten unter Ausschluss der Öffentlichkeit geben. In diesem Rahmen sollen die Räte den potenziellen Investor und seine Projekte kennenlernen.

„Mein Ziel ist es, nach diesem Gespräch das Go zum Baubeginn geben zu können“, sagt Löffler. Die Gemeinderäte drängen nach einer Entscheidung. Martina Auchter: „Ich möchte, dass der Gemeinderat noch vor der Sommerpause die Planung beschließt und dass wir über die Abläufe des Baus fortlaufend informiert werden.“ Angelika Störk sieht das ähnlich: „Weitere zeitliche Verschleppungen sind unerträglich und stellen den Gemeinderat und die Verwaltung als handlungsunfähig dar.“ Klaus Schönbrunn schließt sich den Äußerungen an: „Der Gemeinderat soll auf den Punkt kommen und nicht lange debattieren.“

Ein Treffen zwischen Löffler und Breinlinger hat es bereits vor der Gemeinderatssitzung am Montag gegeben. Einzelheiten aus dem Gespräch verriet Emmingen-Liptinges Bürgermeister allerdings nicht. Erst auf Nachfrage von Gemeinderätin Martina Auchter gab er nur so viel preis: „Es gibt vonseiten des Investors eine denkbare Zeitschiene, ebenso Angaben über die Höhe der Kosten. Zum jetzigen Zeitpunkt möchte ich mich nicht dazu äußern. Der Investor wird alle Zahlen den Gemeinderäten vorlegen.“

Derzeit noch unklar ist der Standort der Arztpraxis. Es stehen drei Varianten zur Auswahl (siehe Infokasten). Laut Löffler können auch weitere Vorschläge in Erwägung gezogen werden. „Der bevorzugte Standort für die geplante Arztpraxis in Liptingen ist die Mättlestraße.“ Das jedenfalls, so Löffler, lässt sich aus den Aussagen der Bürger während der Einwohnerversammlung vom 20. Juni heraushören. Die Gemeinderäte favorisieren hingegen den Standort an der Kirche.

Nach wie vor unklar ist auch die Finanzierung des Projektes. Martina Auchter und Angelika Störk sprechen sich für eine kommunale Praxis und für eine Finanzierung durch die Gemeinde aus. Das habe den Vorteil, dass die Gemeinde unabhängig über das Objekt entscheiden könne und das Sagen habe. Nachteil sei, dass sie die volle Finanzierung übernehme und damit den Haushalt belasten müsste. Außerdem sei die Gemeinde an eine Ausschreibung gebunden und könnte mit den Baufirmen nicht über die Preise verhandeln, da sie an öffentlich-rechtliche Vorschriften gebunden ist.

Eine weitere Möglichkeit der Finanzierung sei laut Löffler, dass ein Investor das gewünschte Objekt baut und die Gemeinde kauft die Praxis auf. Der Vorteil: Der Investor könne mit den Baufirmen über die Preise verhandeln, die Gemeinde habe kein hohes Investitionsvolumen und kein Kündigungsrisiko durch den Investor. Der Nachteil: Die Gemeinde sei in einer Eigentümergemeinschaft gefangen und ihre Selbstbestimmung eingeschränkt. Ebenso sei nach Angaben der Verwaltung eine Investition mit rund 700 000 Euro ein großer Finanzbrocken.

Die dritte Option wäre, dass der Investor das Gebäude baut und die Praxis an die Gemeinde vermietet. Der Vorteil: Die Finanzen im Haushalt würden geschont und die Ärzte könnten von der Gemeinde unterstützt werden. Der Nachteil: Die Praxis könnte durch den Investor gekündigt werden.

Zum jetzigen Zeitpunkt ist alles noch offen. Bleibt nun abzuwarten, dass das Gespräch der Gemeinderäte mit Breinlinger am 23. Juli für alle Beteiligten zufriedenstellend verläuft und der Baubeginn des Ärztehauses beschlossen werden kann.

Schließlich wünschen sich Emmingen-Liptingens Einwohner, so die Resonanz aus der Einwohnerversammlung nichts sehnlicher, als mit dem Bau der Arztpraxis zu beginnen, ihren jetzigen Arzt, Dr. Jürgen Kaufmann, behalten zu können und dass die Streitigkeiten im Gemeinderat endlich ein Ende haben.

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