Mit moderner Technik will die Feuerwehr Emmingen-Liptingen für die Zukunft gerüstet sein. Deshalb entstehen im Rahmen der Sanierung des Feuerwehrmagazins in Emmingen ein neuer Funkraum sowie ein Lager für die Gerätschaften. Die Besonderheit der Maßnahme: Auch während der Bauarbeiten muss der laufende Betrieb gewährleistet sein.

Container angemietet, um alle Einsatzmittel zu verstauen

In den ersten beiden Hallen im Emminger Gerätehaus geht es derzeit etwas enger zu. Mannschaftswagen, Anhänger, Pumpe, Einsatzkleidung und das wasserführende Löschfahrzeug sind dort untergebracht. Um alles zu verstauen, wurde für kälteunempfindliche Einsatzmittel, wie beispielsweise Schläuche, ein Container gemietet, der vor dem Feuerwehrmagazin aufgestellt ist.

Der Grund dafür sind die Arbeiten in der dritten Halle. Dort entstehen ein Lager und der neue Funkraum. Eine provisorische Wand aus Holzbrettern und Folien trennt die Baustelle von den anderen beiden Hallenteilen ab, „dass die Fahrzeuge und Klamotten nicht beeinträchtigt werden“, schildert Markus Neidhart, Gesamtkommandant der Feuerwehr Emmingen-Liptingen.

Die Herausforderung liege darin, dass die Einsatzfähigkeit auch während der Bauarbeiten gewährleistet sein muss, erläutert Neidhart. Eines der Probleme im Winter: „Wasserführende Löschfahrzeuge kann man im Winter nicht rausstellen, weil sonst der Wasserbehälter einfrieren würde“, schildert der Gesamtkommandant. Folgeschäden könnten ein geplatzter Wassertank oder geplatzte Rohrleitungen sein. Das Resultat: Die Fahrzeuge wären nicht mehr einsatzbereit.

Blick in die Zukunft bei den Planungen unerlässlich

All das habe im Vorfeld bedacht werden müssen, sagt er. „Ganz wichtig bei solchen Planungen ist es, an die Zukunft zu denken, um auch in zehn Jahren noch einsatzfähig zu sein“, betont Neidhart, der hauptberuflich bei der Feuerwehr in Konstanz im Einsatz ist. So wird in der Funkwerkstatt, die bei Einsätzen als Zentrale dienen soll, neben einem Serverschrank mit der Funktechnik auch ein Arbeitsplatz untergebracht sein. „Die Verwaltungsarbeit wird immer mehr bei der Feuerwehr“, weiß der Kommandant. „Der Raum soll den Gerätewarten die Möglichkeit geben, am Computer zu arbeiten“, nennt er einen weiteren Aspekt zur Nutzung des Raums.

Vor dem noch kahlen Zimmer, an dessen Wänden einige Kabel und Schläuche herausragen, zeigt Neidhart über den Eingang. Dort soll, wenn alles fertig ist, ein Monitor aufgehängt werden. Während sich die Kameraden die Einsatzkleidung anziehen, können sie den Einsatzort und den Grund der Alarmierung sehen. „Dann können sie sich mental einstellen, während sie sich umziehen“, schildert Neidhart.

Weil die Gemarkung von Emmingen-Liptingen recht groß sei, habe die Feuerwehr beide Stützpunkte, also den in Liptingen und in Emmingen, beibehalten. „So können wir die Leistungsfähigkeit gewährleisten und die Hilfsfrist einhalten“, sagt der Kommandant. Die Wehr schafft es im Normalfall also, innerhalb von zehn Minuten mit neun Mann an die jeweilige Brand- beziehungsweise Unfallstelle auszurücken.

Kosten und Maßnahmen

Die Gesamtmaßnahme ist mit 320000 Euro veranschlagt. 2019 sind im Vermögenshaushalt der Gemeinde Emmingen-Liptingen

157 000 Euro eingestellt. In den Jahren 2016 bis 2018 sind bereits 163000 Euro für die Ertüchtigung des Feuerwehrmagazins bereitgestellt worden. Im ersten Bauabschnitt sind, so berichtet es Gesamtkommandant Markus Neidhart, der Sozialraum und der Unterrichtsraum gemacht worden. Im Sommer soll dann in einem dritten Bauabschnitt die komplette Fahrzeughalle saniert werden.

Im Emminger Feuerwehrmagazin entsteht der Funkraum
2019 sind für Sanierungs- und Umbaumaßnahmen am Emminger Feuerwehrmagazin 157 000 Euro im Vermögenshaushalt veranschlagt. Die wasserführenden Löschfahrzeuge dürfen im Winter nicht in der Kälte stehen. Das könnte laut Gesamtkommandant Markus Neidhart unter anderem geplatzte Rohrleitungen zur Folge haben – und die Einsatzbereitschaft gefährden.
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