Walter Sautter

Die Gesamtgemeinde feiert in diesem Jahr den in einer St. Galler Urkunde dokumentierten 1200. Geburtstag des Ortsteils Emmingen. Stilgerecht eingeläutet wurde das Jubiläumsjahr am Sonntagabend mit einem Neujahrsempfang in der Witthohhalle.

Dessen von Bürgermeisterstellvertreter Richard Gnirß eröffnete 23. Auflage war erstmals für alle Bürger offen und mit rund 350 Gästen einige Nummern größer als gewohnt. Da gaben die „Triumphalen Szenen“ aus der Verdi-Oper „Aida“ durchaus die festliche Stimmung wieder. Gespielt wurden sie von einem Ensemble aus den Musikvereinen beider Ortsteile unter der Leitung von Thorsten Tritschler. Und dann ertönte auch noch ein ganz spezieller Knalleffekt: Die Zwickelflaschen mit dem Festbier der Wurmlinger Hirschbrauerei wurden für eine Art Salut-Schuss gleichzeitig „aufgeploppt“ – zum gemeinsamen Anstoßen auf das Jubiläumsjahr.

Die Ansprachen wurden im Doppelpack geboten: Zunächst hielt Professor Bernd Nolte – „der Quer- und Vorausdenker“ – ein ziemlich unterhaltsames Referat. Später, mit etwas trockenerer, aber örtlicher Materie, war Bürgermeister Joachim Löffler an der Reihe. Nach seinem Einstieg über weltpolitische (Reiz-)Themen zwischen Donald Trump und Greta Thunberg ging er auf die eigene Gemeinde sowie abgearbeitete und anstehende Aufgaben ein.

Im „durchaus guten“ Jahr 2019 wurden die Bauprojekte „Bäckerhägle“ und „Hundsrücken“ „im Millionenbereich“ umgesetzt. In die Breitbandversorgung wurden zehn Millionen Euro investiert. Der Erhalt der Witthohschule wurde durch die Aufnahme auswärtiger Schüler – mit gemeindeeigenem Beförderungssystem – gesichert. Und dank des privaten Engagements von Helmut Weber und Klaus Dieter Hein gibt es in Emmingen einen Einkaufsmarkt. Unter „Unerfreulichem“ registrierte der Schultes den vorläufigen Rückzug der Post aus Emmingen. Im Ausblick auf 2020 kündigte er die Erschließung von „Bäckerhägle III“ in Emmingen mit 31 Bauplätzen an und die Vorbereitung „Rechter Brühl“ in Liptingen. In Vorbereitung ist in Liptingen außerdem der Bebauungsplan „Gehren“.

Die Ausgaben für die Infrastruktur gehen auch nach den „Mega-Investitionen“ der vergangenen Jahre für Wasser und Abwasser (zwölf Millionen Euro) und Witthohhalle (sieben Millionen Euro) weiter. Jetzt steht der Kauf der neu gebauten Arztpraxis in Liptingen bevor, und in Vorbereitung ist der Kauf von Räumen für eine Arztpraxis in Emmingen.

Im Rahmen des Jubiläumsjahres kündigte der Bürgermeister auch einen Ehrungsabend für verdiente Bürger an. Die Träger des Ehrenringes der Gemeinde – Josef Keller und Kurt Breinlinger – sollen dabei zu Ehrenbürgern ernannt werden.

Und dann hat der Bürgermeister noch einen „Dankes-Marathon“ absolviert. Denn zahlreiche Bürger würden sich für die Gemeinde einbringen „und unser Gemeinwesen fördern, ausbauen und zu verbessern suchen“.

Der Festvortrag von Nolte hatte das „etwas sperrige Thema“ „Mittelständische Städte, Unternehmen und Gesellschaften – Chancen und Herausforderungen der Zukunft“, so die Ankündigung von Löffler. Der Referent dröselte den komplexen Inhalt indes auf eine schwäbische Kurzfassung auf: „SnS – Schaffe, net Schwätze“, war sein Credo. Dabei ging er vor allem auf durchweg positive schwäbische Tugenden ein, die er auch dem hiesigen badischen Landesteil zubilligte.

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