Benjamin Bach (von links), Ildiko Breinlinger, Doktor Jürgen Kaufmann, Bürgermeister Joachim Löffler und Markus Breinlinger ste
Benjamin Bach (von links), Ildiko Breinlinger, Doktor Jürgen Kaufmann, Bürgermeister Joachim Löffler und Markus Breinlinger stehen auf dem Grundstück in der Mättlestraße, auf dem das neue Ärztehaus gebaut werden soll. Im Hintergrund ist die alte Praxis zu sehen. (Foto: Linda Seiss)
Linda Seiss

Die Pläne für das neue Gebäude in der Mättlestraße in Liptingen, in das die Arztpraxis von Jürgen Kaufmann, eine Senioren-WG mit acht Plätzen sowie zwei Wohnungen kommen sollen, nehmen mehr und mehr Gestalt an.

Ende September hat der Gemeinderat dem Konzept der Tuttlinger HIS-Gruppe grünes Licht gegeben. Basierend darauf haben Markus Breinlinger und sein Team die Planungen weiter vorangetrieben. „Der Zuschussantrag ist gestellt“, berichtet Emmingen-Liptingens Bürgermeister Joachim Löffler. Dies bestätigt Nadja Seibert, Pressesprecherin beim Landratsamt Tuttlingen.

Erste Anfragen sind bereits eingegangen

„Ab nächster Woche können wir in die Bauantragsphase gehen“, erläutert Breinlinger im Gespräch mit unserer Zeitung. „Die Grundrisse sind soweit fertig.“ Sobald die Gemeinderäte den jetzigen Stand befürworten, würden diese auch öffentlich vorgestellt, so Breinlinger weiter.

Neben der etwa 200 Quadratmeter großen Arztpraxis, die im Erdgeschoss angesiedelt sein wird, wird das Haus auch Wohnraum für ältere Menschen bieten. Vorgesehen ist eine Senioren- und Pflege-WG mit acht Plätzen. Eine Einheit, bestehend aus Zimmer plus Bad, wird etwa 20 Quadratmeter groß sein, erklärt Breinlinger anhand eines Grundrisses. Über einen Pflegedienst soll eine 24-Stunden Betreuung angeboten werden. Über der WG befinden sich zwei Wohnungen, eine mit einer Grundfläche von 75, die andere mit 105 Quadratmetern. Angedacht sei, dass auch dort ältere Menschen Platz finden können, so Breinlinger.

Anfragen für Plätze in der Senioren- und Pflege-WG seien bei Breinlinger schon eingegangen. Er betont aber, dass erst alles Hand und Fuß haben solle, bevor vermietet beziehungsweise verkauft werde. Auch Gespräche mit möglichen Betreibern für die Pflege-WG hätten bereits stattgefunden. „Der Betreiber für die Pflege-WG steht aber ebenfalls noch nicht fest.“

Was die Praxis betreffe, sei der Arzt Jürgen Kaufmann vom Planungsbüro eingebunden worden, bestätigt dieser auf Nachfrage. „Wir haben auch zusätzliches Know-How von Ärzten eingeholt, die wir schon seit Jahren betreuen“, erläutern Breinlinger und seine Frau Ildiko. Die Gemeinde wird die Praxisräumlichkeiten kaufen. Stand jetzt sollen diese 800 000 Euro kosten. Breinlinger rechnet damit, dass die Gesamtkosten bis Ende Januar final kalkuliert sind. Bis dahin sei die Detailplanung abgeschlossen, bei der auch die Angebote eingeholt werden.

„Es ist wichtig und gut, dass neue Praxisräumlichkeiten entstehen“, findet Kaufmann. Die jetzigen seien nicht mehr zeitgemäß. Dabei denkt er an seine Patienten, die beispielsweise keinen behindertengerechten Eingang vorfinden. Aber er denkt auch an das Arbeitsumfeld seiner Mitarbeiter.

Baubeginn wohl im Frühjahr 2019

Potenziell würde die neue Praxis auch Platz für einen weiteren praktizierenden Arzt bieten. Im Moment gebe es noch keinen Kandidaten, berichtet Kaufmann und betont, dass er auf jeden Fall auf der Suche ist.

Kaufmann selbst kann auch Ärzte ausbilden. Das heißt, wenn ein Medizinstudent sein Studium abgeschlossen hat, kann er bei Kaufmann seinen Facharzt machen. „Ich habe derzeit niemanden in Aussicht, aber das ist auf jeden Fall eine gewünschte Option.“ Bei der Kassenärztlichen Vereinigung müsste er das noch genehmigen lassen. Aber das sei reine Formsache, berichtet er.

Vorstellen kann sich Kaufmann auch, einen „Kollegen, der fertig ist“, in die Praxis einzubinden. „Das ist genauso interessant und gewünscht“, stellt er klar. Er befinde sich derzeit auch in Gesprächen, konkret sei aber „leider noch nichts“.

Und wann soll mit dem Bau begonnen werden? „Wir erwarten bis Ende April die Entscheidung zum ELR-Antrag der Gemeinde“, schildern Markus und Ildiko Breinlinger. Bevor dieser Zuschussantrag des Entwicklungsprogramms Ländlicher Raum nicht bewilligt sei, dürften sie nicht bauen. Bis Ende Januar, so schätzen sie, sollte auch die Baugenehmigung erteilt sein. Dann beginne die Vorlaufphase, in der unter anderem die Baustelle eingerichtet werde. Vor dem Frühjahr 2019 sei der Baubeginn also gar nicht möglich. Die Bauzeit betrage etwa zwei Jahre. Also könnte das Gebäude bis Frühjahr 2021 fertig werden.

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