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Im Fokus der Gemeinderatssitzung im Rathaus in Emmingen ist am vergangenen Montag die erste Änderung des Bebauungsplans „Bäckerhägle“ gestanden. Die Änderung läuft in einem beschleunigten Verfahren. Die Fläche im östlichen Teil des Gebiets wird für die Landwirtschaft freigegeben. Grund dafür ist der Lärm, der aus dem Gewerbegebiet in die Siedlung schallt. Der Änderungsentwurf wurde einstimmig beschlossen.

Bürgermeister Joachim Löffler erklärte, in den östlichen Bereich des Gebiets hätten ursprünglich weitere Wohnhäuser kommen sollen. Doch die Geräuschkulisse aus dem Gewerbegebiet könne zu Konflikten führen. Deshalb habe sich die Gemeinde für diesen Schritt entschieden.

Stadtplaner Rüdiger Stehle präsentierte die geplanten Änderungen im Bebauungsplan „Bäckerhägle“. Die ursprüngliche Fassung sei seit dem Jahr 2002 rechtskräftig. „Erste Gebäude sind dort bereits gebaut“, sagte er. „Die wesentliche Änderung ist nun die Rücknahme der Baugebietsausweisung im öffentlichen Bereich“, sagte der Planer. Damit würden 27 Baugrundstücke im östlichen Teil aufgegeben. Das Gebiet werde als landwirtschaftliche Fläche ausgewiesen und komme später wieder in den Flächennutzungsplan, erklärte Stehle.

Parkplatzvorschläge diskutiert

Löffler erklärte, Parkplätze gebe es auf der ursprünglichen Planung zu wenig. „Es soll zumindest so sein, dass man ein paar Leute zu sich einladen kann, ohne dass die bei der Festhalle parken müssen“, machte er deutlich. Stehle berichtete, zum einen könnten an vier Standorten mehrere Parkplätze errichtet werden. So würden 24 Stellplätze entstehen, zwei mehr als bei der bisherigen Planung. Als Alternative präsentierte er, die Straßen von 5,50 Metern auf 6,50 Meter zu verbreitern. Wenn später die jeweiligen Grundstückseinfahrten feststünden, schaue man, wo ein Parkplatz an den Fahrbahnrand passe. Durch die Straßenbreite gebe es dann keine Behinderungen. Wenn man mit einem Parkplatz pro Grundstück rechne, ergebe dies eine Zahl von 30 bis 40 Parkplätzen. Der Vorteil: Im Gegensatz zur anderen Lösung seien die Parkplätze breiter verteilt. Für viele Räte war die Straßenbreite von 6,50 Meter überdimensioniert. Andreas Zeiser-Radtke erklärte etwa, diese Straßenbreite sei „Wahnsinn“. Auch seien für solche Straßen die Erschließungskosten teurer. Demnach wurde vom Rat die Straßenbreite auf 5,50 Meter Breite festgesetzt: bei acht Ja-Stimmen zur Beibehaltung der ursprünglichen Breite, einer Nein-Stimme und einer Enthaltung.

Geplante Änderungen vorgestellt

Im Anschluss ging es darum, den Bebauungsplan „Bäckerhägle“ an aktuelle, moderne Standards anzupassen. „Man macht es nicht mehr wie in den 70er Jahren, dass man die Bauform auf das Satteldach beschränkt“, erklärte Stehle. Heute sei die Gestaltung freier, etwa mit Pultdächern oder Zeltdächern. Laut den Sitzungsbeilagen des Gemeinderats sollen keine Vorgaben mehr für Dachformen und Dachneigungen gemacht werden. Jedoch ist die Wandhöhe der Häuser auf 6,50 Meter und die Firsthöhe auf 8,50 Meter begrenzt.

Auch zur Diskussion gestellt wurde, Bauplätze für Mehrfamilienhäusern auszuweisen. Hierfür stellten Stehle und Löffler zwei Standorte vor. Thomas Renner sprach sich dagegen aus: „Das verändert den Charakter dieses Wohngebiets negativ.“ Auch Angelika Störk war gegen mögliche Mehrfamilienhäuser in dem Baugebiet: „Leute, die schon gebaut haben, bekommen dann hohe Häuser vor die Nase. Das gefällt mir nicht.“ Die Grundsatzfrage, ob Plätze für Mehrfamilienhäuser ausgewiesen werden sollen, wurde danach mit großer Mehrheit und zwei Enthaltungen abgelehnt.

Richard Gnirß bemängelte einen fehlenden Spielplatz in dem Wohngebiet: „Für alles kucken wir, aber Kinder sollen auf der Straße spielen.“ Sein Antrag hierzu wurde mit acht Ja-Stimmen, einer Nein-Stimme und einer Enthaltung aufgenommen.

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