Teure Sanierungsarbeiten stehen in Durchhausen an

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Silvia Müller

Die Sanierungsmaßnahmen des Rat- und des Vereinshauses in Durchhausen stellen den Gemeinderat derzeit vor schwerwiegende Entscheidungen. Abgezeichnet hat sich das Thema bereits vor einem Jahr, als im Zuge der Dorfbegehung klar wurde, dass zumindest im Vereinshaus etwas geschehen muss. Die Überlegung, das Rathaus mit einzubeziehen, erschien logisch, denn die Heizungsanlage des Verwaltungsgebäudes ist annähernd 30 Jahre alt.

Bereits in der Sitzung im Mai stellte der Trossinger Ingenieur Stefan Gsellinger das Energiegutachten vor, das er erstellt hatte. Aus diesem ging hervor, dass die hölzerne Unterkonstruktion des Bodens im Erdgeschoss des Vereinshauses vermodert ist und sich abgesenkt hat. Die Stromheizung des Gebäudes ist nicht mehr zeitgemäß und verschlingt Unsummen. Die Heizungsanlage des Rathauses ist ebenfalls sanierungsbedürftig.

Weiterhin hat Gsellinger festgestellt, dass ein Fenstersims im Dachgeschoss des Rathauses abgedichtet werden muss, denn dort dringt Wasser ein. An einigen Stellen des Fachwerkes haben sich Bretter gelöst, Vögel nisten dort und bieten Fliegen beste Lebensbedingungen. Fachplaner Martin Westhauser aus Wurmlingen stellte in der jüngsten Gemeinderatssitzung nun seine Vorschläge für die Erneuerung der Heizung beider Gebäude und die zu erwartenden Kosten vor.

Rat- und Vereinshaus zentral beheizen

Dabei stellte er die Varianten Öl, Pellets und Flüssiggas gegenüber. Weiterhin erklärte er den Ansatz, Rat- und Vereinshaus von einer Zentrale aus zu beheizen, oder zwei Einzelanlagen zu installieren. Für das Vereinshaus würden bei jeder Variante die Kosten für die Ausstattung mit Heizkörpern, Leitungen und Regelwerk in Höhe von 40 600 Euro entstehen. Die Versorgung mit Flüssiggas würde bedeuten, dass ein unterirdischer Tank verbaut werden muss.

Aus der Aufstellung ging hervor, dass alle Möglichkeiten hinsichtlich der Kosten nicht weit auseinander liegen und dass immer rund 100 000 Euro aufgewendet werden müssen. Bürgermeister Simon Axt konnte im Vorfeld in Erfahrung bringen, dass die Heizungsanlage für das Vereinshaus über ELR-Mittel (Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum) förderfähig wäre. Eine Entscheidung für die Pelletlösung hätte die größten Aussichten, diese Förderung auch zu erhalten. Allerdings konnten sich die Gemeinderäte angesichts der hohen Kosten und vor dem Hintergrund der anstehenden Entscheidung in Sachen Gestaltung der Dorfmitte in der Sitzung noch nicht zu einer Entscheidung durchringen. Diese wird nach der Sommerpause im September fallen.

Sanierungsbedürftiger Boden im Vereinshaus

Die Kostensituation der notwendigen Sanierungsmaßnahmen im Rat- und Vereinshaus stellte der Trossinger Architekt Jochen Möller vor. Die Arbeiten am Dach und am Fachwerk des Rathauses würden knapp 70 000 Euro verschlingen, der dringend sanierungsbedürftige Boden des Vereinshauses würde zusätzlich knapp 41 000 Euro kosten. Die Maßnahme des Vereinshauses ist förderfähig, die des Rathauses hingegen nicht.

Für die Gemeinderäte stand der Beschluss in Zusammenhang mit der Entscheidung, ob die Heizung erneuert und welche Heizart gewählt wird. Sie waren sich einig, dass es Sinn macht, im Falle einer neuen Heizungsanlage, die Versorgung gleichzeitig mit dem neuen Boden zu verbauen. Die nicht förderfähigen Kosten für das Rathaus sähen die Gemeinderäte lieber in der Zukunft. Dass Stellen abgedichtet werden müssen, durch die Wasser eindringt, verstand sich von selbst. Auch der endgültige Beschluss wird in der September-Sitzung gefasst.

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