Bürger wollen Ortsmitte mitgestalten

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Allmählich wird das Haus in der Dorfstraße 47 dem Erdboden gleich gemacht.
Allmählich wird das Haus in der Dorfstraße 47 dem Erdboden gleich gemacht. (Foto: Silvia Müller)
Silvia Müller

Erneut hat die Neugestaltung der Ortsmitte den Gemeinderat von Durchhausen umfangreich beschäftigt, und wieder hat das Thema zahlreiche Einwohner in den Ratssaal gelockt. Geplant sind eine Informationsveranstaltung und eine Bürgerwerkstatt zur Gestaltung des Orts und der Ortsmitte im September.

In der Sitzung im April wurde eine Projektidee bekannt gegeben, die vorsieht, anstelle der beiden abgebrochenen Häuser in der Dorfstraße 47 und der Stiergasse 2 zwei Mehrfamilienhäuser zu errichten. Das rief Gegner auf den Plan und eine Bürgerinitiative formierte sich. Deren Mitglieder übergaben dem Gemeinderat in der Sitzung im Mai eine Liste mit 200 Unterschriften, die sich gegen den Bau aussprachen.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde klar, dass eine Bürgerbeteiligung erwünscht und notwendig ist, um die Fläche in der Ortsmitte neu zu gestalten. Zumal im Rahmen der Sitzung ein Ehepaar aus Durchhausen einen weiteren Vorschlag für zwei Mehrfamilienhäuser vorlegte. Um diesen Vorgang von einer neutralen Person ordnen zu lassen, hat sich Durchhausens Bürgermeister Simon Axt an den Mediator Thomas Uhlendahl aus Freiburg gewandt.

Bürgerintiative verfasst Rundschreiben

Gemeinsam mit ihm fand wenige Tage vor der jüngsten Gemeinderatssitzung ein Gespräch zwischen Axt und Vertretern der Bürgerinitiative statt. Dieses wurde von allen Beteiligten als gut und konstruktiv empfunden. Man wurde sich einig, dass man die Gemeinde Durchhausen positiv nach vorne bringen wolle. Nach reiflichen Überlegungen hatte sich Axt dazu entschieden, zu einem achtseitigen Rundschreiben Stellung zu nehmen, das von Mitgliedern der Bürgerinitiative an die Haushalte der Gemeinde verteilt worden war.

Darin wurde ihm unter anderem vorgeworfen, er habe die Einwohner in der Gemeinderatssitzung im Mai nicht zu Wort kommen lassen und die Diskussion abgewürgt. In Anbetracht der Tatsache, dass ein eineinhalbstündiger Austausch stattgefunden hat, in dem viele der Anwesenden entgegen der geltenden Sitzungsordnung ihre Meinung sagen konnten, hielt das Gemeindeoberhaupt den Vorwurf für unbegründet.

Weitere große Bedeutung hatte der zuerst vorgestellte Planentwurf der Architektin Helena Schaab. An diesem Thema hielten sich einige Mitglieder der Bürgerinitiative lange auf. Dabei ging es ihnen darum, ob sie die Berufsbezeichnung „Architektin“ führen darf oder nicht. Das wurde an der Eintragung in der Architektenliste bei der Handwerkskammer fest gemacht. Diese Diskussion versuchte zuletzt Gemeinderat Thomas Beck zu beenden, indem er sagte, dass das ein Nebenschauplatz sei, um den es in der Sache gar nicht gehe. Helena Schaab habe das entsprechend Studium absolviert und sei somit kompetent.

„Keinen kommunalpolitischen Dauerkonflikt“

Dem pflichtete auch Siegbert Merz zu. Heinz Frey, der als Zuhörer anwesend war, mahnte: „Ich möchte einen kommunalpolitischen Dauerkonflikt, wie er in Spaichingen und Denkingen stattfindet, in Durchhausen vermieden wissen.“

Da der etwaige Bau der Mehrfamilienhäuser aus ELR-Mitteln (Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum) gefördert werden könnte, war Holger Fischer vom gleichnamigen Freiburger Planungsbüro in der Sitzung anwesend. Er stellte den Gemeinderäten die Möglichkeit vor, über die Bürgerbeteiligung als Schwerpunktgemeinde in das ELR-Programm aufgenommen zu werden. Dieser Gedanke wurde von den Gemeinderäten begrüßt und von den Mitgliedern der Bürgerinitiative gern gehört.

Ende September soll eine Bürgerinformationsveranstaltung stattfinden. Daran schließen sich eine sogenannte Bürgerwerkstatt zu den Bereichen Gestaltung der Ortsmitte und Gestaltung des Dorfes an. In diesen Prozess soll auch die Jugend der Gemeinde eingebunden werden.

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