Wie der Vater, so der Sohn...

Lesedauer: 8 Min

Gutes Gespann: Auch dank der Tipps von Vater Patrick Kupferschmid (rechts) lernt Sohn Luca viel beim Ringen dazu. Ab September
Gutes Gespann: Auch dank der Tipps von Vater Patrick Kupferschmid (rechts) lernt Sohn Luca viel beim Ringen dazu. Ab September wird der 14-Jährige in der Aktiven-Mannschaft des SV Dürbheim ringen. (Foto: Privat)

Es gibt Namen, die sind eng mit Vereinen verbunden. Bei den Ringern des SV Dürbheim sind dies Zepf, Dreher, Mattes oder eben Kupferschmid. Ende der 80er-Jahre standen mit Vater Karl sowie den Brüdern Dirk und Patrick gleich drei Kupferschmids gleichzeitig in einer Mannschaft auf der Matte. Ab September wird ein weiteres Kapitel dieser sportlichen Familiensaga aufgeschlagen.

Zum Saisonstart der Verbandsliga Württemberg beim AV Hardt könnte Luca Kupferschmid – Sohn von Dürbheims Sportvorstand Patrick Kupferschmid – am Freitag, 7. September, erstmals im Aktivenbereich für den SVD ringen. Momentan bereitet sich der 14-Jährige mit den Aktiven auf die Saison vor. Zweimal in der Woche trainiert er im Verein. Eine weitere Einheit absolviert Luca Kupferschmid am Ringer-Stützpunkt in Aichhalden sowie bei den zentralen monatlichen Lehrgängen des Württembergischen Ringerverbands (WRV) in Ehningen.

Damit ist der Bewegungsdrang und der Ehrgeiz von Kupferschmid Junior aber längst nicht gestillt. „Oft trainiert er schon bei den Schülern mit, bleibt aber länger in der Halle, um dann noch mit den Aktiven zu üben“, verrät sein Vater. Der Fleiß zahlt sich aus. Beim zehnten Jugend-Donaucup in Tuttlingen vor wenigen Wochen landete der B-Junior in der Klasse bis 54 Kilogramm auf dem zweiten Platz.

Trainingsfleiß von Luca Kupferschmid zahlt sich aus

„Daran sieht man: wer zielstrebig ist, kommt auch zu Ergebnissen“, sagt Patrick Kupferschmid. In der Mühlauhalle hatte sein Sohn vier Kämpfe bestritten, davon drei gewonnen. Neben den Schultersiegen gegen Maximus Kallab (TSV Ehningen) und Benjamin Dittrich (VFK Eiche Radolfzell) siegte er auch gegen Gianni D’Ernesto (VFK Eiche Radolfzell) nach Punkten (4:4, auf Grund der höheren Wertung).

Bei der Deutschen B-Jugend-Meisterschaft in Herdecke hatte er im April gegen D’Ernesto noch 1:3 verloren. Nach Punktniederlagen gegen Hannes Thiesler (AC Taucha/0:15) und Ranjet Holstein (KFC Leipzig/1:6) sowie einem Schultersieg gegen Axel Fabiunke (SV Berlin) landete Kupferschmid auf dem respektablen achten Platz. Damit war er vom Turniersieg in seiner Gewichtsklasse bis 57 Kilogramm noch ein Stück entfernt. Dass er aber auch als DM-Achter mit der nationalen Spitze mithalten könne, ließ sein Vater durchblicken.

Der WRV habe bei Vorbereitungslehrgängen darauf geachtet, wie gut die Nachwuchsathleten ihr Gewicht halten können. Dementsprechend wurde nominiert. „Der Verband möchte, dass die Kinder ihre technischen Fähigkeiten verbessern und nicht Gewicht machen“, meinte Patrick Kupferschmid. „Ich finde das umsichtig, die Kinder sollen das Ringen erlernen und nicht das Abkochen.“

„Ungleichgewicht“ verhindert besseres Ergebnis bei DM

Weil andere Landesverbände ihre Nachwuchsringer Gewicht abkochen lassen, habe sein Sohn in Herdecke gegen schwerere Athleten antreten müssen. Als Beispiel führt Vater Kupferschmid den bayerischen Verband an. Obwohl zwischen dem Wiegen am Freitag und dem Finale am Sonntag zwei Kilogramm Differenz erlaubt waren, hätten zwei Nachwuchsringer aus dem Nachbarland die Toleranz überschritten. Wegen dieses Ungleichgewichts sei der achte Platz für seinen Sohn ein „toller Erfolg“. Patrick Kupferschmid geht davon aus, dass der Wettbewerb in den nächsten Jahren gerechter wird. „Der Verzicht auf die Toleranz wird kommen“, sagt er.

Wichtiger als das Ergebnis bei der erstmaligen DM-Teilnahme sei aber der Wettkampf – das Messen mit den Besten Deutschlands – für Luca Kupferschmid gewesen. „Das ist ein Zugewinn. Der Lerneffekt über Wettkampfminuten ist unersetzlich“, sagt sein Vater. Und Luca ergänzt: „Es war schon eine Herausforderung, sich auf die Kämpfe immer neu einzustellen. Vor dem ersten Kampf war ich nervös. Dann habe ich mich aber nur auf meine Kämpfe konzentriert.“ In der kommenden Saison wird er im Verbandsliga-Kader der Dürbheimer noch mehr dazulernen. Als Stammringer ist er noch nicht eingeplant. „Er soll behutsam herangeführt werden.“ Doch in kleinen Vereinen ist die Personaldecke meist nicht sehr üppig bestückt. „Deshalb“, so Kupferschmid mit einem Augenzwinkern, „kann es mit Einsätzen im Team schnell gehen“.

Den Kontakt zum Ringen hat Luca Kupferschmid bereits seit dem Kleinkindalter. „Ich war lange Schülertrainer in Dürbheim, so habe ich Luca schon früh mit ins Training genommen“, erzählt Patrick Kupferschmid. Erst vor zwei Jahren entschloss sich sein Sohn, der auch beim SV Wurmlingen, dem Wohnort der Kupferschmids, Fußball gespielt hatte, nur noch zu ringen. „Das ist eine vielseitige Sportart – Kraft, Kondition und Koordination sind gefordert“, sagt Luca Kupferschmid und erklärt damit, warum er sich für das Ringen entschieden hat.

Im nächsten Jahr will sich Luca Kupferschmid bei den Aktiven reinkämpfen und sich möglichst wieder für die Deutschen Einzelmeisterschaften qualifizieren. Dann im Altersbereich der A-Jugend. Nicht nur sein Vater, sondern auch der gesamte SVD freut sich über die bisherige und eine weitere positive Entwicklung. Schließlich, sagt Patrick Kupferschmid, sei die Basis für den SVD ausschließlich die Jugendarbeit. „Wir können als Verein nur bestehen, wenn die Jugend nachkommt und dies geschieht ausschließlich über den Spaß am Ringen, der nie zu kurz kommen darf“, sagt er.

SV Dürbheim erlebt Ansturm im Nachwuchsbereich

Derzeit erlebt der Verein einen Ansturm von am Ringen begeisterten Kindern. Erstmals wurden zur kommenden Saison zwei Schülermannschaften angemeldet und es besteht, zusätzlich zum Schüler-Team, eine Bambini-Trainingsgruppe mit rund 15 Kindern ab fünf Jahren. Vielleicht finden sich dort die nächsten Jahre weitere Vater-Sohn-Gespanne. Das hat in Dürbheim Tradition. „Viele unserer Stammringer sind über ihre Väter zum Ringen gekommen“, meint Patrick Kupferschmid – auch aus eigener Erfahrung.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen