Franz Dreher

Von wegen lockeres Campen und Feiern in freier Natur: Das was die junge Generation beim internationalen Treffen am Donnerstag den Gästen präsentierte, weckt Hoffnung darauf, dass ein Zusammenwachsen über die alten europäischen Ländergrenzen hinaus doch noch möglich werden könnte.

Das von langer Hand vorbereitete Zeltlager auf dem Hummelsberg bietet in diesen Tagen einen idealen Rahmen für junge Menschen, womöglich vorhandene Vorurteile abzubauen. (Wir haben mehrfach berichtet) Das organisierende Team, bestehend aus verschiedenen Jugendreferaten und Institutionen des Landkreises, hat dabei keine Mühen gescheut, eine perfekte Mischung aus sportlichen und kulturellen Angeboten auf die Beine zu stellen.

Wie Vorstandssprecher Markus Sell erklärt, habe man sich natürlich im Vorfeld ein durchdachtes Konzept ausgefeilt, damit man beim europäischen Erasmus-Plus-Programm überhaupt eine Chance hat, an die begehrten EU- Fördermittel heran zu kommen. Denn die Jury der Zentrale für die Jugendbildung erteile den Zuschlag für eine so große Jugendbegegnung nur für die besten Anträge. Natürlich spielte auch der ideale Platz auf dem Klippeneck eine wesentliche Rolle. Dank der guten Kooperationen mit dem Denkinger Fußballverein und dem Luftfahrtverband konnte eine saubere Infrastruktur samt den stehen gebliebenen Zelten des FSV-Fußballlagers übernommen werden.

Lob aus der Politik

Auch die geografische Lage mit rund 1000 Metern über der Meereshöhe passe prima zum symbolträchtigen Motto „Europe on top“ dieses internationalen „Jugendgipfeltreffens“ fügt Sell an. Und in den vom Populismus geprägten Zeiten von „Amerika first“ müsse man mit solchen Aktionen Zeichen dagegen setzen.

Das Einstehen für die europäische Idee ist auch von den Repräsentanten aus der Kreispolitik, dem Handwerk und der Europaunion unterstrichen worden. So überzeugten sich Landrat Stefan Bär, Sozialdezernent Bernd Mager, die Kreisräte Bürgermeister Bernd Haller und Bernhard Schnee und auch Handwerkskammerpräsident Gotthard Reiner vom Erfolg der Völker verbindenden Aktion.

Nach einigen witzigen Spielen zum Durchmischen der bunten Gemeinschaft hieß es im Gemeinschaftszelt, einige Fragen, natürlich in der englischen Lagersprache, zu beantworten. Dabei wurden weitgehend übereinstimmende Wünsche für weitere Jugendtreffen und ein friedliches und gemeinsames Zusammenwachsen unter dem gemeinsamen Europadach zu Papier gebracht. Allerdings galten die Fragen auch den großen Problemen wie dem Drogenkonsum und mangelhafter Bildung.

Der 16-jährige Lagerteilnehmer Jannik Link aus Villingendorf berichtet, dass er erst zwei Tage nach Beginn des Treffens dazu gekommen ist. „Ich wurde jedoch sofort von allen positiv aufgenommen“, freut sich der Gymnasiast. Besonders haben ihn die verschiedenen „Länderabende“, die Exkursionen und die Gespräche beeindruckt. Unter der gezielten Moderation der Betreuer habe er ernsthafte und bereichernde Begegnungen Flüchtlingen erleben dürfen.

Fabian Schuhbauer und Silas Müller aus Weilheim haben beobachtet, dass nach kurzer Auftauzeit und anfänglichen Sprachproblemen das Kennenlernen der andersartigen Kulturen tolle Erfahrungen waren. Bei künftigen Treffen wären beide wieder gerne dabei, fügen dann – nicht ganz ernst gemeint - hinzu, dass dann vielleicht ein Bus zu den Duschen in die Fliegerhalle fährt. Denn das war manchen schon ein Dorn im Auge und wurde zum running Gag: der lange Weg zu den Duschen.

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