Räte machen sich Bild vom Zustand des Waldes

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Wie der Aldinger Wald zukünftig aussehen soll, hat Revierförster Siegmund Scheu (rechts) bei der Forstbegehung erklärt.
Wie der Aldinger Wald zukünftig aussehen soll, hat Revierförster Siegmund Scheu (rechts) bei der Forstbegehung erklärt. (Foto: Silvia Müller)
Silvia Müller

Für die Gemeinde Aldingen steht die Forsteinrichtung für die kommenden zehn Jahre an. Dazu haben sich Bürgermeister Ralf Fahrländer und einige Mitglieder des Gemeinderates nun ein Bild gemacht.

Forstamtsleiter Frieder Dinkelaker und Revierförster Sigmund Scheu führten die Abordnung durch den Gemeindewald und stellten exemplarisch für die künftige Planung drei Waldbilder vor. Die Gruppe traf sich auf dem Parkplatz des Schwäbischen Albvereins am Ortsrand von Aixheim.

Am Hagenbach sahen die Räte das erste, sehr spezielle Waldbild. Nach der Renaturierung im Jahr 2012 sind kurz oberhalb des Hagenbaches auf einer Fläche, die rund 1400 Festmetern Holz entspricht, Erlen aus Naturverjüngung herangewachsen. Dort ist die Vegetation so dicht, dass das Gebiet nicht mehr begehbar ist. Die Natur kann sich dort ungestört entwickeln. Diese Maßnahme erbrachte der Gemeinde seinerzeit 189 000 Ökopunkte. Am Ufer des Baches, in Richtung Gemeinde, steht ein Fichtenbestand, der dort keine guten Bedingungen hat, denn für dieses Nadelholz ist der Boden viel zu nass. „Fichte – Ziel Eiche“, nannte Frieder Dinkelaker die angedachte Maßnahme. Auf einer Fläche von 1,2 Hektar könnten die Fichten geerntet werden, um dann Eichen heran wachsen zu lassen. „Doch die Gemeinde ist der Eigentümer und trifft somit die letzte Entscheidung“, fügte der Forstamtsleiter hinzu. Schon während der Waldbegehung sprach sich Bürgermeister Ralf Fahrländer für diese sinnvolle Umgestaltung des Waldes aus.

„Vom Besonderen zum Normalen“, so nannte Revierförster Sigmund Scheu die zweite Station der Waldbegehung. Im Nettenwald begutachteten der Bürgermeister und die Gemeinderäte einen recht homogenen, rund 22 Hektar großen Bestand, bewachsen mit etwa 60 Prozent Fichten. Bei der vergangenen Forsteinrichtung sei geplant worden, jedes Jahr 100 Festmeter Holz pro Hektar, auf zwei Hiebe verteilt, zu ernten. Laut Revierförster habe das so gepasst. Auch für diesen Wald ist das langfristige Ziel eine Umgestaltung des Bestandes. „Fichte – Ziel Tanne“, lautet das auch für den Nettenwald. Dinkelaker und Scheu empfahlen, im Lauf der Jahre hier eine gute Durchmischung von Tanne und Buche anzustreben. „Die Fichte ist in der Aufzucht zwar unkomplizierter als die Tanne. Sie erbringt auch mehr Gewinn im Verkauf, doch sie ist weitaus anfälliger für den Borkenkäfer und die Rotfäule als die Tanne“, erklärte Frieder Dinkelaker.

Im dritten Waldbild, im Bereich Pfarrwald, war ein sehr alter Bestand an Fichten und Tannen zu sehen. Um einem Wertverlust zuvorzukommen, wurde für diesen Abschnitt die Ernte empfohlen. Grundsätzlich ist es Ralf Fahrländer allerdings wichtig, bei allem Ertrag die ökologische Funktion des Waldes nicht aus dem Blick zu verlieren.

Abschließend stellten der Forstamtsleiter und der Revierförster in digitaler Form die Zahlen vor: Demnach empfahlen sie einen Hiebsatz von jährlich 6,1 Erntefestmeter pro Hektar Fläche. Auf 38,3 Hektar soll Jungbestandspflege betrieben werden und auf 15,6 Hektar soll der Bestand verjüngt werden. Dabei soll lediglich ein Drittel angebaut werden, zu zwei Dritteln soll die Naturverjüngung genutzt werden. Die Zahlen verstanden sich als Planung zur Kenntnisnahme. Die Forsteinrichtung wird in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen vorgestellt und verabschiedet.

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