Ulrich Wesners Leidenschaft gilt Schiffen, Flugzeugen und Katapulten im Kleinformat

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Für sein Hobby hat Ulrich Wesner in seinem Eigenheim im Laufe der Zeit mehrere Montageräume eingerichtet.
Für sein Hobby hat Ulrich Wesner in seinem Eigenheim im Laufe der Zeit mehrere Montageräume eingerichtet. (Foto: Karl-Otto Gauggel)
Karl-Otto Gauggel

Die eintrittsfreie Ausstellung, bei der Ulrich Wesner vor Ort für Erklärungen und Fragen zur Verfügung steht, ist am Sonntag, 26. Mai, von 10 bis 12 Uhr und von 13.30 bis 17 Uhr geöffnet.

Ob im Flur, in den einzelnen Zimmern oder im Wintergarten: Fast überall in Ulrich Wesners Wohnhaus am Brühlweg in Harthausen auf der Scher sind die Modelle zu sehen, die der 74-Jährige im Laufe von Jahrzehnten gefertigt hat. Ein ganzes Museum könnte der Rentner mit seinen Nachbauten von historischen Schiffen, Flugzeugen, Katapulten, Geschützen und Gebäuden füllen. Eine Auswahl von immerhin 15 Modellen zeigt Wesner am Wahlsonntag, 26. Mai, im ehemaligen Harthauser Rathaus.

Angesprochen auf die Begabung für sein anspruchsvolles Hobby, verweist Ulrich Wesner auf seinen Großvater mütterlicherseits, der als Orgelbauer in Ulm wirkte. Dessen Geschick und Können, vor allem aber die Genauigkeit hätten ihn schon als Kind und Jugendlichen nachhaltig beeindruckt, sagt Wesner. Das seien auch schon die wichtigsten Voraussetzungen für den Modellbau: technisches Geschick, Präzision bei der Arbeit und vor allem Geduld. So hat er an manchen Modellen vier Jahre oder noch länger gebastelt und getüftelt – bis die maßstabsgetreuen Modellarbeiten fertig waren.

Zugute kommen Ulrich Wesner dabei die Kenntnisse, die er sowohl als selbstständiger Elektromeister als auch während seiner Bundeswehrzeit sammelte: Als Feldwebel bei den Heeresfliegern war er an verschiedenen Standorten in der ganzen Republik als Flugzeugausrüstungsmeister tätig. Hinzu kommt großes Interesse an der Geschichte der Technik, vor allem im Schiffs- und Flugzeugbau. Außerdem interessiert sich Wesner für historische Katapulte und Geschütze von der Antike bis ins Mittelalter. Von diesen wird er einige als Modelle bei der Ausstellung am Wahlsonntag im Obergeschoss des ehemaligen Harthauser Rathauses zeigen.

Auch mit dem Nachbau historischer Bauwerke ist der verheiratete Modellbau-Freund, der drei Kinder und fünf Enkelkinder hat, vertraut. So hat er die bekannte Windmühle Greetsiel bei Emden aus der Heimatregion seiner Frau nachgebaut. Das Innenleben der Mühle ist funktionstüchtig gestaltet, sodass sie einen perfekten Einblick in das Leben und die Arbeit der Müller in diesen historischen Mühlen bietet.

Nachbau eines Galeerenschiffes

In Ulrich Wesners Eigenheim sind im Laufe der Jahre mehrere Montageräume für sein Hobby entstanden. Auf diese Weise kann er je nach technischer Anforderung die Material- oder Modellart wechseln und direkt das passende Werkzeug finden. In der Ausstellung am Wahltag sind auch zwei Modelle von Leonardo da Vinci zu sehen, dessen 500. Todestag in diesem Jahr weltweit Beachtung findet. Nach Skizzen des Renaissance-Künstlers fertigte Wesner ein Katapult, nach einer entsprechenden Studie das Modell eines Hubschraubers aus dem Jahr 1485. Außerdem werden im Rathaus der Nachbau eines antiken Galeerenschiffes und Galeonen spanischer und französischer Bauart zu sehen sein.

Einen Bezug zu seinem Heimatort hat Ulrich Wesner mit dem Modell des Starfighters F 104-G geschaffen. Für diesen Kampfjet wollte die Nato zu Beginn der 70er-Jahre auf der Hochfläche zwischen Harthausen und Neufra einen Flugplatz bauen, der über das Planungsstadium allerdings nicht hinauskam. Dieses Düsenjet-Modell wechselt nach dem 26. Mai als Dauerleihgabe ins Harthauser Heimatmuseum im Untergeschoss des Rathauses.

Die eintrittsfreie Ausstellung, bei der Ulrich Wesner vor Ort für Erklärungen und Fragen zur Verfügung steht, ist am Sonntag, 26. Mai, von 10 bis 12 Uhr und von 13.30 bis 17 Uhr geöffnet.

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