Schottische Disteln finden Gefallen an Winterlingen

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Bauhofmitarbeiter Alfred Naumann bringt bei Harthausen auf der Scher ein Hinweisschild auf die von ihm gefundenen, seltenen Esel
Bauhofmitarbeiter Alfred Naumann bringt bei Harthausen auf der Scher ein Hinweisschild auf die von ihm gefundenen, seltenen Eselsdisteln an. (Foto: gaug)
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Alfred Naumann war als Mitarbeiter beim Winterlinger Bauhof gerade dabei, das Gelände des Regenüberlaufbeckens am östlichen Ortsrand von Harthausen zu mähen, als ihm auf einer Wiese große, silbrig-schimmernde Pflanzen auffielen. Sie stehen auf der gegenüberliegenden Seite der Straße in Richtung Lieshöfe. Bei näherer Betrachtung stellte er fest, dass dort etwa 30 außergewöhnliche Disteln mit großen, stachligen Blättern und Stängeln standen.

Schnell war mit dem Handy ein Foto gemacht, das er an seinen Bekannten, den Gärtnermeister Peter Faber, nach Balingen-Engstlatt versandte. Faber arbeitet an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen und gilt beim Nabu Balingen als ein Kenner der heimischen Flora. Prompt kam die Antwort, dass es sich nicht um eine Mariendistel handelt, wie Naumann vermutete, sondern um die hierzulande eher selten anzutreffende Eselsdistel, die auch als Schottische Distel bezeichnet wird.

Naumann recherchierte und fand heraus, dass es diese ungemein wehrhafte fast drei Meter hohe Distel sogar bis in das Staatswappen Schottlands geschafft hat und dort auch der älteste und höchste Orden, der „Order of the Thistle“, nach ihr benannt ist.

Naumann, der in seiner Freizeit schon mehrere große Insekten-Nisthäuser gebaut hat, ist begeistert von der Vielfalt der Falter, Wildbienen und Hummeln, welche die purpurroten Blütenkörbchen der Distel besuchen. Nach Rücksprache mit dem Besitzer der Wiese, Alban Schneider aus Harthausen, stellte er vor Kurzem ein gut sichtbares Schild auf, das auf das besondere Gewächs hinweist.

Der Eigentümer hatte vor vielen Jahren auf der Wiese einmal Aushub abgelagert und darin sind offenbar auch die Samen für diese Eselsdisteln mitgeliefert worden, die derzeit nur wenige Meter von der Straße entfernt bewundert werden können.

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