Referent spricht über die Mission in Ecuador

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 Matthias Lüscher (Unterstützer des Referenten, v.l.), Referent Daniel Hähnlen, Siegfried Zimmermann aus der evangelischen Kirch
Matthias Lüscher (Unterstützer des Referenten, v.l.), Referent Daniel Hähnlen, Siegfried Zimmermann aus der evangelischen Kirchengemeinde Winterlingen, der zum Abend eingeladen hat, und Pfarrer Ernst Nestele vertrauen auf Gott. (Foto: Tobias Göttling)
Tobias Göttling

Zum Gemeindeabend mit dem Bericht eines Missionars aus seiner Arbeit in Ecuador sind etwa 60 Personen verschiedener Gruppen der evangelischen Kirchengemeinde Winterlingen im Gemeindehaus zusammengekommen. Mit dabei waren Dutzende Jugendliche und junge Erwachsene aus den Reihen der beiden neuen Jugendgruppen, die gemeinsam mit Hauskreisen und Konfirmanden zu dem Abend eingeladen waren.

Siegfried Zimmermann von Seiten der Kirchengemeinde freute sich über die Unterstützung durch Pfarrer Ernst Nestele: „Wir machen den Abend, um zu sehen, wie sozialmissionarische Arbeit in Südamerika aussieht.“

Referent Daniel Hähnlen leistete in den Jahren 1993 bis 2007 „Pionierarbeit bei den Indianern im Urwald“ in Dörfern, die er oft nur nach vier- bis zehnstündiger Wanderung zu Fuß erreichen konnte. Nach einer Unterbrechung zog es Hähnlen und seine Familie wieder nach Ecuador, was für die jüngste Tochter mit elf Jahren, die in der Schweiz aufgewachsen ist, eine große Herausforderung war.

Allen Besitz aufgegeben

Ebenfalls im Jahr 2017 fühlte er den Ruf dazu, all seinen Besitz zu verkaufen. Die Pensionskasse in der Schweiz löste die Familie ebenfalls auf – für den gemeinnützigen Bau eines christlichen Zentrums in Ecuador. Seither ist die Familie noch mehr auf Spenden angewiesen. Unterkommen konnte sie häufig bei Freunden. In einer kleinen Stadt wirkte der „neutrale Schweizer“ in jüngster Zeit als Streitschlichter zwischen christlichen Gemeinden mit verschiedenen Ansichten und in verfeindeten Strukturen – mit Erfolg: Zum ersten Mal gelang es, dass in der Gegend Menschen verschiedener Kirchengemeinden gemeinsam Gottesdienst feiern konnten und die Verständigung untereinander wuchs.

Hähnlens Ziel ist es, dass alle Menschen, die Jesus Christus als ihren Retter und als „einzigen Weg zu Gott“ sehen, einander als Geschwister im Glauben sehen und zusammenarbeiten. Dabei sollen auch Menschen einen Platz haben, die schlechte Dinge im Raum der Kirche erfahren mussten oder etwa durch den Druck vieler „Familienclans“ in Ecuador frustriert und sozial ausgeschlossen sind. Häufig bekomme dort Druck, wer nicht katholisch ist und eine andere Messe besuchen wolle. Daher brauche es mehr Verständnis unter den christlichen Gemeinschaften und gelebte Religionsfreiheit.

In einem zweiten Teil zeigte der Referent des Abends Photos aus Ecuador und berichtete auch über das subtropische Klima in seiner Region mit teils hundertprozentiger Luftfeuchtigkeit: „Kaum hat man geduscht, ist man schon wieder nass.“ Geschichtlich verwies Hähnlen darauf, dass die ersten Missionare in Ecuador umgebracht worden seien: „Die Indianer kannten die Weißen einfach nicht.“ Daher hätten sie dies als Notwehr verstanden.

Heute hingegen seien in den meisten Dörfern und Städten christliche Gemeinden längst integriert. Dennoch habe der christliche Glaube im Alltagsleben meist keine Bedeutung. Der persönliche Bezug zu den Inhalten des Glaubens fehle fast vollständig. Daher möchte der Missionar zu einer persönlichen Glaubensbeziehung zwischen Gott und Menschen einladen und ist auch im sozialen Bereich zur Beratung und Streitschlichtung von Ehepaaren, Familien und Jugendlichen tätig sowie für Drogenabhängige, Strafgefangene und andere sozial Benachteiligte, „damit sie wieder neuen Mut finden und mit neuem Mut zurückfinden in den Alltag“.

Wichtig ist ihm die Begleitung durch seine Familie, durch Glaubensgeschwister in Deutschland, der Schweiz und Ecuador und vor allem das Gebet. So vertraut der zweifache Familienvater nun sogar darauf, dass er ohne materielle Sicherheiten durch die Unterstützung vieler helfender Hände finanziell über die Runden kommt.

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