Musikalische Deutschlandreise zum Geburtstag

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  Mit einem vielseitigen Repertoire holte der Liederkranz Benzingen zum Jubiläum das Publikum ab und begeisterte Jung und Alt.
Mit einem vielseitigen Repertoire holte der Liederkranz Benzingen zum Jubiläum das Publikum ab und begeisterte Jung und Alt. (Foto: Dieter Dürrschnabel)
Dieter Dürrschnabel

Einen Geburtstag, den man nicht so schnell vergessen wird, hat der Liederkranz Benzingen am Wochenende gefeiert. 100 Jahre Bestehen war Anlass, mit befreundeten Chören dieses Fest zu feiern. Der MGV Schmeien, der Sängerbund Veringenstadt sowie der MGV Liederkranz Straßberg folgten der Einladung und musizierten mit dem Jubel-Verein.

Den Abend eröffnete der Gastgeber mit einer Volksweise aus Dalmatien: „Kleine Barke im Wind“ hatte der Liederkranz im Gepäck. Britta Neher, die seit Januar 2019 den gemischten Chor leitet, stellte eindrucksvoll unter Beweis, was sie mit ihren Damen und Herren aus dem Chor vorbereitet hat. Neben ihrer Aufgabe als Chorleiterin führte Britta Neher mit gekonnten Ansagen durch den Abend. So war es für den Benzinger Chor auch wichtig, das erste jemals aufgeführte Lied bei dieser Veranstaltung zu singen: das Abendlied, ein Gedicht von Ölschläger. Eine Besonderheit des Abends war es auch, dass alle Chöre ausschließlich Lieder mit deutschen Texten sangen.

So auch der Liederkranz Straßberg, der unter der Leitung von Detlef Siber ein hervorragendes Bild abgab. 18 Straßberger Männer überzeugten mit ihren Stimmen und den Liedern „Über den Wolken“, Peter Krauses „Manchmal“, „Weit, weit weg“ sowie Udo Jürgens’ „Ich war noch niemals in New York“. Der Lohn für diesen Auftritt war der Applaus des begeisterten Publikums. Garry Ortel, Vorsitzender des Straßberger Männerchores, überreichte zum Jubiläum eine Plakette für die Vereinsfahne und ein Weinpräsent.

Auch der Sängerbund Veringenstadt mit seinem Dirigent Anton Roggenstein hatte musikalische Geburtstagsgrüße mitgebracht. Mit Arrangements von Roggenstein, wie „What a wonderful world“ mit deutschem Text, glänzte der Männerchor mit stimmgewaltiger Kraft. Werner Winkler, einer der drei Vorstandsmitglieder des Sängerbund, gratulierte im Namen seines Vereins und zeigte sich ebenfalls glücklich, dieses Jubiläum mitgestalten zu dürfen.

Der MGV Schmeien, der auch seit diesem Jahr einen neuen Dirigenten hat reihte sich in die musikalischen Gratulanten-Reigen ein. Julian Mack, der den Chor jetzt leitet, konnte die Liedauswahl nicht besser treffen. „Schöne Nacht“ von Wilhelm Nagel erzeugte im Saal gleich eine Gänsehautstimmung. Die Schmeiener Männer überzeugten mit ihren Tenor- und Bassstimmen und wurden auch mit entsprechendem Applaus belohnt.

Zelter-Plakette zum Jubiläum

Nach einer 20-minütigen Pause folgte der Höhepunkt des Abends: Die Verleihung der Zelter-Plakette, die es für ein solches Jubiläum gibt. Es ist die höchste deutsche Auszeichnung für Amateurchöre. Der Bundespräsident verleiht sie an Chöre, die seit mindestens 100 Jahren ununterbrochen musikalisch wirken. Überreicht wurde die Plakette von Landrat Günther-Martin Pauli.

Dass die Benzinger Sänger durch ihr Hobby einen Traum leben, besangen sie mit dem deutschen Hit der Gruppe „Münchener Freiheit“. „So lang man Träume noch leben kann“ hatte Britta Neher akkriebisch einstudiert und war sichtlich erleichtert, als die letzten Töne dieses Liedes perfekt verklungen waren.

Der musikalische Geburtstagsreigen ging eindrucksvoll weiter. Ob es „Ein graues Haar“ war oder das Lied über die „hochwertigeren Kraftfahrzeuge, die im Süden gebaut werden“, die sogenannte Schwabenhymne, es sollte für jeden Geschmack etwas dabei sein.

So ging die Reise auch weiter mit „Born to be wild“ nach einem deutschen Arrangement von Anton Roggenstein, bis hin zum weltweit bekannten deutschen Volklied „Muss i denn zum Städtele hinaus“, das Julian Mack für seinen Schmeiener Männerchor arrangiert hatte.

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