Liederkranz Benzingen feiert seinen 100. Geburtstag mit einem Jubiläumskonzert

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Schwäbische Zeitung

Mit einem Jubiläumskonzert feiert der Liederkranz Benzingen am Samstag, 23. November, sein 100-jähriges Bestehen. Beginn ist um 19.30 Uhr in der Festhalle Benzingen. Mit dabei sind neben dem Liederkranz selbst auch der Sängerbund Veringenstadt sowie die Männergesangvereine Straßberg und Schmeien. Landrat Günther-Martin Pauli überreicht mit der Zelter-Plakette außerdem die höchste deutsche Auszeichnung für Amateurchöre.

Verliehen wird die Zelter-Plakette an Chöre, die seit mindestens 100 Jahren musikalisch wirken und sich besondere Verdienste um die Pflege der Chormusik und des deutschen Volksliedes erworben haben. Mit seinem 100. Geburtstag hat der Liederkranz Benzingen diese Voraussetzungen erfüllt. Zwar sind die Schriftbücher von der Gründung bis zum Jahr 1949 verschwunden, allerdings sind aufgrund verschiedener Kassenbücher doch noch einige frühere Aktivitäten nachvollziehbar.

Gegründet wurde der Liederkranz nach den Wirren des Ersten Weltkriegs, im Juli 1919, von 36 aktiven Sängern. Erster Vorsitzender war Richard Stauß (bis 1922), das Amt des Chorleiters übernahm ein Lehrer namens Heinzelmann – bis zum Dezember 1934. Das Notenmaterial mussten die Mitglieder zunächst selbst bezahlen. Unterstützung gab es durch Spenden von passiven Mitgliedern.

Im Januar 1922 wurde Johann Späh, Großvater des heutigen Vorsitzenden Karl Späh, an die Spitze des Chors gewählt. Den Vorsitz hatte er bis zur Ruhestellung des Vereins im Zweiten Weltkrieg, im Jahr 1940, inne. Schon damals spielten die Sänger immer wieder auch Theater, 1925 schafften sie eine eigene Fahne an. Sie besuchten Sängerfeste unter anderem in Veringendorf, Hettingen, Straßberg, Bingen, Ebingen, Winterlingen und Stuttgart. Im Januar 1935 wurde Zyprian Strobel zum neuen Chorleiter gewählt, der das Amt bis 1940 inne hatte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Männerchor 1948 wiederbelebt. Den Vorsitz übernahm Wilhlm Stauß, Dirigent wurde Meinrad Knaus. 1953 wurde der Chor erneut stillgelegt, 1966 erwachte er wieder. Den Vorsitz übernahm Rudolf Staib bis zu seinem Tod im November 1970, gefolgt von Berhold Stauß (1970 bis 1974). Die Chorleitung lag bei Horst Stadtmüller (bis 1968), Kurt Schatz (1968 bis 1972) und Franz Keck (1972 bis 1980). 1974 wurde der Liederkranz in einen gemischten Chor umgewandelt.

Erstmals dirigiert eine Frau

Nachdem Peter Stauß (1974 bis 1985) die Chorleitung inne hatte, übernahm Karl Späh diesen Posten. Die Chorleitung hatten seitdem Hans Stauß (1980 bis 2008, 2010 bis 2012 und 2016 bis 2018), Jürgen Herre (2008 bis 2010) und Rolf Ammann (2012 bis 2016) inne. Seit Januar 2019 liegt die musikalische Leitung in den Händen von Britta Neher.

Heute spielt der Liederkranz alle zwei Jahre Theater. Im Auftrag der Gemeinde singt er am regelmäßig am Volkstrauertag. Alle zwei Jahre beteiligen sich die Sänger auch an der Seniorenfeier. Jährliche Auftritte absolviert der Liederkranz in der Kirche. Jedes Jahr gibt es eine Familienwanderung, alle zwei Jahre einen Ausflug. Bei runden Geburtstagen wird ebenfalls gefeiert.

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