Hunderte wollene Landschaftsgärtner

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Riester kümmert sich um rund 700 Schafe.
Riester kümmert sich um rund 700 Schafe. (Foto: Karl-Otto Gauggel)
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Die abendliche Wintersonne steht gerade noch über dem Horizont, als Wanderschäfer Tobias Riester den Pferch für die Nacht schließt. Ein Stück Sicherheit für seine fast 700 Schafe und 30 Walliser Schwarzhalsziegen, die kleine Glöckchen tragen. Mit seinen beiden wichtigsten Helfern, den Altdeutschen Hütehunden Cora und Tiger, ist er derzeit auf den Wiesen zwischen Winterlingen, Benzingen und Harthausen unterwegs.

Tagsüber hat die Sonne dafür gesorgt, dass die dünne Schneedecke auf der Hochfläche östlich von Harthausen fast gänzlich verschwunden ist – und darüber ist Riester froh. Denn so finden seine Tiere genügend Futter, sodass er nur wenig zufüttern muss.

Die Kälte ist laut Riester „recht knackig hier oben“, mache seinen Tieren aber nichts aus, da das dichte Winterfell der Merinoschafe und das lange Fellhaar der Ziegen einen optimalen Kälteschutz bieten. Etwa 300 Mutterschafe sind derzeit mit ihren rund 500 Lämmern im Schafstall oberhalb von Straßberg auf dem Truppenübungsplatz untergebracht. Dort können sie sich von den Anstrengungen der Geburt erholen und sich intensiv um ihren Nachwuchs kümmern.

Von klein auf, erklärt der 32-Jährige, habe er besondere Freude an Tieren gehabt und schon in jungen Jahren eigene Schafe und Ziegen gefüttert. In Hohenheim hat Riester den Beruf des Tierwirts erlernt. Vor elf Jahren wählte er den Weg in die Selbstständigkeit. Die Schäferei, sagt er, ist mit keinem anderen Beruf zu vergleichen und wer mit geregelter Arbeitszeit und Urlaubsanspruch rechne, solle die Finger davon lassen. Riester merkt man die Überzeugung an, mit der er seine Arbeit, die für den Erhalt der offenen Alblandschaft notwendig ist, betreibt.

Im Sommer ist der Wanderschäfer überwiegend auf dem Truppenübungsplatz auf dem Heuberg unterwegs und im Winter auf Wanderschaft. Noch einige Tage möchte er mit seiner Herde auf der Schwäbischen Alb bleiben, bevor es auf die Reise in den Klettgau am Hochrhein geht. Den restlichen Winter wird er mit seinen Tieren in der Nähe von Waldshut-Tiengen verbringen.

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