Anna Schall und Moritz Eisold stellen Fabel-Rekorde auf

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Pure Freude: Moritz Eisold von der LG Tuttlingen-Fridingen hat einen neuen Fabelrekord aufgestellt.
Pure Freude: Moritz Eisold von der LG Tuttlingen-Fridingen hat einen neuen Fabelrekord aufgestellt. (Foto: Ralf Görlitz)
Fritz Reichle

Dieser Sonntag, der 19. Juli 2020, wird in der Geschichte der LG Tuttlingen-Fridingen wohl immer einen besonderen Platz einnehmen. Mit Anna Schall und Moritz Eisold stellten zwei Leichtathletik-Talente fabelhafte neue Kreisrekorde – über 800 Meter und im Zehnkampf – auf.

Die 17-jährige Anna Schall verbesserte die Zeit über 800 Meter um mehr als drei Sekunden auf 2:08,89 Minuten. Noch nie zuvor hatte eine Frau aus dem Landkreis die Marke von 2:10 Minuten unterbieten können. Und Moritz Eisold verbesserte bei seinem ersten offiziellen Zehnkampf den alten Rekord der Klasse U 18 um 700 Punkte auf die neue Marke von 6186 Punkten.

Beim Mehrkampf-Meeting in Hechingen traf Moritz Eisold auf einige seiner stärksten deutschen Konkurrenten im Zehnkampf. Entsprechend motiviert ging er am Samstag zur Sache. Über 100 Meter steigerte er sich auf 11,77 Sekunden. Im Weitsprung, einer seiner Paradedisziplinen, lieferte er mit 6,61 Meter ebenfalls eine Klasseleistung ab.

Im Kugelstoßen haperte es noch immer etwas mit der neuen Technik. Doch auch in dieser Disziplin blieb er mit 12,22 Metern sowie im Hochsprung mit sehr guten 1,81 Meter voll auf Rekordkurs. Und als er mit neuer Bestzeit von 54,65 Sekunden über 400 Meter den ersten Tag abschloss, hatte er mit 3269 Punkten schon einen neuen Rekord im Fünfkampf erreicht.

Am zweiten Tag musste sich der 16-jährige Balgheimer mit dem Hürdenlauf und dem Stabhochsprung in zwei „Wackeldisziplinen“ beweisen. Doch mit neuer Bestleistung von 16,07 Sekunden über 110 Meter Hürden konnte er schon einmal zufrieden sein. Was er anschließend mit dem Stab anstellte, verblüffte auch seinen Trainer Franz Saile. „Er war schon am Dienstag erstmals im Training mit einem härteren Stab richtig gut zurechtgekommen. Aber was er dann im Wettkampf zeigte, war schon große Klasse“, sagte Saile. Bei einer Bestleistung von 3,50 Meter zeigte er schon mit der Anfangshöhe von 3,30 Meter viel Mut.

Dann jedoch übersprang er alle nächsten Höhen sogar bis 3,90 Meter wie im Traum jeweils gleich im ersten Versuch. Und als er dann auch noch 4,00 Meter im dritten Anlauf packte, gingen auch bei dem sonst eher nüchternen Talent die Emotionen durch.

Auch wenn es im Speerwurf in Hechingen nicht so gut klappte, hatte er nach neun Disziplinen den alten Zehnkampfrekord klar übertroffen. Dazu hatten auch die Punkte vom Diskus- (35,15 Meter) und Speerwurf (49,69 Meter) beigetragen. In seiner bisher schwächsten Disziplin, dem abschließenden Lauf über 1500 Meter, vollendete er mit einer Zeit von 5:29,10 Minuten seinen Rekord-Wettkampf.

Mit 6 186 Punkten hatte Moritz damit schon auf Anhieb die begehrte Marke von 6000 Punkten übertroffen. Als Viertplatzierter in Hechingen könnte Moritz schon in seinem ersten Jahr in dieser Altersklasse seinen Anspruch auf einen Platz unter den Top Ten in Deutschland untermauert haben.

Etwa zur gleichen Zeit am Sonntagnachmittag lieferte seine Vereinskollegin Anna Schall beim Nationalen Leichtathletik-Meeting in Waiblingen ein vergleichbares Glanzstück ab. Auf ihrer Spezialstrecke über 800 Meter sah die DM-Zweite aus der Hallensaison ihre Chance, ihren eigenen Kreisrekord zu verbessern.

Das große Teilnehmerfeld wurde je nach Leistungsstärke in sieben gemischte Läufe unterteilt. Gemeinsam mit Olivia Gürth (Diezer TSK Oranien), einer ähnlich starken Jugendlichen, war Anna Schall im zweitschnellsten Lauf mit männlichen Athleten unterwegs.

Wie mit Trainer Franz Saile abgesprochen hielt sie sich immer an dritter oder vierter Stelle. Mit 63 Sekunden für die erste Runde ging sie das Rennen kontrolliert an, um sich anschließend auf ihre Spurtstärke zu verlassen. Auf den letzten 100 Metern verschärfte Anna Schall das Tempo enorm. Nur einen Läufer konnte sie nicht mehr ganz erreichen.

Aber mit der Zeit von 2:08,89 Minuten lief sie knapp vor Olivia Gürth (2:09,62 Minuten) auf Platz zwei und hatte damit erstmals die Marke von 2:10 Minuten unterboten. Nur eine einzige Läuferin der Altersklasse U20 war bisher in diesem Jahr in Deutschland schneller als die 17-Jährige aus Mühlheim-Stetten.

Auch zwei andere LG-Athletinnen überzeugten am Wochenende in Engen. Die 16-jährige Hannah Schneider lief die 100 Meter in 13,71 Sekunden und wurde über 100 Meter Hürden in guten 15,90 Sekunden Zweite. Und Christin Rodinger wurde in der Klasse U 20 über die Hürden in 17,91 Sekunden gestoppt.

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