Angeklagter im Hechinger Blutrache-Prozess flieht kurz vor Urteilsverkündung

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Deutsche Presse-Agentur
Online-Redakteur

Einer der beiden Angeklagten im Hechinger Blutracheprozess ist am Freitag vor den Justizbehörden geflohen. Das bestätigte Oberstaatsanwalt Karl-Heinz Beiter von der Staatsanwaltschaft Hechingen auf Anfrage von Schwäbische.de am Nachmittag.

Demnach verschwand der 24-Jährige Emrah Ö. der nicht in Untersuchungshaft saß, in der Verhandlungspause unmittelbar vor der Urteilsverkündung, bei der er schließlich in Abwesenheit zu siebeneinhalb Jahren Jugendstrafe verurteilt wurde. Da der Angeklagte nicht mehr zur Verkündung erschien, begann die Polizei, nach ihm zu suchen.

Nach Erlass eines Haftbefehls leitete die Kriminalpolizeidirektion Rottweil umfangreiche Fahndungsmaßnahmen ein, die am späten Nachmittag zum Erfolg führten. Gegen 17.30 Uhr wurde der verschwundene Emrah Ö. im Raum Stuttgart festgenommen worden. Er wird zeitnah in eine Justizvollzugsanstalt verbracht.

Sein Mitangeklagter, der 21-jährige Bruder des am 1. Dezember 2016 ermordeten Umut K., entzog sich dem Urteil nicht. Mit ihm hatte sich der 24-Jährige nach Überzeugung des Gerichts dazu verschworen, die drei wegen des Mordes an Umut K. Verurteilten im Gefängnis umzubringen. Er befindet sich nach Auskunft der Staatsanwaltschaft bereits im Justizvollzug. Er wurde zu secheinhalb Jahren Jugendstrafe verurteilt.

Das Landgericht hatte die beiden Männer deshalb 2018 zu Haftstrafen verurteilt, doch der Bundesgerichtshof hob diese Entscheidung auf. Das Verfahren wurde deshalb neu aufgerollt.

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