Albert Gröners Werke reichen vom Porträt bis zum Stillleben

Lesedauer: 5 Min
Der Jungnauer Künstler Albert Gröner erklärt bei der Vernissage die Arbeitsschritte bei der Herstellung seiner Holzschnitte.
Der Jungnauer Künstler Albert Gröner erklärt bei der Vernissage die Arbeitsschritte bei der Herstellung seiner Holzschnitte. (Foto: Karl-Otto Gauggel)
Karl-Otto Gauggel

Oben Kunstausstellung, unten Partylaune: Anlässlich des Tags des offenen Denkmals hat der Förderverein des Wasserturms in Benzingen am Wochenende zum Feiern eingeladen. Der Jungnauer Künstler Albert Gröner, dessen Atelier sich in Veringenstadt befindet, präsentierte in der Turmstube hoch über dem Winterlinger Ortsteil einige seiner Werke.

Während am Fuß des Turms die ersten Gäste im offenen Zelt ihre Bratwurst aßen, waren die Kunstfreunde in die Turmstube in etwa 15 Metern Höhe aufgestiegen, um der Vernissage des Künstlers beizuwohnen. Dieser wurde 1947 in Sigmaringen geboren und lebt heute im Ortsteil Jungnau. Der Fördervereinsvorsitzende Günter Hahn freute sich, dass so viele Kunstinteressierte in die höchstgelegene Galerie weit und breit kamen. Der das Ortsbild prägende und denkmalgeschützte Turm steht seit 1988 ohne Wasser und wird vom Förderverein in jedem Jahr am Tag des offenen Denkmals für eine Kunstausstellung genutzt. Der Kunstgenuss im Turm gepaart mit den grandiosen Ausblicken auf Benzingen und die umliegenden Orte der Albheimat sei etwas ganz Besonderes, sagte Günter Hahn.

In der ständigen und mit vielen Fotos und Zeichnungen bebilderten Info-Ausstellung ist alles über die Geschichte des imposanten Benzinger Wahrzeichens dokumentiert, angefangen von seinem Bau im Jahr 1923. Wie Hahn berichtete, ist schon seit Längerem eine Erhaltungssanierung geplant, die demnächst beginnen soll.

Albert Gröner sagte, dass er die Kunst erst relativ spät für sich entdeckt habe – nachdem ihn die bisherige „kopflastige Arbeit“ nicht mehr ausgefüllt habe. Er habe endlich etwas Handwerkliches schaffen wollen und gab dafür seine Richtertätigkeit am Verwaltungsgericht in Sigmaringen auf. Es folgten ein Studium an der Fachhochschule für Kunsttherapie in Nürtingen und ein Studium an der Freien Kunstakademie Nürtingen. Seit 2005 ist Gröner als freischaffender Künstler tätig. Seine Arbeiten stellt er unter anderem in der Galerie an der Hüfte in Veringenstadt aus, beispielsweise Skulpturen aus Holz und Plastiken aus Ton.

Jeder Druck ist individuell

Albert Gröner erläuterte den Gästen die verschiedenen Herstellungstechniken seiner im Turm ausgestellten Holzschnitte sowohl in bunten Farben als auch in Schwarzweiß. Die Herstellung der Druckplatten aus Holztafeln sei echte Handwerksarbeit und eine sehr alte, ursprünglich in China entstandene Kunstform. Faszinierend sei für ihn immer wieder, dass jeder Druck etwas Individuelles sei.

Gröners Themen sind breit gefächert, und so waren Porträts, Akte und Tanzfiguren ebenso zu sehen wie Stillleben oder Landschaften. Er hat seine eigene Farbensprache entwickelt, die er durch eigene Versuche immer erweitert hat. Geprägt sind seine Werke auch von autobiografischen Erfahrungen und Stimmungen. So ist ein ausgestelltes Selbstporträt auch ein Abbild seines eigenen Lebens: Eine Gesichtshälfte ist überwiegend in dunklen Tönen, fast schwarz, dargestellt. Die andere leuchtet in starkem Rot und Gelbtönen auf.

Am späteren Samstagabend war dann „Rock am Turm“ angesagt und die Albstädter Liveband „3 Glampfa“ sorgte für Partystimmung um den Turm. Zum Frühschoppen bei deutlich kühlerem und regenerischem Wetter spielte am Sonntagvormittag die Benzinger Musikkapelle unter der Leitung von Horst Marquardt. Am Nachmittag sorgte Alleinunterhalter Josef Ermler für Stimmung. Der Förderverein sorgte an beiden Tagen für die Verpflegung der Besucher mit Speisen und Getränken.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen