27 Menschen im Zollernalbkreis an Q-Fieber erkrankt - Die wichtigsten Fragen und Antworten

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Blutuntersuchung
Ob es sich um eine Grippe oder das Q-Fieber handelt, zeigt nur ein Bluttest. (Foto: W. Grubitzsch/Archiv / DPA)
Redakteurin Sigmaringen/Rund um Sigmaringen
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Schwäbische Zeitung
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Im Zollernalbkreis ist das Q-Fieber ausgebrochen. 27 Fälle sind dem Gesundheitsamt des Kreises bis Donnerstag gemeldet worden, davon einige mit Lungenentzündung. Betroffen ist vor allem Albstadt-Tailfingen. Das teilt jetzt das Landratsamt mit.

Das sind die Symptome

Die Krankheit könne zwei Verläufe haben: Etwa die Hälfte der Q-Fieberinfektionen führen zu keinen Symptomen oder nur leichten, grippeähnlichen Erscheinungen wie Schüttelfrost, Schweißausbrüche, Abgeschlagenheit und Kopfschmerzen. Auch trockener Husten und Brustschmerzen weisen auf die Krankheit hin.

Bei einer schwer verlaufenden menschlichen Q-Fieberinfektion bekommen die Betroffenen hohes Fieber, Glieder- und Muskelschmerzen. Es kann bei einem Teil der schwereren Verläufe auch zu Lungenentzündungen, Leber-, Herzmuskel- und Herzinnenhautentzündungen kommen. Damit die Krankheit nachgewiesen werden kann, ist eine Blutuntersuchung nötig.

Das rät das Gesundheitsamt

Akutes Q-Fieber werde über einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen mit einem bestimmten Antibiotikum behandelt, da das Bakterium Coxiella burnetii die Ursache ist. Um die Krankheit in den Griff zu bekommen, rät das Gesundheitsamt Bewohnern in Albstadt-Tailfingen, die in den vergangenen Tagen an Fieber und grippeähnlichen Symptomen erkrankt sind, sich mit ihrem Arzt in Verbindung setzen und sich auf Q-Fieber testen lassen.

Diese Menschen sind besonders gefährdet

Besonders gefährdet seien Schwangere und Personen mit einer Immunschwäche oder Herzdefekten. Ihnen empfiehlt das Gesundheitsamt auch ohne Symptome, sich in dem Zusammenhang untersuchen zu lassen.

Das ist die Ansteckungsquelle

Auf der Schwäbischen Alb kommen immer wieder Q-Fiebererkrankungen vor. Aufgrund des Zeitraums zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch der Krankheit ist laut Gesundheitsamt davon auszugehen, dass die erkrankten Personen sich etwa zwei bis drei Wochen vor dem Beginn der ersten Symptome angesteckt haben.

Übertragen wird das Q-Fieber häufig durch infizierte Schafe, die den Erreger der Erkrankung vor allem bei der Geburt von Lämmern ausscheiden. Allerdings können laut Landratsamt auch Rinder, Ziegen, Katzen und Wildtiere infiziert sein.

 Durch die Geburt von Lämmchen kann das Q-Fieber auf Menschen übertragen werden.
Durch die Geburt von Lämmchen kann das Q-Fieber auf Menschen übertragen werden. (Foto: Lino Mirgeler, dpa)

So verbreitet sich der Erreger

Der Erreger kann längere Zeit in der Umwelt überleben und mit Staub über den Wind verbreitet werden. Menschen können sich anstecken, wenn sie den Erreger mit der Atemluft einatmen. Das Gesundheitsamt betont aber: Eine Übertragung von Mensch zu Mensch spielt praktisch keine Rolle. Zur Suche der möglichen Ansteckungsquelle wurde das Veterinäramt eingeschaltet.

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