Schnäppchenjäger feilschen in entspannter Atmosphäre

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Susanne Grimm

Der Arbeitskreis „Kunst und Kultur“ und die Gemeinde Winterlingen hatten am Wochenende zum 9. Flohmarkt rund ums Rathaus eingeladen. Bei schönstem Wetter haben sich wieder zahlreiche Flohmarktfans unter den alten Bäumen des Parks eingefunden. Nach Herzenslust konnten sie an mehr als 50 Ständen stöbern und feilschen.

Die privaten Standbetreiber hatten Schränke, Keller und Bühne nach Entbehrlichem durchforstet, das vielleicht schon Jahre vor sich hin staubte und dringend einen neuen Besitzer brauchte. So wie das Miniaturspinnrad, das der achtjährige Frederik aus Veringenstadt erstanden hat. Als großer Freund von Modellen aller Art hat er das kleine hölzerne Gerät zwischen all den vielen Flohmarktwaren erspäht. „Ein Euro hat es gekostet“, strahlte Frederik, der mit seinen Eltern und seinem kleinen Bruder Freude am Stöbern auf Flohmärkten hat. „Bei uns hat jeder einen Sammlertick“, sagte Frederiks Mama Cathrin Kolle, „das liegt in der Familie“. Vater Steffen ergänzt: „Uns geht es auch darum, den Kindern Nachhaltigkeit zu vermitteln und aufzuzeigen, wie viel Arbeit und Material hinter einem Artikel stecken kann.“

Was einer nicht mehr braucht, kann für einen anderen nützlich sein. So wird Geld gespart und Ressourcen werden geschont. Zudem erzählt jedes alte Teil eine Geschichte, wie beispielsweise das Spinnrad, mit dem aus Tierhaaren ein Faden gedreht wird. Vom Wollfaden bis zum fertigen Pullover dauert es aber noch sehr lange. „Die Arbeit und Zeit, die dahinter steckt, macht ein solches Teil wirklich wertvoll“, meinte Cathrin Kolle. Sie äußerte ihr Unverständnis darüber, dass ein Schäfer für das Vlies seiner Tiere so gut wie nichts mehr bekommt, die Wolle im Handel dagegen unverhältnismäßig teuer sei. „Irgendetwas ist da heftig im Ungleichgewicht“, sagte Steffen Kolle.

Der Flohmarkt sollte auf Wunsch der Organisatorin Brunhilde Diehl nicht nur Schnäppchenjäger locken, sondern auch ein Ort der Kommunikation sein, was von den meisten Besuchern wie auch von den Kolles gerne genutzt wurde. Die besondere Atmosphäre des Parks mit den mächtigen Kastanien, dem Brunnen und den zum Verweilen einladenden Bänken machte es den Besuchern leicht, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Für besondere Momente sorgte wie auch in den vergangenen Jahren der Winterlinger Chor Cantus Juvenis und der Kinderchor Cantolino. Inmitten des bunten Treibens erfreuten die Sänger die Flohmarktbesucher mit Liedern. Dazu gab es bei den Ständen des Winterlinger Chors eine Art kleines Freiluftcafe, wo sich der ermattete Flohmarktbesucher bei Kaffee und Kuchen erholen konnte. Die besondere Lage des Flohmarktes rund um das Winterlinger Rathaus und im Park hat schon in den Vorjahren zum Erfolg der Veranstaltung beigetragen, wie Brunhilde Diehl hervorhob. Da die Stände auf großer Fläche verteilt worden sind, gab es kein Gedränge. Der Park sorgte an diesem herrlichen Frühlingstag für ein entspanntes Ambiente.

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