Mit Musik und Botschaften von Selbstlosigkeit

Lesedauer: 4 Min
Der Chor berührt mit der „Alpenländischen Mess’’.
Der Chor berührt mit der „Alpenländischen Mess’’. (Foto: Susanne Grimm)
Schwäbische Zeitung
Susanne Grimm

Zu einem besinnlicher Ausklang am Jahresende hat der katholische Kirchenchor Straßberg unter der Leitung von Josef Hutt in die Kirche St. Verena eingeladen. Unter dem Thema „Alpenländische Weihnacht“ schenkte der Chor gemeinsam mit dem Straßberger Projektchor, den Instrumentalsolisten Anton Roggenstein, Jakob Nestele und Matthias Eberhart sowie der Erzählkünstlerin Sigrid Maute am vorletzten Tag des Jahres dem Publikum erbauliche Stunden.

Mit einer Orgelimprovisation über das Weihnachtslied „Es ist ein Ros’ entsprungen“ eröffnete Anton Roggenstein das Programm, das er auch den ganzen Abend über an der Orgel und dem Piano begleitete. Pfarrer Andreas Heid ging in seiner Lesung und in einem späteren nachdenkenswerten Bittgebet auf die zurzeit unsichere Lage in weiten Teilen der Welt ein. Dabei machte er deutlich, dass Krieg und Frieden weniger von den höheren Mächten abhängen würden, als vielmehr vom Tun und Lassen jedes einzelnen Menschen an seinem jeweiligen Platz.

Zu den Programmgestaltern in der St. Verena-Kirche gehörten neben Jakob Nestele, der mit Roggenstein an der Orgel auf der Altblockflöte zwei Sätze aus dem G-Dur-Konzert von Joseph Bodin de Boismortier in vollendeter Harmonie spielte, auch Matthias Eberhart. Der begnadete Trompeter verzauberte das Publikum im Duett mit der Orgel mit „The Heavens Declare Psalm XIX“ von B. Marcello und erst recht mit dem Welthit von Jennifer Rush „Power of Love“, sodass die Zuhörer nicht anders konnten, als begeistert Zwischenapplaus zu geben. Sein Spiel war so rein, klar und gleichzeitig so emotional, wie es für ein Blechblasinstrument wie der Trompete nur möglich ist.

Märchen mit tieferem Sinn

Bemerkenswert war auch der überaus harmonische Zusammenklang zwischen der Königin der Instrumente und der Trompete. Zwischen den Stücken hatten die Veranstalter noch besondere Schmankerl gepackt. Die Erzählkünstlerin Sigrid Maute entführte die Zuhörer mit Märchen in die Welt der Geschichten mit tieferem Sinn über das Geben, Nehmen, Dankbarkeit und Achtsamkeit. Mit sanfter Gestik und Stimmmodulation entstanden vor dem geistigen Auge des Zuhörers das Sterntalerkind, die Heinzelmännchen und der Weihnachtsnarr, die alle eine Botschaft der Liebe und Selbstlosigkeit verkündeten. Mit wunderbarem mehrstimmigen Gesang begeisterten die Chöre mit der „Alpenländischen Mess’“ von Lorenz Maierhofer, wobei insbesondere die tiefen Männerstimmen dem Gesang eine beeindruckende Mehrdimensionalität gaben. Diese Messe verband in berührender Weise liturgisch angepasste Texte in schlichter alpenländischer Mundart mit volksliedhaften Melodien in gut singbaren Sätzen. Zusätzlich sind der Messe von Maierhofer noch drei besinnliche Jodler beigefügt worden. Am Ende des Abends sangen Akteure und Zuhörer gemeinsam bekannte Weihnachtslieder wie „O du fröhliche“ und „Stille Nacht“.

Mehr zum Thema
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen