Junge Frauen arbeiten mit Kopf, Herz und Hand

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19 junge Frauen, die ihre handwerkliche Ausbildung bei den Meistern der Heimschule Kloster Wald erhielten, freuen sich über ihr
19 junge Frauen, die ihre handwerkliche Ausbildung bei den Meistern der Heimschule Kloster Wald erhielten, freuen sich über ihre Gesellenbriefe im Tischler- und Holzbildhauerhandwerk. (Foto: Anthia Schmitt)
Anthia Schmitt

Bei einer Feierstunde hat die Heimschule Kloster Wald am Samstag 19 junge Frauen in ihre berufliche Zukunft entlassen. Die Mädchen hatten im vergangenen Jahr nach den bestandenen Abiturprüfungen das Angebot der handwerklichen Ausbildung genutzt und in den Werkstätten der Schule die Gesellenprüfung als Tischlerin oder Holzbildhauerin abgelegt.

Werkstattleiterin Diana Kempf sprach von einem „Tag der Freude und der Erleichterung“ und einem „wichtigen Schritt in die Selbständigkeit“. An der Lossprechungsfeier nahmen neben den Angehörigen traditionell auch die Ordensschwestern und die Vertreter der Schule und des Internats sowie Vertreter des Handwerks teil. „Ihr seid Botschafter des Handwerks“, sagte Diana Kempf zu den Absolventinnen. „Ihr habt den Respekt und die Achtung vor dem Handwerk gelernt, und ihr habt als Handwerker gelernt, Problemlösungen zu suchen und zu finden.“

Joachim Eisert, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Reutlingen, hob in seiner Ansprache das „wunderbare Zusammenspiel von Kopf, Herz und Hand“ hervor, das am Walder Mädchengymnasium mit Schule und handwerklicher Ausbildung gepflegt werde. „Wir brauchen nicht nur Dichter und Denker“, sagte Eisert und warb damit bei den Gesellinnen um die Fortsetzung der handwerklichen Laufbahn und den Besuch der Meisterschule anstelle einer Hochschule.

Heiter und dennoch voller Wehmut nahmen Constantia Zeiser und Leonie Vogler für die Tischlerinnen sowie Laura Strunk und Laura Stauss für die Bildhauerinnen Abschied von der Schule. „Wir sind während der Lehrzeit zu einer Familie zusammengewachsen, wir hatten unvergessliche Stunden und Minuten“, sagten sie und ließen das Publikum an mancher erheiternden Anekdote teilhaben. „Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verlassen wir heute unsere Heimat Wald.“

Ein besonderer Dank galt den Lehrmeistern, die die Mädchen nicht nur mit großer Ausdauer ausgebildet und auf die Prüfung vorbereitet hatten, sondern auch Trost und Süßigkeiten parat hatten, wenn mal wieder die Arbeit an einem Werkstück daneben gegangen war.

Die Gesellenprüfung im Tischlerhandwerk haben Isabelle Graf (Wald), Julia Buuk (Meßkirch), Katharina Häusler (Sauldorf), Melina Meuschke, Leonie Vogler (beide Überlingen), Sandra Traber (Owingen), Constantia Zeiser (Hagnau), Nadine Moldenhauer (Stockach), Helena Hauter (Steißlingen), Paula König (Dresden), Julia Schöllhorn (St. Georgen) und Nadja von Wolff (Bad Wiessee) abgelegt.

Den Gesellenbrief im Holzbildhauerhandwerk erhielten Jacqueline Lehmann (Wald), Laura Stauss (Pfullendorf), Isabel Haidlauf (Meßkirch), Iris Gelder (Mengen), Antonia Riegger (Illmensee), Laura Strunk und Julia Witter (beide Owingen).

Alle Gesellinnen schlossen ihre Prüfungen mit sehr guten Ergebnissen ab. Preise für besonders herausragende Leistungen in der Gesellenprüfung gab es für Katharina Häusler, Helena Hauter, Nadine Moldenhauer, Leonie Vogler und Melina Meuschke bei den Tischlerinnen sowie Jacqueline Lehmann, Antonia Riegger, Laura Stauss und Julia Witter bei den Holzbildhauerinnen.

Die Lossprechungsfeier der Damenschneiderinnen mit anschließender Modenschau findet am Samstag, 1. April, statt.

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