Gebühren für Wasser und Abwasser steigen

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Defizite der beiden Eigenbetriebe zwingen den Gemeinderat zum Handeln: In Wald steigen zum 1. Juli die Gebühren für Wasser und
Defizite der beiden Eigenbetriebe zwingen den Gemeinderat zum Handeln: In Wald steigen zum 1. Juli die Gebühren für Wasser und Abwasser. (Foto: Oliver Berg/dpa)

Der Not gehorchend hat der Walder Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstag die Erhöhung der Wasser- und Abwassergebühren beschlossen. Anlass für die Entscheidung waren gewaltige Defizite bei den beiden Eigenbetrieben: 139 000 Euro Verlust in 2017 sowie ein Verlustvortrag in Höhe von 131 000 Euro aus 2016 beim Abwasser und 30 000 Euro Verlust in 2017 beim Wasser – 300 000 Euro insgesamt, die ausgeglichen werden müssen.

Zwar liegen laut Kämmerer Joachim Grüner für beide Eigenbetriebe bisher nur vorläufige Zahlen vor, aber auf größere Abweichungen zum Guten hin kann nicht gehofft werden. Konkret ergeben die Kalkulationen Gebührenerhöhungen von 2,50 Euro pro Kubikmeter Schmutzwasser und 62 Cent pro Kubikmeter Wasser. Bisher betragen die Gebühren für Schmutzwasser vier Euro pro Kubikmeter, berechnet nach dem Frischwasserverbrauch, und 1,40 Euro pro Kubikmeter Wasser.

Ausschuss gibt Empfehlung ab

Joachim Grüner berichtete in der Gemeinderatssitzung, dass sich im Vorfeld bereits der Finanz- und Verwaltungsausschuss mit dem Zahlenwerk beschäftigt hat. Dort kam man – mit Rücksicht auf den Geldbeutel der Bürger – zu der Entscheidung, die Gebühren ab dem 1. Juli um die Hälfte zu erhöhen: um 1,25 Euro für Schmutzwasser und um 31 Cent für Wasser.

Im Gegenzug zu diesem Geschenk der Gemeinde an die Bürger fordert die Kommunalaufsicht einen anderweitigen Ausgleich der Verluste aus 2016, 2017 und der ersten Jahreshälfte in 2018. „Wir müssen das Geld aus dem Kernhaushalt nehmen“, sagte der Kämmerer, der sich bereits Einsparungen in den Einzelplänen des Verwaltungshaushalts überlegt hatte. Der Rest der fehlenden 300 000 Euro, die in drei Jahren ausgeglichen werden müssen, geht zu Lasten der Zuführung vom Verwaltungshaushalt an den Vermögenshaushalt – und damit zu Lasten der Rücklagen und des Spielraums für Investitionen. Unterm Strich steht eine höhere Kreditaufnahme.

„Wir brauchen einen stabilen Kernhaushalt“, sagte Clemens Veeser, der die Sitzung anstelle des erkrankten Bürgermeisters Werner Müller leitete. Gerhard Hahn (Unabhängige Liste) schlug vor, lediglich die Gebühr für das Schmutzwasser um 1,80 Euro zu erhöhen, um zu verhindern, dass noch mehr Landwirte eigene Brunnen graben – ein Vorschlag, der bei der Abstimmung verworfen wurde. Jutta Krall (Freie Wähler) sprach sich dafür aus, die Kosten für Wasser und Abwasser in voller Höhe auf die Gebühren umzulegen. Über Kralls Vorschlag wurde allerdings nicht abgestimmt. (stt)

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