Was tun, wenn die Oma ohnmächtig wird?

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 Die Mädchen und Jungen der Kindertagesstätte Deutstetten passen ganz genau auf, wie ein Verletzter in die stabile Seitenlage g
Die Mädchen und Jungen der Kindertagesstätte Deutstetten passen ganz genau auf, wie ein Verletzter in die stabile Seitenlage gebracht wird. (Foto: Sabine Rösch)
Sabine Rösch

Die Björn-Steiger-Stiftung aus Winnenden hat in Veringenstadt ein bundesweites Vorschulprojekt gestartet. Auch die Kleinen können schon Erste Hilfe leisten, das lernten die Veringenstädter Vorschüler beim Besuch von Birgit Sturm, Koordinatorin des Projektes. Spielerisch lernten die Kinder mit dem Stiftungsmaskottchen, dem tapferen Ritter Björn, was zu tun ist, wenn zum Beispiel die Oma sich plötzlich nicht mehr bewegt.

„Aber wenn ich 112 wähle, kommt doch die Feuerwehr“, entgegnete ein Vorschüler der verblüfften Birgit Sturm, als diese den Kindern erklärte, welche Nummer bei einem Notfall zu wählen ist. „Dein Papa ist bestimmt bei der Feuerwehr“, sagte die Referentin lachend und erklärte, dass auch der Rettungsdienst über die 112 zu alarmieren ist. „Die Oma atmet nicht mehr, wenn sie ohnmächtig ist. Darf ich sie dann noch anfassen?“, wissbegierig waren die Vorschulkinder, genannt Kobolde, und die Referentin hatte mit ihrem Maskottchen Björn jede Menge Fragen zu beantworten. Die Kinder durften aber auch üben und einen Verband anlegen, oder den ohnmächtigen Verletzten in die stabile Seitenlage bringen. Zudem wurden die Kinder für vermeintlich ganz banale Fragen sensibilisiert: Wo wohne ich? Wie heißt die Straße meiner Oma? Wen soll ich zuerst anrufen, wenn Oma plötzlich nichts mehr sagt? Ritter Björn zeigte den Kindern den Umgang mit solchen Sondersituationen, die jederzeit und überall passieren können.

Dass der Projektauftakt der Stiftung in Veringenstadt stattgefunden hat, ist der schnellen Reaktion der stellvertretenden Kindergartenleiterin Gabriele Packheiser zu verdanken. „Als der Flyer kam, hab ich sofort angerufen und gleich einen Termin vereinbart. Wir wollten schon lange eine Erste-Hilfe-Kurs für unsere Kinder anbieten“, sagt sie.

Der gelungenen Auftaktveranstaltung sollen weitere folgen. Etwa 120 Kindertagesstätten möchte die Stiftung mit dem kostenlosen Projekt „Ritter Björn“ erreichen. Kinder seien sehr gut in der Lage, Erste Hilfe zu leisten. Sie würden unbefangen an das Helfen herangehen und könnten großartig trösten, sagt die Koordinatorin Birgit Sturm. Nach zwei Stunden haben die Kobolde viel gelernt und sich gleich nochmal gegenseitig in die stabile Seitenlage gebracht.

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