Veringer Mehrgenerationenhaus sucht neuen Geschäftsführer

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Blick auf die Stadt Veringenstadt: Hier gibt es eines von bundesweit rund 540 Mehrgenerationenhäusern.
Blick auf die Stadt Veringenstadt: Hier gibt es eines von bundesweit rund 540 Mehrgenerationenhäusern. (Foto: Anna Ernst)
Schwäbische Zeitung
Anna Ernst

Das Mehrgenerationenhaus Veringenstadt sucht einen neuen Geschäftsführer. Nachdem die bisherige Stelleninhaberin Mitte März ausgeschieden ist, hat die Stadt die Teilzeitstelle in der vergangenen Woche neu ausgeschrieben. Das Mehrgenerationenhaus ist ein Bundesprogramm, dessen Idee 2006 ins Leben gerufen wurde. Die Einrichtungen, so fasst es das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zusammen, sollen „das Prinzip der früheren Großfamilie in die moderne Gesellschaft übertragen“.

In Veringenstadt hat das Mehrgenerationenhaus kein eigenes Gebäude, sondern ist vor allem ein Netzwerk, das die vielen Vereine und bürgerschaftlichen Initiativen in der Stadt bündelt und dabei hilft, bei einzelnen Projekten Anträge auf verschiedene Fördergelder richtig zu stellen. Getragen wird das Mehrgenerationenhaus von einem Trägerverein sowie von der Stadt.

Seit seinem Bestehen in Veringenstadt seien viele Gruppen und Projekte entstanden, sagt Alexandra Hepp, die sowohl bei der Stadt arbeitet, als auch Mitglied im Vorstand des Trägervereins ist. „Die Projektgruppe ,Veringen trifft sich’ macht beispielsweise Veranstaltungen in der alten Schule in Veringendorf.“ Auch die Silvesterfeier, bei der Anwohner aller Altersklassen zusammen das neue Jahr willkommen geheißen haben, gehört zu den erfolgreichen Projekten. Hinzu kommen viele regelmäßige Angebote: von offenen Beratungsstunden, Ehrenamtsbörsen und Spiele-nachmittagen bis hin zu Bauchtanz, Seniorengymnastik oder dem Überraschungskino für Kinder.

Die Stelle des Geschäftsführers hat einen Umfang von 50 Prozent. Neben Fördermittelakquise gehören zu den Aufgaben auch die Planung von Veranstaltungen, die Koordination und Begleitung der bestehenden Gruppen, Öffentlichkeitsarbeit und die Erarbeitung einer Demografie-Strategie.

Gesucht wird dafür ein engagierter Netzwerker, wie Alexandra Hepp sagt. Jemand, der auf Menschen zugehen, moderieren, vermitteln und begeistern könne. Laut Stellenausschreibung wäre ein abgeschlossenes Studium im Bereich der sozialen Arbeit wünschenswert, genauso wie Vorerfahrung mit generationsübergreifender Arbeit und Projektfinanzierung.

Leicht jedoch sei es nicht, einen geeigneten Bewerber zu finden, sagt Bürgermeister Armin Christ. Das Problem: „Das Programm ist zwar mehrfach verlängert worden – aktuell läuft es aber nur bis Ende 2020.“ Solange hat sich der Bund bereits verpflichtet, die Mehrgenerationenhäuser in Deutschland finanziell zu unterstützen. 20 000 Euro fließen dafür jährlich für Personal- und Sachkosten nach Veringenstadt. Diese Summe erhalten alle Mehrgenerationenhäuser. Die Stadt selbst steuert weitere 10 000 Euro bei. Auch dieser Satz ist bundesweit geregelt.

Für Bewerber aber sei die Befristung des Programms stets ein Risiko, sagt Bürgermeister Armin Christ. Viele würden davor zurückscheuen, die Stelle anzunehmen, wenn sie nicht absehen könnten, ob es gesichert in ein paar Jahren weitergehe. Christ wünscht sich daher eine Verstetigung des Bundesprogramms. „Das Programm müsste dafür ins Sozialgesetzbuch aufgenommen werden“, erläutert Christ. Dieses Anliegen hat der Veringer Bürgermeister auch dem Sigmaringer Bundestagsabgeordneten Thomas Bareiß bei dessen vergangenem Besuch im Wahlkreis vorgetragen. Bareiß habe versprochen, dieses Anliegen nach Berlin mitzunehmen.

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