Veringenstädter Räte beschließen massive Kürzungen beim Haushalt

Lesedauer: 5 Min
 Für den Spielplatz in Veringendorf hinter der alten Schule war ursprünglich ein neues Spielgerät eingeplant. Das muss momentan
Für den Spielplatz in Veringendorf hinter der alten Schule war ursprünglich ein neues Spielgerät eingeplant. Das muss momentan aber noch warten, bis auch in Veringenstadt ein Konzept für den neuen Spielplatz steht. Dann sollen beide Standorte ein neues Gerät bekommen. Im Bildhintergrund arbeiten freiwillige Helfer der Initiative „Veringen trifft sich“ an einem Wasserschaden der alten Schule. (Foto: Sabine Rösch)
Sabine Rösch

Die neue Kämmerin der Stadt Veringenstadt, Geraldine Emser, hatte als erste große zentrale Aufgabe in ihrem neuen Amt die unliebsame Aufgabe, dem Gremium in der jüngsten Sitzung die aktuelle Haushaltsoptimierung mit zahlreichen Kürzungen zu präsentieren. Am größten Projekt, der Erweiterung der Kindertagesstätte Deutstetten, wurde nicht gerüttelt. Ansonsten genehmigte der Gemeinderat mehrheitlich Kürzungen von knapp 150 000 Euro, sodass das negative Ergebnis um 26 Prozent auf 400 000 Euro reduziert werden konnte.

In seinen einführenden Worten zur Haushaltskonsolidierung meinte Bürgermeister Armin Christ, dass die Pandemie gepaart mit der doppischen Buchhaltung die Kommune belasten würde. Seitens der Kommunalaufsicht seien Bedenken angemeldet worden, weshalb man zahlreiche Kürzungen habe vornehmen müssen. Kämmerin Geraldine Emser sprach bei der Präsentation der aktuellen Zahlen von einer Budgetoptimierung, die in enger Absprache mit allen Verantwortlichen getroffen worden sei. „Wir sind nicht mit dem Rasenmäher über den Haushalt gegangen“, betonte die Finanzfachfrau. Bei der vierseitigen Tabelle sind zahlreiche kleinere Kürzungen vorgesehen: Für Reparaturen und Ersatz von Geräten waren 6000 Euro eingestellt, welche ersatzlos gestrichen wurden. Ebenso kein Budget gibt es für Inventarkennzeichnung (zuvor 2000 Euro), einen Brandübungscontainer (zuvor 4200 Euro), Pinnwände (zuvor 2200 Euro), diverses Schulzubehör (Regale für Freiarbeit 500 Euro, Schulfest und Projekttage 500 Euro, Sommerferienprogramm 6000 Euro).

Tisch- und Stuhlklassensätze werden von 6000 Euro auf 3000 Euro gekürzt. Der Bau der Wasserleitung und somit auch Breitbandausbau in der Eichenstraße West wird komplett ins Jahr 2021 verschoben, Einsparung: 87 000 Euro. Ebenso der Kanalausbau der Eichenstraße wird komplett verschoben, Kosteneinsparung bei 388 000 Euro. Durch den Bescheid der Förderung von lediglich 200 000 Euro für die Kindertagesstätte Deutstetten durch den Ausgleichsstock wurde ein weiteres Loch in die Finanzen gerissen, da 450 000 Euro beantragt wurden. An Corona Soforthilfe vom Land erwartet Veringenstadt 31 600 Euro.

Für Diskussion sorgte ein Spielgerät für den öffentlichen Spielplatz bei der alten Schule in Veringendorf, welches mit 19 000 Euro neu in den Haushalt aufgenommen wurde. Christian Lehmann bemängelte, dass in Veringenstadt, – wo die meisten Kinder seien – seit zwei Jahren kein öffentlicher Spielplatz zur Verfügung stehe. Max Füß, Thomas Schenzle, Jutta Schmid-Glöckler und Monika Schultz bekräftigten dies. In Veringenstadt wird im Zuge der Erweiterung der Kindertagesstätte ein neues Spielgerät frei, erläuterte Geraldine Emser, welches beim öffentlichen Spielplatz Deutstetten aufgestellt werden soll, ebenso werde auf dem Schulhof wieder ein Spielplatz geschaffen. „Veringenstadt und Veringendorf muss gleichzeitig sein“ – diesem Antrag von Monika Schultz folgte das Gremium. Siegfried Hagg zeigte sich kritisch über die Sinnhaftigkeit der Einsparungen, da es lediglich ein Aufschub von notwendigen Maßnahmen handle. Zudem meinte er, dass die Ankurblung der Wirtschaft wichtig sei, und auch die halbjährige Reduzierung der Mehrwertsteuer ein wichtiger Anreiz sei. Jutta Schmid-Glöckler fragte nach, was denn aus dem ganz großen Plan der neuen Turn-und Festhalle werde. „Dazu brauche ich gar nichts zu sagen, außer es macht jemand eine Spende von fünf Millionen Euro, dann können wir eine neue Halle bauen“, so die deutlichen Worte von Bürgermeister Armin Christ.

Die Kommentarfunktion ist für Sie aktuell gesperrt. Bitte wenden Sie sich an unseren Kundenservice für weitere Infos.
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen

Mehr Themen

Leser lesen gerade