Veringenstadt investiert knapp drei Millionen Euro

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So könnte der Anbau an den Kindergarten Deutstetten aussehen – die größte Investition im Jahr 2020.
So könnte der Anbau an den Kindergarten Deutstetten aussehen – die größte Investition im Jahr 2020. (Foto: Büro Planquadrat Sigmaringen)
Sabine Rösch

Veringenstadt - Der Gemeinderat Veringenstadt hat in seiner Sitzung am Donnerstagabend den Haushalt für das Jahr 2020 verabschiedet. Die darin vorgesehenen Investitionen belaufen sich auf rund 2,85 Millionen Euro. Um diese finanzieren zu können, will die Stadt 1,63 Millionen Euro neue Kredite aufnehmen. Das größte Projekt ist die Erweiterung des Kindergartens Deutstetten, für die allein in diesem Jahr 900 000 Euro fällig werden.

„Wir begrüßen einen Gast aus Sigmaringen“, sagte Bürgermeister Armin Christ, bevor Veringenstadts ehemaliger Kämmerer Manfred Riedißer den Haushalt 2020 vorstellte. Riedißer hatte die Stadtverwaltung zum Jahresende verlassen und eine neue Stelle in Sigmaringen angetreten. Dennoch stellte er am Donnerstagabend noch einmal den von ihm ausgearbeiteten Haushaltsplan vor.

Vorab ging Armin Christ auf einige Eckdaten ein. Stolz ist der Bürgermeister auf den aktuellen Kostendeckungsgrad im Kindergarten, der aufgrund optimierter Betreuungsformen und daraus resultierenden Zuschüssen von 30 auf 61 Prozent gesteigert werden konnte. Nichtsdestotrotz bleibe bei der Stadt der Betrag von 337 000 Euro hängen, sagte Christ. Die 900 000 Euro für die Erweiterung des Kindergartens Deutstetten seien ein „ordentlicher Schluck aus der Pulle“.

Neues Haushaltsrecht

Kämmerer Manfred Riedißer führte in die Grundsätze der doppischen Buchhaltung ein. Fortbildungen, Schulungen und Umrüstung der EDV dafür hätten 40 000 Euro verschlungen, merkte Christ an. Riedißers allgemeine Erläuterungen veranschaulichten, dass mit dem neuen kommunalen Haushaltsrecht eine intergenerative Gerechtigkeit geschaffen werden soll. Das bedeutet, dass jede Generation so viele Ressourcen verbrauchen soll, wie sie selbst erwirtschaftet.

Dazu muss unter anderem das komplette Anlagevermögen erfasst, bewertet und entsprechend abgeschrieben werden. Die aufwendige Darstellung und Bewertung erfolgt im Ergebnis- und im Finanzhaushalt. Die Investitionen für das kommende Jahr belaufen sich auf fast drei Millionen Euro: 900 000 Euro für die Erweiterung der Kindertagesstätte Deutstetten (im Folgejahr weitere 350 000 Euro), 250 000 Euro für den Umbau der Kindervilla Veringendorf, 450 000 Euro für den Grunderwerb für das neue Baugebiet Deutstetter Berg V, 540 000 Euro für Kanalerneuerungen in der Eichenstraße und am Kirchberg, 238 000 Euro für den ersten Abschnitt des Breitbandausbaus in Veringendorf und 120 000 Euro für den Parkplatz an der Inneringer Straße.

Hinzu kommen viele weitere Positionen im fünfstelligen Bereich: 72 000 Euro für die Flurbereinigung, 60 000 Euro für das Baugebiet in Hermentingen, 50 000 Euro für den Umbau des ehemaligen Schulhauses in Veringendorf, 75 000 Euro für den Abwasserzweckverband Scher-Lauchert, 30 000 Euro für mehrere Spielplätze sowie eine Planungsrate in Höhe von 20 000 Euro für die Lieshofstraße.

Etwas mehr als die Hälfte der Investitionen, 1,63 Millionen Euro, schultert die Stadt über Kredite. Der Schuldenstand von Veringenstadt wird damit auf 2,4 Millionen Euro anwachsen. Bis zum Jahr 2023 prognostiziert der ehemalige Kämmerer einen weiteren Zuwachs auf 2,8 Millionen Euro. Denn auch in den Folgejahren stehen beispielsweise mit dem Ausbau der kompletten Lieshofstraße Projekte in Millionenhöhe an.

Die Gemeinderäte Monika Schultz und Thomas Schenzle äußerten Sorgen wegen der hohen Kreditaufnahme. Stadtrat Siegfried Hagg, selbst Kämmerer der Stadt Gammertingen, entkräftete die Bedenken. So sei nicht nur ein hohes Anlagevermögen vorhanden: Auch weitere hohe Werte seien geschaffen worden und könnten den neuen Schulden gegenübergestellt werden. Die Verabschiedung des Haushalts erfolgte am Ende einstimmig.

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