Veringenstadt befürwortet Schulsozialarbeit

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 Schulleiterin Nicole Gaiser (links), Bürgermeister Armin Christ und Elternbeiratsvorsitzende Catrin Wessner freuen sich über di
Schulleiterin Nicole Gaiser (links), Bürgermeister Armin Christ und Elternbeiratsvorsitzende Catrin Wessner freuen sich über die Einrichtung der Schulsozialarbeiterstelle. (Foto: Sabine Rösch)
Sabine Rösch

Nach etlichen Beratungen und Sitzungen hat sich der Gemeinderat Veringenstadt mehrheitlich für die Schaffung einer 50-Prozent-Stelle zur Schulsozialarbeit an der Alb-Lauchert-Grundschule ausgesprochen. Von insgesamt 26 reinen Grundschulen im Kreis ist Veringenstadt nun die neunte Schule, die diese Stelle einrichtet.

Schon seit zwei Jahren wird das Thema der Schulsozialarbeit in Veringenstadt thematisiert und auch von der neuen Schulleiterin Nicole Gaiser sowie dem Elternbeirat um ihre Vorsitzende Catrin Wessner verfolgt und vorangetrieben. Zur Einstimmung las Bürgermeister Armin Christ einen aktuellen Bericht aus der „Schwäbischen Zeitung“ vor, in welchem auf die dringende Notwendigkeit der Schulsozialarbeit speziell an Grundschulen aufmerksam gemacht wird. „Die Schulsozialarbeit würde ein weiteres Qualitätsmerkmal für unsere Schule darstellen“, sagte Bürgermeister Armin Christ.

Die Kosten werden verteilt

Dietmar Unterricker vom Fachbereich Jugend des Landratsamtes Sigmaringen zeigte die vielfältigen Arbeitsbereiche auf, die unter anderem Beratung, Krisenintervention, Vernetzung, Gruppenangebote zum Abbau von Defiziten bis hin zum Brücken bauen beinhalten.

Insgesamt sind 22,6 Stellen an 38 Schulen im Kreis in der Schulsozialarbeit tätig. Zur finanziellen Situation erklärte Unterricker, dass die 50 Prozent Stelle mit 38 500 Euro dotiert sei, wovon das Land 8300 Euro und der Kreis 7500 Euro bezuschusst. Auf die Stadt würden also jährlich 23 000 Euro zukommen, beziehungsweise noch 8000 Euro für das restliche Jahr 2019.

Cord Dette ist Leiter des Fachbereichs Jugendarbeit der Mariaberger Ausbildungs- und Service-Gesellschaft. Er berichtete aus der Praxis der Schulsozialarbeit und zeigte auf, dass die Arbeit mit weniger als 20 Wochenarbeitsstunden an der Schule keinen Sinn mache. „Mit ab und an vorbei schauen kann der Schulsozialarbeiter keine Beziehung aufbauen. Ich habe eine Verantwortung für meine Profession um gute Arbeit zu machen“, erläuterte der Sozialarbeiter. Dem vorausgegangen war der Vorschlag von Siegfried Hagg, ob die Grundschulen im Laucherttal eventuell eine Kooperation eingehen würden und sich einen Schulsozialarbeiter teilen könnten. Siegfried Hagg lobte grundsätzlich die Arbeit der Mariaberger Ausbildung und Service, die ihm als Kämmerer der Stadt Gammertingen vertraut ist. Jedoch hielt er den Stellenumfang für etwas überdimensioniert, wenn für knapp 70 Veringenstädter Grundschüler eine halbe Stelle geschaffen werde.

Auch Andreas Stauß tat sich schwer damit und bemängelte, dass die Kommunen das bezahlen müssen. In Gammertingen sei eine Vollzeitstelle für etwa 1200 Schüler besetzt, wusste Siegfried Hagg. Cord Dette warnte vor diesem Vergleich, da dort eine völlig andere Schulstruktur herrsche. Er könne den finanziellen Aspekt verstehen und rechnerisch sei diese Stellenteilung zwar möglich, so Cord Dette, jedoch könne mit einem einmaligen wöchentlichen Besuch keine gute, nachhaltige Arbeit mit Sinn und Verstand geleistet werden, und außerdem werde der Kollege dabei verheizt.

Max Füß wollte wissen, ob der Sozialarbeiter auch schon im Kindergarten agieren könne, wenn man dort schon Defizite erkennen würde. Ein Schulsozialarbeiter würde grundsätzlich gemeinwesensorientiert arbeiten, erklärte Cord Dette, und könne im Ausnahmefall natürlich auch schon beratend im Kindergarten tätig sein, um frühestmöglich zu intervenieren. Andrea Topler sprach sich für die Einrichtung der Stelle aus, auch da die finanzielle Einsparung bei einer Stelle von 25 Prozent weniger als 3000 Euro betrage.

Das rührt daher, dass eine Stelle von weniger als 50 Prozent nicht vom Land und auch nicht vom Kreis gefördert wird, wie aus einer Aufstellung ersichtlich ist. Mehrere weitere Wortmeldungen äußerten sich positiv zum Thema. Mehrheitlich stimmte das Gremium für die Einführung der Schulsozialarbeit mit einem Umfang von 50 Prozent ab dem Schuljahr 2019/20 und der damit verbundenen Sonderausgabe von 8000 Euro für 2019 sowie der Ausarbeitung eines Vertrages mit der Mariaberger Ausbildungs- und Service-Gesellschaft.

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