Organist Volker Bals beschenkt Musikliebhaber

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Organist Volker Bals beschenkt Musikliebhaber
Schwäbische Zeitung
Gabriele Loges

Der Organist Volker Bals hat am Sonntag seine Konzertreihe „Bach an der Lauchert“ eröffnet. Die über Tausend Jahre alte Kirche St. Michael, ein Kleinod unter den Kirchen Hohenzollerns, war sehr gut besucht, das abendliche Konzert ein Genuss.

Die Lauchert ist kaum mehr als ein Bach. Die Spielerei mit dem Namen des großen Komponisten und Kirchenmusikers Johann Sebastian Bach, der von 1685 bis 1750 lebte, gefällt Volker Bals offensichtlich, denn er übernahm ein Zitat von Ludwig van Beethoven: „Nicht Bach, sondern Meer sollte er heißen, wegen seines unendlichen, unerschöpflichen Reichtums an Tonkombinationen und Harmonien.“ Diesen Reichtum erkennen Musiker leicht, „normale“ Musikliebhaber jedoch weniger.

An den Anfang des Konzerts stellte er einige persönliche Worte. Nach einer Krise im Beruf und Privatleben habe er nicht gedacht, dass er dieses Vorhaben, das gesamte Orgelwerk Bachs zu spielen, je verwirklichen würde. Hier in Veringendorf mit der Konzertreihe zu beginnen, sei ihm eine besondere Freude. Der in Sigmaringen lebende Musiker ist seit einiger Zeit der Leiter des Kirchenchors Veringendorf. Die hochwertige Orgel erlaube ihm, die Musik Bachs, wie dieser selbst, zum Lobe Gottes zu spielen: „Bach sah immer die Musik als Geschenk Gottes und diese Musik bewirkt etwas bei den Menschen.“

Alle Stücke, vom „Präludium und Fuge in e-moll“ über bekannte Kirchenlieder, wie „O Lamm Gottes unschuldig“, und „seiner vielleicht weltlichsten Komposition Canzona in d-moll“ bis zum Stück „Passacaglia in c-moll“, wurden vor dem eigentlichen Konzert besprochen. Volker Bals Partnerin Anneke Mentzendorff stellte die Besonderheiten, Bachs Interpretationen mit Noten und seine Harmonien, vor, während Bals diese direkt danach intonierte: „Näher am Text kann Musik nicht sein.“ Die Zuhörer erhalten eine Antwort auf die Frage: Was tut Bach hier und warum wählt er diese oder eine andere Tonlage, die Zugabe einer weiteren Stimme oder warum lässt er manchmal drei Themen gleichzeitig „sprechen“. So gestärkt, konnten die Zuhörer das anschließende Konzert doppelt genießen – und gleichzeitig die herausragenden mittelalterlichen Wandmalereien der Kirche betrachten.

In Bingen geboren

Auf die Frage, wie er denn vom Norden in den Süden komme und warum gerade in so eine kleine Kirche, antwortete Bals: „Das ist eine lange Geschichte. Ich bin in Bingen geboren, aber noch während meiner Zeit am HZG zogen meine Eltern und ich mit der Bundeswehr weiter.“ Nach Studium und Arbeit zog es ihn während einer schwierigen Zeit dann wieder „an den Ort, wo ich wusste, dass ich mich wohlfühle“ zurück. Am Anfang mied er die Orgel – bis Pfarrer Karl-Heinz Berger ihn bat, für einen fehlenden Organisten „einzuspringen“. Seither lässt ihn seine Berufung nicht mehr los. Bals spielt neben anderem regelmäßig in Gorheim und in Veringendorf: „Sie waren die ersten, die mich gefragt haben, ob ich den Kirchenchor leite und Orgel spiele, vielleicht komme ich deshalb besonders gerne hierher.“

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