Kinder versteigern ihre Kunstwerke

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 Basteln und werken für den Veringendorfer Dorfadvent am kommenden Samstag: Thea Haug, Helene Sturr, Elisabeth Bregenzer, Lisa H
Basteln und werken für den Veringendorfer Dorfadvent am kommenden Samstag: Thea Haug, Helene Sturr, Elisabeth Bregenzer, Lisa Haug, Roswitha Bregenzer und Margret Eisele. Auf dem Foto fehlen Brunhilde Heissel und Lydia Griener. (Foto: Judith Gauggel)
Judith Gauggel

Veringendorf - Der zweite Veringendorfer Dorfadvent findet am kommenden Samstag, 8. Dezember, ab 16 Uhr statt. Veranstaltet wird er vom Bauförderverein für die Innenrenovation der Pfarrkirche St. Michael und der Kindervilla St. Michael. Rund um das Pfarrhaus verwandelt sich der Platz in einen kleinen, romantischen Weihnachtsmarkt, der die Besucher verzaubern möchte.

Am Anfang stand eine Reihe von Ideen. Die aktiven und passiven Mitglieder haben sich in regelmäßigen Treffen an die Arbeit gemacht. Sie haben getöpfert, Marmelade gekocht, Seife hergestellt oder alte Fensterläden verziert. Die Helferinnen erzählen, dass sie im Vorfeld extra einen Kurs zur Herstellung von Seife besucht haben. Die Ideen entstanden daheim oder in kreativer Runde, jeder Einzelne bringt sich und sein Können mit ein, erzählen sie weiter. Auch die Männer werkelten und sägten im Hintergrund. „Vorstandsmitglied Lisa Haug hat im Vorfeld die Koordination der Arbeiten in die Hand genommen“, sagt Elisabeth Schaupp-Gauggel, Vorsitzende des Baufördervereins, und ist dafür dankbar. „Sie hat die Bastlerinnen zu regelmäßigen Treffen motiviert.“ In den Holzhütten ist neben den künstlerischen Arbeiten auch für das leibliche Wohl gesorgt. Es gibt neben Waffeln und verschiedenen Würstchen, auch selbstgemachten Likör im Ausschank und für die musikalische Umrahmung ist gesorgt. Der Reinerlös kommt der Innenrenovation der Pfarrkirche zugute.

Kinder lernen Teamarbeit

Die Kindervilla St. Michael wird neben der Eröffnung des Dorfadvents ihren Kindergarten in eine Kunstausstellung verwandeln und lädt ein, die Welt aus Kinderaugen zu sehen. Unter dem Motto „Künstlerhaus“ wird es Einzelobjekte zu sehen geben, aber auch Gemeinschaftswerke, die zu ersteigern sind. Die Kinder wurden nicht nur künstlerisch gefordert, sondern sie lernten gleichzeitig Teamarbeit: sich zurücknehmen, aufeinander hören, zuhören und sich einigen. „Kunst fließt jeden Tag in unseren Alltag mit ein“, sagt Leiterin Sandra Garbac-Ploch. Neben dem Experimentieren mit verschiedenen Zutaten konnten die Kinder auch ihr Künstlerleben ausleben und ihr Künstlerchaos zurücklassen. Damit mussten die Erzieherinnen auch erstmal umzugehen lernen, das Chaos auszuhalten und dem Ganzen die Freiheit zu lassen, sich entwickeln und wachsen zu können.

Zu Beginn des Projektes war es ein Ausprobieren, zum Schluss war es das Erstellen einzelner Kunstwerke. Es erfordert Mut zur eigenen Kreativität zu stehen und Selbstvertrauen, um Neues zu wagen. Die Kinder im Alter von ein bis fünf Jahren haben wie die großen Künstler ihren Werken Namen gegeben, wie zum Beispiel „Die farbige Welle“ oder „Mama“.

Die Einzelkunstwerke sind nur für die Eltern der Künstler zu kaufen, die Gemeinschaftswerke sind zu ersteigern: Zu jedem Objekt gibt es ein Glas, in dem die Besucher ihr Gebot mit Adresse und Telefonnummer einwerfen können. Bei erfolgreicher Ersteigerung werden sie telefonisch benachrichtigt. Die Spenden, die der Kindergarten an diesem Tag einnimmt, gehen zum einem in die Spardose für ihr eigenes Projekt „Bauwagen“, wie die „Schwäbische Zeitung“ berichtete. Zum anderen an die kleine Hanna Ahrens aus Veringenstadt, die mit ihren zwei Jahren gegen Leukämie kämpfen muss. Hanna war bis zu ihrer Krankheit Teil der Kindergartengemeinschaft in Veringendorf und wird von ihren Freunden und Erzieherinnen sehr vermisst, wie die Leiterin erzählt.

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