Kinder sehen Schulsozialarbeiterin als Vertrauensperson

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 Schulsozialarbeiterin Carina Gluitz gibt den Gemeinderäten in ihrem Büro Einblicke in ihre Arbeit.
Schulsozialarbeiterin Carina Gluitz gibt den Gemeinderäten in ihrem Büro Einblicke in ihre Arbeit. (Foto: Sabine Rösch)
Sabine Rösch

Mit Schuljahresbeginn hat Carina Gluitz als Schulsozialarbeiterin in der Grundschule Veringenstadt ihre Arbeit aufgenommen. „Ich hätte nicht erwartet, dass es so viel zu tun gibt und mir alle so aufgeschlossen gegenüber stehen“, erklärte Carina Gluitz den Mitgliedern des Veringenstädter Gemeinderats in der Sitzung des Gremiums am Dienstagabend. Vor der eigentlichen Sitzung trafen sich die Frauen und Männer im Büro der Schulsozialarbeiterin in der Alb-Lauchert-Schule.

Mit dem klassischen Büro hat der große, freundliche, farbenfroh eingerichtete Raum allerdings nicht besonders viel zu tun. Schon mit Betreten des großzügigen Raums wird ein Ambiente des Wohlfühlens geschaffen. Carina Gluitz erläuterte anhand eines Schaubilds ihre Arbeit. Diese reicht von der Einzelberatung über sozialpädagogische Projekt- und Gruppenarbeit bis zur inner- und außerschulischen Vernetzung und Vermittlung – natürlich immer nach den Grundsätzen der Neutralität, des Vertrauens, der Freiwilligkeit und der Verschwiegenheit.

Die Chemie stimmt

Schulleiterin Nicole Gaiser ist sich sicher, mit der Einführung der Schulsozialarbeit zu diesem Schuljahr einen richtigen Weg eingeschlagen zu haben. Vor allem die Kinder, aber auch Eltern und Lehrer suchen den Rat von Carina Gluitz, die jeden Vormittag an der Schule ist. Zudem stimme die Chemie. „Mit Carina Gluitz haben wir einen Glücksgriff gemacht, den Jackpot gezogen“, sagte Gaiser. „Sie passt zu uns wie der Deckel auf den Topf.“

Die Schulsozialarbeiterin vom sozialen Dienstleistungsunternehmen Mariaberg gab das Lob vollumfänglich zurück, da ihr seitens der Schüler, der Lehrer und auch seitens der Eltern eine sehr große Offenheit entgegengebracht wurde und wird. Es sei ihr schon sehr gut gelungen, zu den Grundschülern ein inniges Vertrauensverhältnis aufzubauen. „Die Kinder dürfen mich duzen und alles aussprechen, was sie besorgt und beschäftigt. Ich bin kein Lehrer und gebe keine Noten.“

Die Kinder würden ihr dabei auch durchaus familiäre Probleme anvertrauen, sagte Gluitz. Denn wenn ein Kind daheim Probleme habe, spiegele sich das natürlich auch in der Schule wieder. Nicole Gaiser erzählte, dass sie von Elternseite bereits viele positive Rückmeldungen erhalten habe – beispielsweise, dass die Kinder viel ruhiger geworden seien. Ebenso erklärte die Schulleiterin, dass Eltern von sich aus den Kontakt zu Carina Gluitz suchen, was Gaiser sehr begrüßt. „Die Hemmschwelle, Probleme an- und auszusprechen, ist gegenüber Carina Gluitz deutlich geringer“, sagte die Schulleiterin. „Probleme, die unterschwellig wabern, werden im Keim erstickt.“ Als nettes Beispiel erzählte die Schulleiterin von einer Begebenheit, die sich im Musikunterricht zugetragen hat: Beim Singen des Liedes „Helfende Hände“ habe ein Kind spontan gesagt: „Das ist doch unsere Carina.“

Bürgermeister Armin Christ sagte, dass er es schade findet, dass die Schulsozialarbeit in Grundschulen auf Landesebene kein Standard ist. Gerade im Grundschulbereich sei dies exorbitant wichtig. Daher seien die 21 000 Euro, die von der Stadt zur Finanzierung der Halbtagsstelle beigesteuert werden, gut angelegtes Geld. Die weitere Finanzierung der Stelle kommt jeweils zur Hälfte vom Land und vom Landkreis und beträgt knapp 16 000 Euro.

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