Gute Beratung schlägt Internet-Shopping

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Judith Gauggel

Beim Martinimarkt am Samstag in Veringenstadt haben die Besucher alles gefunden, was das Herz begehrt – von Oberbekleidung und Schuhen über Haushaltswaren und Schmuck bis hin zu Süßigkeiten und Spielzeug. Dabei waren die Anfangsstunden wegen des Nieselregens weniger gut besucht. Das änderte sich später aber noch: Der Markt füllte sich mit großen und kleinen Besuchern, es wurde anprobiert, beraten oder ein Schwätzchen unter alten Bekannten gehalten.

Allein schon die Anzahl der Stände konnte in diesem Jahr überzeugen. „Dieses Jahr sind mehr Stände zu finden, letztes Jahr waren es nur etwa halb so viele“, sagte beispielsweise Rolf Fazekas, der gemeinsam mit seiner Frau durch die Stände schlenderte. Das Interesse der Kunden galt dabei ganz unterschiedlichen Dingen. „Wir kaufen uns heute Magenbrot“, erzählte etwa die sechsjährige Mia, die mit ihren Eltern aus Veringendorf gekommen war.

Zu den Standbetreibern wiederum zählte zum Beispiel Joachim Liebhardt, der seit 40 Jahren Accessoires wie Mützen oder Schals „made in Germany“ verkauft. Die Qualität der Waren und die gute Beratung überzeugten nicht nur seine Stammkunden, sagte er. Es gelinge ihm auch, immer wieder neue Kunden zu gewinnen. „Man muss sich Mühe geben, aber es macht immer noch so viel Spaß wie am Anfang.“ Als nächstes wird Liebhardt fünf Wochen lang auf dem Christkindelsmarkt in Baden-Baden zu finden sein.

Auch Lumetta und ihre Eltern haben ihre Stammkunden: Sie verkaufen neben Wolle und Hüttenschuhen auch spezielle Diabetiker-Socken. Außerdem gibt es Nachhilfe im Stricken und Häkeln. Karin Weißer, die wie Joachim Liebhardt vor 40 Jahren angefangen hat, aber wegen der Familienplanung eine Auszeit einlegte, verkauft vor allem Damenoberbekleidung. Generell verzeichnet die Geschäftsfrau beim Verkauf aber einen Umsatzrückgang. „Die Jugendlichen kaufen lieber im Internet ein und probieren die Sachen zu Hause an“, sagte Weißer. Zum Einkaufen auf Märkten oder in richtigen Geschäften fehle dieser Kundengruppe die Zeit.

Beim Martinimarkt ebenfalls mit dabei war der Andheri-Kreis Gammertingen, vertreten durch Liane Fendtroß. Der Strick- und Häkelkreis besteht aus sieben Frauen, die sich einmal pro Woche zum gemeinsamen Stricken treffen. Den Erlös aus den Waren, die dabei entstehen, spenden sie an die Andheri-Hilfe in Bonn, die sich unter anderem gegen Armut und Unterdrückung in Indien und Bangladesch einsetzt. „Der Zulauf ist immer wetterabhängig“, sagte Fendtroß, die seit sechs Jahren auf dem Martinimarkt in Veringenstadt zu finden ist. Viele Veringenstädter kenne sie noch aus der Strüb-Apotheke, in der sie früher gearbeitet habe. „So kommt man schnell miteinander ins Gespräch.“

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