Flurneuordnung in Veringendorf beginnt

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 Projektleiter Lothar Allgaier (von links) greft zur Schaufel: Ingenieurin Susanne Fickel, Flurneuordnungsvorstand Rudolf Gaise
Projektleiter Lothar Allgaier (von links) greft zur Schaufel: Ingenieurin Susanne Fickel, Flurneuordnungsvorstand Rudolf Gaiser, Bürgermeister Armin Christ, Bernhard Obert (LRA Sigmaringen), Wolfgang Wagner (Teilnehmergemeinschaft) und Lothar Blum (Baufirma) sind beim Spatenstich mit dabei. (Foto: Sabine Rösch)

Mit dem Spatenstich geht die Planung zur Flurneuordnung in Veringendorf nun in die Umsetzung. Mit dem Baubeginn der Maßnahme Anfang Oktober entsteht auf 887 Hektar Gemarkungsfläche ein neues und modernisiertes land- und forstwirtschaftliches Wegenetz von insgesamt knapp 30 Kilometer Länge. Die Gesamtkosten sind mit 2,3 Millionen Euro beziffert, die Ittenhauser Baufirma Blum führt die Wegebaumaßnahme durch.

Zum Spatenstich trafen sich die Beteiligten oberhalb des Veringendorfer Sportplatzes. Eine Abordnung der Veringendorfer Musikgesellschaft eröffnete den Festakt musikalisch. Bürgermeister Armin Christ verkündete voller Stolz, dass der Förderbescheid für die erste Rate von 1,4 Millionen Euro vom Ministerium seit dieser Woche vorliege. Die Gesamtausführungskosten liegen bei rund 2,3 Millionen, etwa 1,8 Millionen (80 Prozent) davon als Zuschuss, die Stadt gibt 214 500 Euro dazu und die verbleibenden 241 100 Euro trägt die Teilnehmergemeinschaft. Diese besteht aus 213 Teilnehmern und 1379 Flurstücken.

Optimale Bedingungen

Bernhard Obert vom Landratsamt Sigmaringen sprach von optimalen Produktionsbedingungen, die nun für die Landwirtschaft geschaffen werden. „Auch wenn die Feldwege für die anwesenden Fahrzeuge völlig ausreichen würden“, merkte er schmunzelnd in Richtung der alten Traktoren an. Lob gab es auch von Bernhard Obert an Rudolf Gaiser. „Das war kein Traumjob, da wurden unfassbar viel Papier gewälzt und Sitzungen abgehalten“, so Obert. Er führte weiter aus, dass im ganzen Landkreis aktuell zehn Flurbereinigungsverfahren mit 14 Millionen Euro bewilligter Zuschüsse laufen würden. Der Vorsitzende der Flurbereinigungsgesellschaft Rudolf Gaiser ließ das bereits seit acht Jahren laufende Verfahren in knappen Schritten Revue passieren. Er sprach vom richtigen Beschluss pro Flurneuordnung, der damals getroffen worden sei, denn die Bewirtschaftung der Felder und Wälder habe eine große Veränderung erfahren. Projektleiter Lothar Allgaier und Projektingenieurin Susanne Fickel gaben einen Einblick in den Verfahrensablauf. Als erste Maßnahme wird mit dem Neubau der knapp drei Kilometer langen Asphaltwege noch in diesem Jahr begonnen, so dass diese auswintern können und die Asphaltdecke im nächsten Frühjahr aufgebracht werden kann. Dafür wird eine Baugrube speziell für diese Maßnahme eingerichtet.

Nach über 40 verschiedenen Beprobungen habe man eine Kalksteingewann mit dem richtigen, weichen Kalkstein gefunden. Dieser wird dann aus der Grube gewonnen und dient als Unterbau für die neuen Wege. „Das spart Geld und die Verkehrsbelastung für Veringendorf wird minimiert, da sich alles hier oben abspielt“, erklärt Lothar Allgaier.

Im kommenden Jahr werden weitere vier Kilometer Schotterwege und rund sieben Kilometer Grünwege neu gebaut, rund 14 Kilometer Wege werden modernisiert, darunter ist auch die Zufahrtsstraße vom Ort Richtung Sportplatz. Auch der Ökologie und dem Naturschutz wurde Rechnung getragen: Die Umsiedlung der streng geschützten Grasart der „dicken Trespe“ an den Randbereich ist geglückt, die Pflanze hat sich dort glücklicherweise etabliert, erklärt Lothar Allgaier.

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