Die afrikanische Schweinepest beschäftigt die Jäger enorm

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 Kreisjägermeister Hans-Jürgen Klaiber und der Erste Landesbeamte Rolf Vögtle verabschieden die Sachgebietsleiterin der Unteren
Kreisjägermeister Hans-Jürgen Klaiber und der Erste Landesbeamte Rolf Vögtle verabschieden die Sachgebietsleiterin der Unteren Jagdbehörde im Landratsamt, Nina Grimaldi. (Foto: Susanne Grimm)
Susanne Grimm

Jägerprüfung, Waffengesetz, Lernort Natur, die afrikanische Schweinepest (ASP), Wolf und Luchs, Hundeausbildung, der Landesjägertag am 6. April – mit diesen und weiteren Themen hat sich die Kreisjägervereinigung Sigmaringen bei ihrer Hauptversammlung auseinandergesetzt.

In der Turn- und Festhalle in Veringenstadt konnten Kreisjägermeister Hans-Jürgen Klaiber und der Hausherr, Bürgermeister Armin Christ, zahlreiche Gäste begrüßen, darunter Bezirksjägermeister Peter Lutz sowie Jägerkollegen aus dem Vorarlberg. Dass die rund 560 Mitglieder starke Kreisjägervereinigung gut dasteht, vermerkte neben Klaiber und Lutz auch der Erste Landesbeamte Rolf Vögtle. Er hob die besondere Verantwortung der Jäger „zur Wahrnehmung des ökologischen Gleichgewichts und der Seuchenprävention“ hervor, die die Waidmänner „trotz schwieriger gewordener Rahmenbedingungen“ auch nachgekommen seien. So sei die Steigerung des Schwarzwildabschusses um 95 Prozent mit Blick auf die drohende Schweinepestgefahr „sehr erfreulich“.

Dass die Gefahr durch die ASP immer noch akut sei, untermauerte der Bezirksjägermeister mit der Meldung, dass die Seuche von jetzt auf nachher „einen Sprung von mehreren 100 Kilometern“ gemacht habe. So sei die ASP jetzt in Belgien nahe der französischen Grenze aufgetaucht, wobei keiner so genau sagen könne, wie es dazu gekommen sei. Rund 700 Tiere seien bereits betroffen.

Bei der Wildschweinbejagung in Baden-Württemberg sei zwar noch einiges zu tun, aber: „Wir sind keine Schädlingsbekämpfer“, sagte Lutz mit Nachdruck, „der Elterntierschutz muss nach wie vor gewährleistet sein“. Eine „schwere Geburt“ sei der 300 bis 400 Seiten starke Wildtierbericht „mit den Knackpunkten Wolf und Biber“. Hier täten sich alle Seiten schwer, inklusive der Umwelt- und Landwirtschaftsministerien, deren jeweiligen Belange und Klientel andere Prioritäten setzen. „Wir wollen uns in dieser Beziehung aus- und weiterbilden“, sagte Lutz und kündigte entsprechende Schulungen an. Allerdings müsse die Politik dringend Rahmenbedingungen schaffen, die der Jägerschaft Rechtssicherheit im Umgang mit Isegrimm und dem nagenden Landschaftsarchitekten verschafft.

Bevorzugtes Revier das Donautal

Hegeringleiter und Donautal-Guide Armin Hafner gab in seinem Bericht interessante Einblicke in die Donautalzuwanderer Luchs und Wolf. Dabei konnte er auch die Wanderrouten des erst kürzlich mit einem Sendehalsband versehenen Luchses „Lias“ aufzeigen, der ganz offensichtlich das Herz des Donautals zwischen Beuron und Gutenstein, Schwenningen und Bärenthal als sein bevorzugtes Revier auserkoren hat.

Hans-Jürgen Klaiber richtete vor dem Hintergrund der ASP-Vorbeugung seinen Dank an das Landratsamt, das beispielsweise bei der Trichinenuntersuchung der erlegten Schweine auf Gebühren verzichtet, wenn diese durch geschulte Personen vorgenommen wird. Gebührenfrei sind ebenfalls Straßensperrungen bei revierübergreifenden Drückjagden. Die Änderung des Waffengesetzes, das frühestens im Sommer 2019 kommen soll, sieht vor, dass künftig auch Waffenhändler und -hersteller in das nationale Waffenregister eingetragen werden. Zudem ist bei jedem Erwerb einer Waffe oder eines Teils davon die „Nationale Waffenregister-ID“ (NWR-ID) erforderlich.

Praxisnahe Lösungen in Arbeit

Wie Vögtle mitteilte, sind die Einzelheiten jedoch noch nicht ganz klar. „Wir bereiten aber eine praxisnahe Lösung vor und werden allen Waffenbesitzern die Informationen rechtzeitig mitteilen.“ Über die Verabschiedung des Hundeobmanns Franz-Peter Froitzheim, der seit 1985 für die Jäger Jagdhunde ausgebildet hat, sowie seine Nachfolge, wird die “Schwäbische Zeitung“ gesondert berichten.

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